Buchenwälder in den Landesforsten

"Greenpeace" in den Landesforsten

Seit November 2011 stehen die Niedersächsischen Landesforsten in einem Schriftwechsel mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Um eine größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, haben wir die Schreiben als pdf-Dateien für Interessierte bereitgestellt:

 

 

1 Antrag von Greenpeace (Auszug), November 2011

 

2 Antwort NLF, Dezember 2011

 

3 Widerspruch Greenpeace, Januar 2012

 

4 Begründung Widerspruch Greenpace, Januar 2012

 

5 Widerspruchsbescheid NLF, Juni 2012

 

6 Ergänzungsantrag Greenpeace, Oktober 2012

 

7 Eingangsbestätigung NLF, November 2012

 

8 Antwort NLF auf Ergänzungsantrag, Dezember 2012

 

Der Fragen- und Antwortkatalog von Greenpeace - Die Antworten der NLF

Quelle: Fragen + Greenpeace – Antworten wurden der Homepage www.greenpeace.de entnommen.

 

Frage:

Warum fordert Greenpeace einen Einschlagstopp für Buchenwälder, die älter als 140 Jahre sind?

Antwort Greenpeace

Von Natur aus wäre fast ganz Deutschland von sehr alten Buchenwald-Gesellschaften mit all ihren Urwaldarten geprägt. Heute ist lediglich ein Drittel der Landfläche bewaldet, davon 14 Prozent mit Buchenwäldern. Die ökologisch hochwertigen Waldbestände über 140 Jahre sind sogar nur noch auf knapp drei Prozent der Waldfläche zu finden. Erschreckend wenig! Diese Restbestände dürfen nicht der Säge zum Opfer fallen.

 

Antwort Niedersächsische Landesforsten

Alter Wald ist nicht noch in Restbeständen, sondern aufgrund einer gezielten Entwicklung wieder vorhanden. Der Anteil dieses alten Waldes ist sowohl in den NLF als auch auf Landes- und Bundesebene in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen und ein Verdienst einer nachhaltigen Bewirtschaftung. Belegt wird dies durch viele Inventuren, bundesweit insbesondere durch die Bundeswaldinventur 2 und die Inventurstudie 2008, demnächst wird die Bundeswaldinventur 3 aktuelle Zahlen liefern. Für den  niedersächsischen Landeswald lässt sich die positive Entwicklung konkret darstellen: Hier ist der Anteil über 160-jähriger Buchenbestände seit 1970 von ca. 800 auf ca. 5.300 ha angestiegen. Ein Großteil dieser Bestände wird heute nicht mehr genutzt, sondern ist im Nationalpark Harz, den Naturwäldern der NLF oder im Habitatbaumkonzept der NLF gesichert. In den Altersklassen darunter wachsen im Landeswald allein 9.000 ha über 140-jähriger Buche und 10.000 ha über 120-jähriger Buche in höhere Bestandesalter hinein. Dazu kommen ca. 50.000 ha jüngere Buchenbestände, die von den Landesforsten gezielt entwickelt werden. Die Baumart Buche und auch alte Buchenwälder sind im Landeswald somit nachhaltig nicht gefährdet, sondern stehen im Gegenteil im Fokus vieler Entwicklungen. Um die Buchenwaldgesellschaften in Niedersachsen zu fördern – also den Buchenanteil zu erhöhen - wurden in den NLF seit Beginn der 90’er Jahre bis heute rund 60 Mio. junge Buchen gepflanzt (2011=57 Mio. Bäume). Mit dieser Entwicklung werden reine Nadelwälder zu stabileren Laub- und Mischbeständen umgewandelt,  der Buchenanteil wird in den nächsten Jahrzehnten spürbar ansteigen.

 

 

Frage

Wenn zehn Prozent der öffentlichen Wälder aus der Nutzung genommen werden, was passiert dann auf den übrigen 90 Prozent?

Antwort Greenpeace

Auf den übrigen 90 Prozent wird weiter Holz genutzt - allerdings sehr viel weniger, als derzeit von vielen öffentlichen Waldbesitzern praktiziert wird und unter Wahrung der natürlichen Prozesse eines Waldes. Eine ökologische Waldnutzung heißt: Auf großer Fläche werden nur vereinzelt dicke Bäume entnommen und andere können nachwachsen. So entstehen keine Kahlflächen. Gifte und Dünger sind verboten und während der Vogelbrut findet keine Holznutzung statt.

