Erfolgsprinzip Nachhaltigkeit

Interview mit Dr. Klaus Merker

Ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Nachhaltigkeit – dieser Dreiklang bestimmt das Wesen der Landesforsten. Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, im Interview über die Dimensionen einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung.

 

Warum spielt Nachhaltigkeit für die Niedersächsischen Landesforsten so eine große Rolle?

 

Das Prinzip der Nachhaltigkeit hat in der Forstwirtschaft nicht nur eine lange Tradition, sondern auch ihren Ursprung. Mitte des 17. Jahrhunderts forderte der akute Holzmangel ein Umdenken. Aus dieser Zeit stammt auch die einfache, bis heute gültige Regel: Nur das zu entnehmen, was auch zuwächst.  Natürlich hat sich das Verständnis von Nachhaltigkeit über die Jahrhunderte weiterentwickelt, sodass wir heute eine wesentlich komplexere Vorstellung des Begriffs haben. Das aktuelle Verständnis von Nachhaltigkeit ist aus den großen weltpolitischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte hervorgegangen. Spätestens seit der Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro sprechen wir von der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit. Diese drei Säulen prägen heute auch die Aufgaben im Landeswald: Er dient zugleich ökologischen Zielen, der Holzlieferung und als Erlebniswelt der Gesellschaft. Aus diesen drei Funktionen leitet sich auch unsere Verantwortung als staatliches Forstunternehmen ab.

 

 

In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Landesforsten zu einem  Wirtschaftsunternehmen gewandelt. Wie geht diese Entwicklung mit dem Nachhaltigkeitsprinzip einher?

 

Die Neuorganisation ist das beste Resultat einer nachhaltigen Denkweise. Unter den Vorzeichen einer extrem knappen Haushaltslage haben wir uns immer wieder gefragt, warum Forstwirtschaft so defizitär sein muss. Das konsequente Ergebnis des darauf folgenden Konsolidierungsprozesses war die Ausgliederung der Niedersächsischen Landesforsten aus der Landesverwaltung. Mit dem Neustart als Anstalt öffentlichen Rechts sind wir vor allem einem verpflichtet – der Optimierung der Erträge – natürlich ohne die Schutz- und Erholungsfunktionen des Landeswaldes zu vernachlässigen. Heute, fünf Jahre nach der Umstrukturierung, haben wir unser Hauptziel bereits erreicht: Wir sind ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen geworden, das nicht mehr auf die Zuschüsse des Landes angewiesen ist. Ein Teil unseres jährlichen Gewinnes fließt an das Land Niedersachsen zurück und hilft dort, den Haushalt zu konsolidieren.

 

 

Wie würden Sie die vergangenen fünf Jahre beschreiben, war es eine große Anstrengung dort hinzugelangen, wo die Landesforsten heute stehen?

 

Mit den großen Stürmen der vergangenen Jahre und der Wirtschaftskrise hatten wir schon einige Herausforderungen zu meistern, doch letztlich sind wir aus all diesen Feuerproben gestärkt und mit einem positiven Ergebnis hervorgegangen. Gerade die riesige Herausforderung »Kyrill« hat uns zu neuen, modernen Methoden der Forstwirtschaft geführt und trotz der schlechten Konjunkturdaten konnten wir Ende 2009 immer noch ein positives Ergebnis abliefern. Fünf Jahre Landesforsten bedeuten auch, dass wir in vielen Bereichen moderner und dynamischer geworden sind. Nach außen hin zeigen wir mehr Transparenz. Unsere Entscheidungen und Maßnahmen sind für die Menschen klarer nachvollziehbar. Unser Ziel hat sich allerdings nicht verändert: Wir erhalten und entwickeln das uns anvertraute Vermögen, den Landeswald, für zukünftige Generationen nach den Prinzipien einer umfassenden Nachhaltigkeit. Im Einklang damit entwickeln wir die Niedersächsischen Landesforsten zu einem innovativen, wettbewerbsfähigen und erfolgreichen Unternehmen.

 

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