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Waldnaturschutz in den Niedersächsischen Landesforsten

LÖWE-Waldnaturschutz

Leitlinie unseres Handelns ist das LÖWE-Programm, dass seit 1992 als Erlass für die Landesforstverwaltung verbindlich war und seit 2005 von den Niedersächsischen Landesforsten in Eigenbindung weiter umgesetzt wird. Der Landeswald wird in nachhaltiger und wirtschaftlicher Weise durch eine umfassende Pflege der Waldökosysteme so fortentwickelt, dass im Interesse des Allgemeinwohls seine Leistungsfähigkeit und Nutzbarkeit dauerhaft gesichert ist.

 

Die langfristige ökologische Waldentwicklung gliedert sich in 13 Grundsätze:

  1. Bodenschutz und standortgemäße Baumartenwahl
  2. Laub- und Mischwaldmehrung
  3. Ökologische Zuträglichkeit
  4. Bevorzugung natürlicher Waldverjüngung
  5. Verbesserung des Waldgefüges
  6. Zielstärkennutzung
  7. Erhaltung alter Bäume, Schutz seltener und bedrohter Pflanzen- und Tierarten
  8. Aufbau eines Netzes von Waldschutzgebieten
  9. Gewährleistung besonderer Waldfunktionen
  10. Waldrandgestaltung und –pflege
  11. Ökologischer Waldschutz
  12. Ökosystemverträgliche Wildbewirtschaftung
  13. Ökologisch verträglicher Einsatz der Forsttechnik

 

Jeder der 13 Grundsätze enthält nicht nur naturschutzfachliche Inhalte, sondern auch waldbauliche und wirtschaftliche Komponenten. Der niedersächsische Landeswald wird mit Hilfe dieser Grundsätze naturnah, mit einer möglichst hohen ökologischen Vielfalt, einer hohen Erholungseignung und einer nachhaltigen Holzproduktion bewirtschaftet.

 

Dabei bedeutet Naturschutz im Landeswald nicht unbedingt große Projekte mit hohen Kosten. Allein durch das Belassen eingestreuter Birken in Nadelholzbeständen kann bereits ein erhebliche Beitrag zur Erhöhung der biologischen Vielfalt im Wald geleistet werden.

 

Aber LÖWE beinhaltet mit dem Waldschutzgebietskonzept und dem Habitatbaumkonzept auch zwei Naturschutzgroßprojekte, die in den ganzen NLF einheitlich umgesetzt werden. Während das Habitatbaumkonzept darauf abzielt, alte und seltene Bäume zu erhalten und langfristig den für viele Arten wichtigen Anteil von Totholz im Wald zu erhöhen, soll das Waldschutzgebietskonzept bestimmte Waldformen und Waldbiotope schützen.

 

In allen Forstorten der NLF kommt auch der Gestaltung der Waldinnen- und außenränder eine wichtige Bedeutung zu. Es sind heute vor allem lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten, die es in den zunehmend durch standortgerechte Schattbaumarten wie die Buche dominierten Wäldern schwer haben, zu überleben.

 

Eine wesentliche Stütze der Revierleiterinnen und Revierleiter der NLF sind die Funktionsstellen für Waldökologie und Waldnaturschutz, die i.d.R. jeweils zwei Forstämter beraten.

 

Download des LÖWE-Programms als pdf-Datei (4,4 MB)

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