 

Antwort Niedersächsische Landesforsten

Im Niedersächsischen Landeswald wird seit 20 Jahren nach dem parteiübergreifend getragenen Programm zur Langfristigen Ökologischen WaldEntwicklung (LÖWE) gewirtschaftet. Es wird weniger Holz eingeschlagen als nachwächst. Dieses ist übrigens keine Erfindung von Greenpeace, sondern stellt seit 300 Jahren das zentrale Leitmotiv der Forstwirtschaft in Deutschland dar. Dieser „Urgedanke der Nachhaltigkeit“ ist permanent weiterentwickelt worden. Im Landeswald werden sowohl die Nutz-, als auch die Schutz- und Erholungsfunktion gleichrangig nachhaltig sichergestellt. Das LÖWE-Programm hat in Niedersachsen die Weichen für eine an den natürlichen Prozessen orientierte Bewirtschaftung gestellt und bereits vor 20 Jahren besondere Schutzinstrumente entwickelt, insbesondere auch für die Laubwaldgesellschaften. Heute werden 96% der Nutzungen und der Bestandesverjüngung ohne Kahlschläge bzw. unter dem schützenden Schirm des Altbestandes durchgeführt. Mit der sogenannten Zielstärkennutzung werden die Bäume einzeln im Zeitpunkt der individuellen Reife aus einem Bestand entnommen, während der Bestand sich weiterentwickeln kann. Den Zielen des Habitatbaumkonzeptes entsprechend verbleiben dauerhaft auf allen genutzten Flächen Bäume, die zu Uraltbäumen bzw. Totholzbäumen werden sollen. Damit werden nicht nur in geschützten „Restbeständen“, sondern auf gesamter Fläche Zersetzungsketten gezielt initiiert.   

 

Frage

Müssen wir denn nicht unser Holz aus anderen Ländern importieren, wenn wir die deutschen Buchenwälder schützen?

Antwort Greenpeace

Die Nachfrage nach Holzprodukten in Deutschland kann auch mit deutlich verringerter Holznutzung gedeckt werden. Die deutsche Papier- und Holzindustrie ist innerhalb weniger Jahre zur Nummer 2 der Exportnationen aufgestiegen (nach China, noch vor USA Kanada, Finnland und Schweden). Am meisten hat die Papierindustrie davon profitiert. Und Papier ist definitiv ein Rohstoff, den wir drastisch einsparen sollten. Der Energiehunger darf nicht zu einer Plünderung unserer Wälder für die kommerzielle Nutzung führen,.

 

Antwort Niedersächsische Landesforsten

Wenn die nachhaltige Nutzung der deutschen Wälder unter das nachhaltig mögliche Niveau eingeschränkt wird, wird es zur Deckung des Inlandbedarfs aus zunehmenden Importen kommen. Der Import findet dann möglicherweise aus Teilen der Welt statt, in denen die Nachhaltigkeit in den Wäldern eine geringere Bedeutung erfährt als in Deutschland. Die Alternative sind Schrumpfungsprozesse, die die Gesellschaft in anderer Weise treffen.

Speziell Buchenholz wird nur zu einem geringen Teil zur Papierherstellung benötigt, hierfür wird überwiegend Nadelholz verwendet. Die Buche liefert jedoch wertvolles Möbelholz und einen CO2-neutralen Brennstoff. Die Nutzung der Buche entlastet damit den am Ende nicht nachhaltigen Abbau fossiler Brennstoffe und trägt durch die Klimaneutralität (frei gesetztes CO2 wird durch Wachstum der Wälder wieder gebunden) zum Schutz der Umwelt bei. Gerade vor dem Hintergrund der Energiewende und einer wünschenswerten Verwendung von nachwachsenden an Stelle von endlichen Rohstoffen kommt der Nutzung von Holz eine zunehmende Bedeutung zu. Die zunehmende Bedeutung führt aber nicht automatisch zu höheren Nutzungen oder gar zu einer Plünderung der heimischen Wälder. Eine Übernutzung der Wälder ist durch die strikte Einhaltung einer waldgesetzlich vorgeschriebenen nachhaltigen Nutzung schlichtweg ausgeschlossen.

