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Waldnaturschutz in den Niedersächsischen Landesforsten

Krähenmoor

Das Krähenmoor im Landkreis Nienburg – ein Renaturierungsprojekt

 

Das Krähenmoor ist ein östlich von Nienburg liegendes Hochmoor. Bei einer Größe von ca. 230 ha sind 180 ha im Eigentum der Landesforsten. Sie gehören zum Forstamt Nienburg, Revierförsterei Krähe. In den 60er Jahren wurden Abtorfungsrechte für dieses Moor vergeben. Die Abtorfung wurde durch die Anlage eines Entwässerungssytems vorbereitet. Glücklicherweise ist es niemals zu einem industriellen Abbau des Torfes gekommen.
 

In den 80er Jahren wurde dieses Gebiet als „Krähenmoor I“ unter Naturschutz gestellt. Es fand auch Aufnahme in das niedersächsische Moorschutzprogramm und wurde in einer Rangliste der wertvollsten Moore Niedersachsens auf den 5. Platz eingruppiert. 50 Jahre Entwässerung sind auch an diesem Moor nicht spurlos vorbeigegangen. Entlang der Entwässerungsgräben ist  beidseits in einer Breite con ca. 15 m deutlich ein Randgehänge auszumachen. Hier schreitet die Mineralisation des Hochmoortorfes bereits deutlich voran. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Hauptentwässerungsgraben als Gewässer II. Ordnung für die Entwässerung des gesamten Gebietes Bedeutung hat und deshalb nicht so ohne weiteres aufgehoben werden kann. Die Entwässerung des Gebietes ist durch den zunehmenden, teilweise schon flächigen Bewuchs von Kiefern und Birken augenscheinlich.

 

Der heutige Naturschutzfachliche Wert des Krähenmoores begründet sich zum einen in einer „Heile Haut Fläche“ im Zentralbereich des Moores. Dort findet man sämtliche Hochmoortypische Arten wie Rosmarinheide, Moosbeere, beide Wollgrasarten und verschiedene Torfmoose wie Spaghnum rubellum, Spaghnum cuspitatum und Spaghnum falax. Zum anderen haben wir dort eine Torfauflage von 9 m Mächtigkeit.

 

Das Krähenmoor ist kein Uhrglasförmig gewölbtes Moor. Die Höhenunterschiede betragen im gesamten Moor rund 4 m. In einem ersten Schritt haben wir in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Landkreis Nienburg, der ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer und dem BUND Nienburg angefangen durch die Anlage von Verwallungen im Zentralbereich des Moores an die „Heile Haut Fläche“ angrenzend die Entwässerungsgräben im Moor zu kammern und dadurch einen Wasserückstau zu bewirken. Die Bauhöhe der Verwallungen wurde so gewählt, dass es nicht zu einem flächigen Überstau des Geländes kommen kann. Lediglich eine Sättigung des Torfkörpers bis zur Geländeoberkante ist vorgesehen. Des Weiteren ist es gelungen ein Wasserrechtliches Verfahren durchzuführen, um die Funktion des Hauptentwässerungsgrabens aufzuheben. Die Entwässerungsfunktion dieses Grabens bezüglich von Flächen außerhalb des Moores können wir dadurch gewährleisten, das dieser Graben verlegt wird und künftig an der Moorkante verläuft.

 

Auf Teilflächen des Moores wurde auch aktiv entkusselt. Auf gesamter Fläche ist diese Arbeit jedoch nicht zu leisten. Durch die bereits durchgeführten Staumaßnahmen ist aber bereits ein absterben der Bäume zu beobachten, so das wir davon ausgehen, den Bewuchs zurückdrängen zu können und in weiten teilen eine offene Moorlandschaft wieder herzustellen. Die Renaturierungsarbeiten an diesem Moor sind noch nicht abgeschlossen, da wir uns in der Durchführung schrittweise vorwärts bewegen und nach jedem Schritt die eingetreten Effekte beobachten und erst dann den nächsten Schritt planen.

 

Weitere Informationen zum Naturschutgebiet Krähenmoor, sowie die Kontaktdaten des Ansprechpartners / der Ansprechpartnerin für den Bereich Waldökologie und Naturschutz erhalten Sie im Niedersächsischen Forstamt Fuhrberg.