Waldnaturschutz in den Niedersächsischen Landesforsten

Birkwildprojekt

Birkhahn nach der Morgenbalz

Birkwildschutzprojekt im Naturschutzgebiet "Lüneburger Heide"

   

Im zeitigen Frühjahr des Jahres 2005 wurde das bis März 2010 befristete Artenschutzprojekt „Birkhuhnschutz im NSG Lüneburger Heide“ ins Leben gerufen. Als Kooperationspartner traten folgende Institutionen auf:

  • Verein Naturschutzpark e. V. (VNP),
  • Niedersächsisches Umweltministerium (MU),
  • Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML),
  • Niedersächsische Landesforsten (NLF),
  • Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN),
  • Landesjägerschaft Niedersachsen e. V. (LJN) und das
  • Niedersächsisches Forstamt (NFA) Sellhorn

Martin Tripp hat als Mitarbeiter des NFA Sellhorn in den Bereichen „Prädatorenkontrolle“ und „Birkhuhnmonitoring“ einen wesentlichen Beitrag für das Projekt geleistet.

Obwohl der geschlossene Wald nicht zum originären Lebensraum des Birkhuhns zählt, belegen Beobachtungen der Vögel in offeneren Waldstrukturen und in den Übergangsbereichen zu den Heideflächen, dass die Art bestimmte Waldbereiche zumindest temporär nutzt. So hat sich das Forstamt Sellhorn mit Biotopschutzmaßnahmen an dem Projekt beteiligt. Die Entwicklung und Pflege nutzbarer Waldstrukturen standen dabei im Mittelpunkt.

 

  • Lineare Lichtstellung von Waldpartien zwischen größeren Heideflächen tragen ebenso wie kleinere Offenlandbiotope im Wald zu einer Vernetzung der Lebensräume bei.
  • Die besondere Gestaltung der Wald-Heide-Übergangsbereiche sorgt prinzipiell für eine Ausdehnung der Birkhuhnlebensräume.

 

Aus diesen Grundüberlegungen entstanden im Bereich des Forstamtes Sellhorn folgende Projekte:

 

„Trift“: am Beginn der Maßnahme (2005)

„Trift“ Maßnahmen:

  • Zwischen den Heideflächen des „Steingrundes“ und der „Oberhaverbecker Heide“ wurden die Waldbestände auf einer Breite von bis zu 200 m bei einer Gesamtlänge von ca. 1 km in mehreren Durchgängen stark aufgelichtet (2005 – 2007). Damit ist ein Vernetzungskorridor geschaffen worden, der neben dem Birkhuhn vielen lichtliebenden Arten dient.
  • Gegen aufkommende Naturverjüngung (Fichte, Lärche, Kiefer) wurden bereits mehrmals Entkusselungsmaßnahmen notwendig (2008/2009).

Weitere Planungen:

  • Plaggen von kleinen Teilflächen
  • Erarbeitung eines regulären Konzepts zur periodischen Beweidung der Flächen mit Heidschnucken
Am Totengrund, „Wald-Heide-Übergangszone“ (WHÜ)

„Wald-Heide-Übergangszonen“ (WHÜ) Maßnahmen:

  • Zielgerichtete Vorbereitungshiebe (Durchforstungen) in den Heiderandbeständen der Rfö. Niederhaverbeck zur Stabilisierung der angrenzenden Bestände (2006 – 2008)
  • Erarbeitung eines Fachkonzepts zur Gestaltung struktur- und artenreicher
    Wald – Heide – Übergangszonen (WHÜ);
    H.-H. Engelke & J. Wübbenhorst:
    „Gestaltung strukturreicher Wald-Heide-Übergangszonen“ (2008)
    (Erfassung und Gestaltung besonderer Strukturparameter mit einer Pflege- und Entwicklungsanleitung)

Weitere Planungen:

  • Umsetzung einer Beispielfläche im Südbereich der Rfö. Niederhaverbeck (Evaluation des Konzepts)
  • Fortsetzung nach Klärung organisatorischer und finanzieller Möglichkeit

Weitere Informationen zum Birkwildprojekt, sowie die Kontaktdaten des Ansprechpartners / der Ansprechpartnerin für den Bereich Waldökologie und Naturschutz erhalten Sie im Niedersächsischen Forstamt Sellhorn.
 
 

Birkhahn nach der Morgenbalz
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