Niedersächsisches Forstamt Reinhausen

Höchste Elsbeere der Welt

außergewöhnliche Blattform: Elsbeerenblatt

Die Elsbeere ist eine Baumart, die wegen ihrer geringen Konkurrenzfähigkeit immer seltener wird und eines Tages nicht mehr vorkommt, wenn ihr nicht rechtzeitig geholfen wird. Die zuzuwendende Hilfe dient vor allem ihrer Erhaltung. Bei der Elsbeere tritt neben die Schutzfunktion auch noch die Nutzfunktion, da das Holz dieser Baumart für einige Betriebe der Holz verarbeitenden Industrie nicht durch andere Hölzer ersetzt werden kann; dies gilt vor allem für die Musikgeräte- und die Maßstabherstellung.

 (Auszug aus: Zwei Beiträge zur Elsbeere, Wedig Kausch-Blecken von Schmeling,1981).

 

Die Elsbeere (Sorbus torminalis) ist ein anspruchsvoller Laubbaum mit wertvollem Holz.

Die höchste Elsbeere der Welt steht am Groß Lengdener Hengstberg im Forstamt Reinhausen. Da der Laubbaum hohe Ansprüche an die Bodenqualität stellt und nicht so konkurrenzfähig ist wie etwa die weit verbreitete Buche, ist ein Baum von 34 Metern durchaus eine Besonderheit. In Süddeutschland, etwa in Baden-Württemberg und Frankreich kommt der Baum deutlich häufiger vor. Reinhausen stellt für die Elsbeere die Nordgrenze des Verbreitungsgebiets dar.

 

Die Idee zu dem „Weltrekord“ ist durch die Forschungsarbeit des Forstwissenschaftlers Prof. Wedig Kausch-Blecken von Schmeling aus Bovenden und dem Kontakt zu einen Forstamt im Raum Würzburg entstanden. Die Franken hätten nicht glauben wollen, dass sich so weit im Norden ein größerer Baum finden ließe. Die genaue Ausmessung hat es jedoch ergeben: 34 Meter misst der 180 Jahr alte Groß Lengdener Baum, der fränkische lediglich 29 Meter. Da niemand von einer größeren Elsbeere weiß, gehen die Reinhäuser von der größten Elsbeere der Welt aus.

 

Die Elsbeere ist dennoch ein seltener Baum und steht auf der Roten Liste. Geerntet werden darf das Holz mittlerweile, wenn es vorher auch angebaut wurde.

Rund 400 Elsbeeren sind im Forstamt Reinhausen in den vergangen Jahren gepflanzt worden.

 

Etwa 140 Jahre braucht sie, um erntereif zu werden. Dann ist der Baum aufgrund seines festen, rötlichen Holzes, das sich nicht verzieht, und seines graden Wuchses sehr beliebt:

Auf 7.300 Euro für einen Kubikmeter hat es eine Elsbeere aus Reinhausen bei einer Auktion in den 90er Jahr gebracht. Acht Prozent macht der Bestand an Edellaubbäumen, wie auch dem raren Speierling, im Reinhäuser Forstamt aus. Ein solcher Erfolg ist nur möglich, wenn die Förster um ihren Wald wissen.

 

Die Elsbeere ist ein schöner Erfolg für die Arbeit des Forstamtes, ein Zeichen dafür, dass im Waldbau kein ökonomischer Nutzen auf Kosten der Nachhaltigkeit propagiert werden darf. Es ist eine wichtige Aufgabe, den Nachkommen einen artenreichen Wald zu hinterlassen.

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