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Waldnaturschutz in den Niedersächsischen Landesforsten

Adler, Schwarzstorch und Kranich

Niedersachsens Wälder beherbergen auch einige seltene, z.T sehr scheue Vogelarten, wie z. B. den Schwarzstorch, See- und Fischadler sowie den Kranich. Die Landesforsten arbeiten zu ihrem Schutz eng mit den Fachleuten von Naturschutzbehörden und –verbänden zusammen.

Zum Schutz vor Störungen werden die Brutplätze nicht bekannt gegeben. Innerhalb von Schutzzonen im Umfeld der Nester finden während der Brut- und Aufzuchtzeit keine forstlichen Maßnahmen statt, die die Bruten gefährden könnten.

Adler

Fischadler im Flug
Seeadler während der Mahlzeit

Adler gehören für viele Menschen zu den faszinierendsten Großvogelarten. Einst brüteten in Niedersachsen Schrei-, Stein-, Fisch-, Schlangen- und Seeadler. Als „schädliche“ Konkurrenten wurden früher alle Adlerarten bei uns verfolgt und schließlich im 19. bzw. 20. Jahrhundert ausgerottet. Verseuchung mit Umweltgiften, illegale Verfolgung und Zerstörung geeigneter Lebensräume erschwerten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Wiederbesiedlung unserer Wälder. Nach dem Verbot des DDT und anderer schädigender Pestizide hat sich zumindest der See- und Fischadlerbestand deutlich erholt. Mittlerweile brüten in Niedersachsens Wäldern wieder rund 25 Seeadler- und mehrere Fischadlerpaare.

Beide Arten bauen ihre mächtigen Horste in den Kronen alter Bäume. Seeadler sind aktuell vor allem durch die Aufnahme von Bleipartikeln mit der Nahrung, besonders aus den Aufbrüchen geschossener Wildtiere gefährdet. Wichtigste Schutzmaßnahme ist neben der Sicherung ungestörter Brutbereiche die schadlose Beseitigung der Aufbrüche bzw. die Verwendung bleifreier  Jagdmunition.

Nicht ausgeschlossen ist auch in Niedersachsen die Rückkehr des Steinadlers. Er nimmt im Süden Schwedens langsam zu und brütet mittlerweile schon im Norden Dänemarks.

Schwarzstorch

Schwarzstorch bei der Nahrungssuche

Schwarzstörche meiden im Gegensatz zum Weißstorch den Menschen. Schon im März kehren sie aus dem Winterquartier zurück und beziehen ihre Nester auf alten Bäumen in ruhigen Waldgebieten. Ihre Nahrung finden sie in naturnahen Bächen, nassen Wäldern und in Feuchtwiesen. Wir unterstützen  den Schwarzstorch durch Erhaltung und Renaturierung von Bächen, Sicherung der Horstbereiche und durch den Bau von Kunsthorsten in ungestörten Waldbereichen. Etwa ein Drittel der 45 Niedersächsischen Brutpaare horstet in den Landesforsten.

Kranich

Kranich

Noch vor rund 40 Jahren gehörten Kraniche mit nur noch fünf Paaren im Nordosten des Landes zu den seltensten Brutvögeln Niedersachsens. Rückgangsursachen waren vor allem großräumige Trockenlegungen von Sümpfen und Brüchen, in denen sie ihre Bodennester auf kleinen, vom Wasser umgebenen Inseln bauen. Dank des Engagements einiger Forstleute, Naturschützer und Jäger konnte das Aussterben in Niedersachsen verhindert werden. Insbesondere durch die Wiedervernässung von Bruchwäldern und Anlage von Flachgewässern wurden zahlreiche neue Brutplätze geschaffen. Mittlerweile ist der Bestand in Niedersachsen mit rund 600 Brutpaaren gesichert und hat sich bis in den Westen des Landes ausgebreitet.