Niedersächsisches Forstamt Unterlüß

Naturschutzprojekte

Die Hälfte der heutigen Wälder des Forstamtes sind aus Heideaufforstungen im 19. Jahrhundert entstanden. Die Weiterentwicklung dieser nadelholzreichen Pionierwälder hin zu naturnäheren Mischwälder mit den natürlichen Laubbäumen Eiche und Buche ist uns ein besonderes Anliegen und nach der „Langfristigen Ökologischen Waldentwicklung (LÖWE)“ eine zentrale Aufgabe.

 

In der Region ist das Forstamtsteam für seinen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur bekannt. Dies wird besonders durch die Pflege und Entwicklung der uns anvertrauten Naturschutz- und Natura 2000-Gebiete deutlich. Auf einer Gesamtfläche von 7250 Hektar gewährleisten wir Pflege und Schutz von seltenen, feuchten Eichen- und Eschenwäldern, trockenen Buchenwäldern, strukturreichen Bachtallandschaften, Mooren oder trockenen Heideflächen. Beim Artenschutz haben wir Erfolge beim Schutz störungsempfindlicher Vogelarten wie Schwarzstorch, Seeadler oder Sperlingskauz.

 

Einige der Naturschutzprojekte im Bereich des Forstamtes Unterlüß sind hier dargestellt.

Foto: C. Rothfuchs

Erhalt und Pflege von Heideflächen in der Süd- und Ostheide

 

Seit 2007 erhält das Forstamt Unterlüß die eigenen Heideflächen in den Landschaftsschutzgebieten Gifhorner Heide und Südheide sowie im Naturschutzgebiet Rössenbergheide durch so genanntes „Choppern“. Beim Choppern wird die Vegetations- und Humusdecke bis kurz vor dem Mineralboden abgetragen.

Die Heidesträucher sind in der Regel stark überaltert. Über die Jahrzehnte bildete sich auf den Heideflächen eine Humus- und Moosschicht, die zu einer Vergrasung der Heideflächen führt. Diesem natürlichen Prozess muss durch Aushagerung entgegen gewirkt werden. Nach der Bearbeitung keimen junge Heidepflanzen auf dem offenen Mineralboden. Die im Mineralboden verbliebenen Wurzeln treiben wieder aus, was zu jungen, konkurrenzstarken Heidesträucher führt.

In den kommenden Jahren sollen an geeigneten Stellen die angrenzenden Waldränder aufgelockert werden, um einen sanften Übergang von den Heideflächen zum Wald zu schaffen.

Foto: C. Rothfuchs

Renaturierung des Quellmoores vom Daller Bach

 

Im Naturpark und im Landschaftsschutzgebiet Südheide östlich von der Ortschaft Dalle gelegen, liegt das Quellmoor (historisch „Flussmoor“) des Daller Baches auf Flächen des Forstamtes Unterlüß.

Schon in der Vergangenheit wurde dieser Quellbereich durch menschliche Umgestaltungen verändert. Früher wurde das Quellwasser zur Speisung von Fischteichen genutzt. Die Teichzucht musste wegen zu geringer Wassermengen wieder aufgegeben werden, die alten Stauteichwälle sind im Gelände noch vorhanden. Später wurde der Verlauf des Daller Baches  künstlich ins Quellmoor verlängert, um diesen trocken zulegen. Teilflächen wurden eine Zeit lang als Grünland genutzt bevor sie aufgeforstet wurden.

Der Graben wird seit etwa 20 Jahren nicht mehr unterhalten, damit hat sich eine schleichende Vernässung von Teilflächen ergeben. Trotzdem hat der Graben weiterhin eine stark entwässernde Wirkung auf das ursprüngliche Quell- und Durchströmungsmoor.

2011 hat das Forstamt mit dem Einsatz einer Spezialmaschine für Nassstandorte einen Fichtenbestand entfernt. 2012 wurde der künstlich verlängerte Bach zurückgebaut, so dass sich wieder Quell- und Durchströmungssituationen einstellen werden.

