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Waldnaturschutz in den Niedersächsischen Landesforsten

Ahlhorner Fischteiche

Der Helenenteich in Ahlhorn

Die Ahlhorner Fischteiche, eine aus Menschenhand geschaffene Wald- Wasserlandschaft mit hohem Wert für Naturschutz und Erholung

 

Die Ahlhorner Fischteiche befinden sich in der Revierförsterei Baumweg, im Herzen des Forstamtes Ahlhorn. Die ca. 25 km südlich von Oldenburg gelegene 115 ha große Gesamtwasserfläche verteilt sich auf die Landkreise Oldenburg und Cloppenburg. Die Hauptwasserversorgung der Teiche erfolgt über die Lethe. Die Quelle dieses kleinen Baches befindet sich wenige Kilometer südlich des Gebietes.

 

Die Anlage der ersten Teiche in der ehemals durch Heide und Moore geprägten Landschaft begann im Jahr 1906 nach der Bewilligung durch den Oldenburgischen Landtag. Der Gedanke war es, die Bevölkerung mit hochwertigem Fischeiweiß zu versorgen. Bis zum Jahre 1930 entstanden ungefähr 60 Einzelteiche. Zeitgleich mit der Anlage der Teiche begann die fischwirtschaftliche Nutzung. Die extensive Art der Teichbewirtschaftung mit Sommer- und Winterteichen, hat sich seit der Gründung nur unwesentlich verändert. Alle Teiche können über ein ausgeklügelten Zuleitersystem und dem natürlichen Höhenunterschied im Gelände abgelassen und bespannt (befüllt) werden. Nach dem Abfischen in den Monaten Oktober und November bleiben viele Teiche für einige Zeit im unbespannten Zustand brach liegen und bieten durchziehenden Limikolenarten ein wichtiges Rastbiotop.

 

Auf Grund der naturnahen Ausprägung der Teiche und der Letheniederung hat dieses Feuchtgebiet u. a. ein für das nordwestliche Niedersachsen einzigartiges Amphibienvorkommen und ist zugleich Brutvogelgebiet von regionaler Bedeutung. Aus diesem Grunde entstand 1993 das 485 ha große Naturschutzgebiet „Ahlhorner Fischteiche“.

 

Einen weiteren Schutzstatus erhielten die Ahlhorner Fischteiche durch die Aufnahme in das EU Programm „Natura 2000“. Das FFH-Gebiet Nr. 012 wird unter dem Namen „Sager Meer, Ahlhorner Fischteiche und Lethe“ geführt. Schutzwürdig im Sinne der FFH-Richtlinie sind hier existenzbedrohte Pflanzengesellschaften. Es handelt sich um wertvolle Strandlings- und Zwergbinsengesellschaften in Geestseen. Ohne das Spiel mit den Wasserständen durch den Teichwirtschaftsbetrieb und den daraus resultierenden unterschiedlichen Bedingungen in den Teichen, würde diesen seltenen Pflanzengesellschaften die Lebensgrundlage genommen. Zusätzlich gilt es noch, die Bedeutung der Lethe für das Flussneunauge hervorzuheben.

 

Die Ahlhorner Fischteiche sind ein gutes Beispiel dafür, wie durch eine traditionelle und mit der Natur im Einklang befindliche sensible Nutzung einer Landschaft, Natur und Mensch gleichermaßen profitieren können. Im Fall der Ahlhorner Fischteiche kann sogar gesagt werden, dass dies für den Naturschutz bedeutende Gebiet ohne den menschlichen Einfluss nie entstanden wäre.

 

Weitere Informationen zu den Ahlhorner Fischteichen, sowie die Kontaktdaten des Ansprechpartners / der Ansprechpartnerin für den Bereich Waldökologie und Naturschutz erhalten Sie im Niedersächsischen Forstamt Ahlhorn.