 

Frage

Wenn das Ziel, zehn Prozent aus der Nutzung zu nehmen, schon in der Nationalen Biodiversitätsstrategie festgelegt ist: Warum können die Förster das einfach so umgehen?

Antwort Greenpeace

Es sind nicht die Försterinnen und Förster, die dieses Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie für öffentliche Wälder umgehen, sondern die Vorstände der Landesforstbetriebe und -verwaltungen und einige Landesregierungen (wie Bayern, Hessen und Niedersachsen), die sich dieser internationalen Verantwortung nicht stellen. Aber es gibt immer mehr Bundesländer - etwa Baden-Württemberg-, die das Zehn-Prozent-Ziel umsetzen wollen.

 

Antwort Niedersächsische Landesforsten

Die Biodiversitätsstrategie von 2007 soll nach dem Willen der Bundesregierung bis 2020 umgesetzt werden. Wir befinden uns im Jahr 2012 und zum heutigen Zeitpunkt sind im öffentlichen Wald der Landesforsten bereits 7-8% der Waldfläche dauerhaft einer natürlichen Entwicklung überlassen und aus jeglicher Nutzung entnommen. Bis zur vollständigen Umsetzung der geforderten 10%igen Stilllegung im Jahr 2020 verbleiben also noch 8 Jahre und eine kleine Lücke von 2-3%. Die NLF beteiligen sich aktiv an dem Bilanzierungsprojekt von Wald in natürlicher Entwicklung, das zurzeit von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchanstalt im Auftrag des Bundes erstellt wird. Als Ergebnis dieser Erhebung werden konkrete bundesweit einheitlich erhobene Zahlen vorliegen, mit denen dann eine fachliche Diskussion über den Stand und den weiteren Verlauf in den Ländern möglich sein wird. Unabhängig von diesem Projekt, aber auch den pauschalen Forderungen von Greenpeace, entwickeln die NLF eigene Schutzkonzepte permanent weiter, wie die für die biologische Vielfalt ökologisch besonders hochwertigen Waldflächen im Landeswald noch besser geschützt werden können. Dabei orientieren sich die Förster der Landesforsten an fachlich-qualitativen ökologischen Weisern und nicht an Pauschalforderungen.

 

Frage

Sollen wir auf den Kauf von Holzmöbeln verzichten?

Antwort Greenpeace

Nein, denn gerade Holzmöbel – regional produziert und nach FSC zertifiziert - sind ökologisch wertvolle Produkte, die langlebiger als Papier sind. Wir sollten diese Möbel dann aber auch lange nutzen und nicht gleich nach ein paar Jahren auf den Sperrmüll geben. Generell müssen wir ökologisch sinnvoller einkaufen.

 

Antwort Niedersächsische Landesforsten

Nein, ganz im Gegenteil. Der Kauf gerade von langlebigen Holzmöbeln aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung ist ein ganz besonders wertvoller Beitrag zu einer langfristigen Bindung von CO2. Hier decken sich die Auffassungen von GP und NLF. Neben dem FSC-Logo bietet auch die PEFC-Zertifizierung die Gewähr für eine nachhaltige Bewirtschaftung. PEFC bietet jedoch die höchste Sicherheit dafür, dass das verwendete Holz aus nachhaltiger, naturnaher, aber zudem auch aus regionaler und heimischer Forstwirtschaft stammt. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Buchenmöbel oder andere Buchenprodukte handelt, die in der Menge nicht importiert werden können. Irreführend am FSC-Logo ist, dass es auch dann vergeben wird, wenn nur sehr geringe Anteile von zertifiziertem Holz im Endprodukt verwendet werden und die Herkunft des übrigen Holzes unbekannt ist.

 

Frage

Warum konzentriert sich Greenpeace auf die öffentlichen Wälder?

Antwort Greenpeace

Was den ökologischen und Erholungswert angeht, geraten die öffentlichen Wälder aufgrund des Sparzwangs öffentlicher Haushalte immer mehr in eine kurzfristige Spirale nach unten. Dabei hat das Bundesverfassungsgericht 1990 klar festgelegt, dass die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatswaldes der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes dient, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse. Dies ist auch in der Nationalen Biodiversitätsstrategie zum Ausdruck gekommen.

 

Antwort Niedersächsische Landesforsten

Die Gründe dafür, dass sich Greenpeace auf die öffentlichen Wälder konzentriert, liegt in der Eigentumsform begründet, nicht in deren schlechterem Zustand. Die Umsetzung von pauschalen Stilllegungsforderungen ist in staatlichen Wäldern leichter zu erreichen als in privaten Wäldern, in denen eine Stilllegung enteignend wäre. Dies wissend hat sich auch die  Biodiversitätsstrategie eher auf den öffentlichen Wald konzentriert.

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes wird von Greenpeace aus dem Zusammenhang gerissen zitiert. Das Urteil betraf 1990 das Holz-Absatzfondsgesetz. Der aus der Begründung zitierte Satz zielt auf dessen Regelung ab, nicht aber auf eine darüber hinaus gehende allgemeine Geltung. Der niedersächsische Landeswald hat die im Niedersächsischen Waldgesetz festgeschriebenen Aufgaben, sowohl Nutz- Schutz und Erholungsfunktion zu gewährleisten. Darüber hinaus schreibt das NLF-Gesetz den Niedersächsischen Landesforsten als Kernaufgabe die Bewirtschaftung des Landeswaldes vor. Die NLF verfügen mit dem LÖWE-Programm über ein national und international als vorbildlich anerkanntes Waldbewirtschaftungskonzept. Gerade die Orientierung an den naturnahen ökologisch ausgerichteten Grundsätzen dieses Programms hat die Voraussetzung für eine auch ökonomisch erfolgreiche Bewirtschaftung des Landeswaldes geschaffen.

 

 

Frage

Ist die deutsche Forstwirtschaft nachhaltig?

Antwort Greenpeace

Nein, derzeit ist die Forstwirtschaft in Deutschland alles andere als nachhaltig. Die Wälder sind durch Übernutzung keine Senke für CO2 mehr, wie sie es noch 1990 mit der Aufnahme von 80 Millionen Tonnen CO2 waren. Junge, aufgelichtete und übernutzte Waldbestände entfernen sich immer mehr vom Naturwald. Somit fehlen vielfach Urwald-Reliktarten in unseren Wäldern.

 

Antwort Niedersächsische Landesforsten

Die deutsche Forstwirtschaft kann als Beispiel angeführt werden, wie aus einer ehemals (vor etwa 300 Jahren) nicht nachhaltigen Übernutzung der natürlichen Ressourcen und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen eine langfristig nachhaltige Entwicklung eingeleitet werden konnte. In Deutschland bewirtschaften Forstbetriebe ihre Wälder seitdem nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit, das sich allerdings in der Zwischenzeit wesentlich erweitert hat. Die Einschränkung der Nachhaltigkeitsdefinition von Greenpeace auf die CO2-Senkenfunktion und das Vorkommen von Urwald-Reliktarten ist in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehbar, weil sich eine nachhaltige Entwicklung auch an vielen weiteren Parametern festmacht, die in unserer Kulturlandschaft zum Teil von überragender Bedeutung sind. Dazu zählen neben der Kohlenstoffsenke und der Artenvielfalt die Verfügbarkeit und Mobilisierung natürlich nachwachsender und damit nichtendlicher Rohstoffvorkommen, der Trinkwasser- und der Hochwasserschutz, die Pflege von regionalen Kulturlandschaften, die Erholungsfunktion für die Bevölkerung, die Wertschöpfung und Erhaltung von Arbeitsplätzen, die der ländliche Raum als Heimat vieler Menschen der Verstädterung entgegensetzen kann und vieles mehr. Bei Abwägung des Einflusses, die alle diese Parameter - und damit die Vielfalt der Gesellschaft - auf die Art der Bewirtschaftung der Landeswälder haben, stellt die Reduzierung von Greenpeace eine einseitige Abwägung dar, die den vielfältigen Funktionen unserer Wälder nicht gerecht werden kann.   

Konkret wachsen in den Niedersächsischen Landesforsten jährlich 2,8 Mio. Kubikmeter Holz zu (in Vorratsmetern), von denen im Durchschnitt über die Jahre lediglich 2,2 Mio. Kubikmeter (in Vorratsfestmetern) genutzt werden. Durch diese nachhaltige unterhalb des Zuwachses liegende Holznutzung ist der Holzvorrat in den Wäldern der Niedersächsischen Landesforsten kontinuierlich angestiegen. Betrachtet man den Zeitraum seit dem 2. Weltkrieg, so hat sich der durchschnittliche Holzvorrat, der im Landeswald auf jedem Hektar Wald steht, von 130 auf 260 Vorratsfestmeter (VFM) verdoppelt. Nachdem der Jahrhundertsturm Quimburga 1972 den Landeswald zwischenzeitig wieder unter eine Vorratshöhe von 200 VFM zurückgeworfen hatte, sind in den letzten 30 Jahren  wieder 50 VFM hinzugekommen, sodass heute mit 260 VFM im Landeswald ein Vorratsvermögen steht, wie seit dem Raubbau des Mittelalters nicht mehr. Allein in den Buchenwäldern der Landesforsten stieg der Gesamtvorrat von rund 13 Mio. Kubikmeter auf über 19 Mio. Kubikmeter. Im europäischen Vergleich weisen deutsche Wälder mit die höchsten Holzvorräte auf. In diesem steigenden Holzvorratsvermögen wird eine steigende Menge an CO2 gebunden. Allein in den letzten beiden Jahrzehnten sind dies gute 12 Millionen zusätzliche Tonnen CO2 gewesen, sodass der niedersächsische Landeswald seine wichtige Funktion als CO2-Senke erfüllt.

Eine weitere Erhöhung der Holzvorräte im Wald wird auch zumindest in Teilflächen zu einer weiteren Erhöhung des Speichers an lebender und toter Biomasse führen. Eine einseitige Orientierung an der Senkenfunktion – sowie der  daraus abgeleitete mögliche Verzicht auf die Holznutzung - ist jedoch nicht Ziel führend, und zwar weder für eine ganzheitliche Nachhaltigkeits- noch für eine einseitige Senkenbetrachtung. Diese Art der Senke durch Vorratsaufbau ist der parallel möglichen Senke durch die Nutzung des Holzes als Ersatz für nicht nachwachsende Rohstoffe bei weitem unterlegen. Die beste Senke wäre, fossile Rohstoffe durch Holz und andere nachwachsenden Rohstoffe zu ersetzen, die Vorräte in den Wäldern hoch zu halten und die daraus möglichen nachhaltigen Zuwächse an Holz zu nutzen und zudem in möglichst langlebige Produkte wie den Haus- und Möbelbau oder eine Kaskadennutzung zu lenken. Diese Leistung des bewirtschafteten Waldes tauchte lange Zeit in keiner Bilanz auf und ist erst seit diesem Jahr von der EU als Senkenleistung anerkannt.

Die Vorkommen vieler Urwaldreliktarten sind heute dank der ökologisch orientierten Bewirtschaftung der Forstleute gesichert. Die Landesforsten monitoren diese Vorkommen beständig und entwickeln die einmal nachgewiesenen Lebensräume und Vorkommen mit angepassten Strategien gezielt weiter, sodass sich die Vorkommen stabilisieren und erweitern. Seltene Tier- und Pflanzenarten finden in den naturnah und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Landesforsten einen wertvollen Lebensraum. Insbesondere das vollflächige Habitatbaumkonzept der Landesforsten, das am Ende der eingeleiteten Entwicklung vollflächig die ganzen Zersetzungsketten belässt, ist mit seinem Vernetzungsansatz einem pauschal segregierendem Flächenkonzept überlegen. Das sogenannte Hotspot-Konzept, das mit seinen Mechanismen an den vorhandenen Biodiversitätszentren ansetzt, ergänzt das Habitatbaumkonzept und verbessert dessen qualitative Wirksamkeit erheblich.

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Erwiderung Greenpeace-Faktencheck vom 12.11.2012

Mit einem sogenannten Faktencheck hat Greenpeace die Presseinformation „Buchenwälder in guten Händen“ vom 12. November 2012 kommentiert. Hierbei werden falsche Behauptungen von Greenpeace aufgestellt, die von den Landesforsten richtig gestellt werden.

zur Richtigstellung

Erwiderung Greenpeace-Faktencheck vom 14.11.2012

Mit einem weiteren Faktencheck vom 14.11.2012 hat Greenpeace die Erwiderung der Landesforsten kommentiert. Hierbei werden falsche Behauptungen von Greenpeace aufgestellt, die wie folgt richtig gestellt werden.

zur Richtigstellung