Foto: R. Baumgart

Renaturierung der Bachoberläufe und deren Quellmoore im FFH Gebiet Lachte, Lutter, Aschau sowie im Naturschutzgebiet Obere Lachte, Kainbach, Jafelbach

 

Wie auch bei der o.a. Renaturierung des Quellmoores des Daller Baches, sollen ab 2014 im Waldgebiet Jafel die drei Quellbäche Jafelbach, Kuchsmoorgraben und Brandjenmoorgraben weiter renaturiert werden. Neben dem Rückbau von Gräben in den dazugehörigen Quellmooren soll in den natürlichen Bachabschnitten mit dem Einbau von Kies eine gewässertypische Sohle etabliert werden.

 

 

Foto: Movit

Berücksichtigung des Sperlingskauzes im LÖWE-Wald der Südheide - vom ständigen, unbekannten Jagdbegleiter zum Wappenvogel des Forstamtes

 

Das Forstamt Unterlüß liegt mit gut 6.000 ha im Vogelschutzgebiet Südheide. Als Wert bestimmende Art wird für dieses Gebiet neben Kranich, Schwarzstorch, See- und Fischadler auch der Sperlingskauz genannt. Die Südheide beherbergt mit 100 bis 120 Paaren laut der Niedersächsischen Vogelschutzwarte etwa die Hälfte des niedersächsischen Gesamtbestandes. Hiesige Ornithologen gehen sogar von bis zu 200 Paaren aus. Das Forstamt schätzt den Brutbestand auf den eigenen Flächen mit ca. 50 Paaren ein und liegt damit gleich auf mit den offiziellen Angaben für den niedersächsischen Harz.

Seit 2005 setzen sich die Förster im Forstamt Unterlüß mit den Lebensraumansprüchen unserer kleinsten heimischen Eulenart auseinander und berücksichtigen den Vogel bei der täglichen Arbeit. Dabei kooperieren die Landesforsten sowohl mit den zuständigen Naturschutzbehörden und der Niedersächsischen Vogelschutzwarte, als auch mit örtlichen Ornithologen. In diesen Jahren stieg der Sperlingskauz in der Wahrnehmung (im Ansehen) der Förster vom ständigen, unbekannten Jagdbegleiter während der Rotwildbrunft (Herbstaktivität des Sperlingskauzes) zum Wappenvogel des Forstamtes auf.

Eine wesentliche Schutzmaßnahme ist die Erhaltung eines Mosaiks an typischen Bruthabitaten über die gesamte Waldfläche. Es sind die 120 bis 150 jährigen Kiefernalthölzer aus der Zeit der ersten Heideaufforstung, die im Rahmen der LÖWE Planungen der Südheide in den kommenden Jahrzehnten in neue Waldgenerationen überführt werden. Diese Altholzflächen haben auf Grund der besonderen hiesigen klimatischen Verhältnisse eine hohe Beimischung von Fichten. Die Fichte strukturiert die Wälder, so wie es der Sperlingskauz liebt. Daher hat die Südheide eine der höchsten Sperlingskauzdichten in Deutschland, obwohl seine klassischen Vorkommen im Mittelgebirge liegen.

Die Habitatbaumausweisung im LÖWE-Programm wurde im Forstamt Unterlüß mit Blick auf den Sperlingskauz konkretisiert. Die Förster weisen bei der Überführung einer Altholzfläche ausreichend große Habitatbaumflächen aus, so dass ein Mosaik von Bruthabitaten erhalten bleibt. Zusätzlich werden alle bruttauglichen Höhlenbäume erhalten, solange sie nicht an Wegen und Parkplätzen aus Sicherheitsgründe entnommen werden müssen.

Mit der so abgestimmten Strategie gehen alle verantwortlichen Stellen davon aus, dass diese besondere Waldvogelart in der Südheide auch in Zukunft besonders gute Lebensbedingungen vorfinden wird. Der Vogel ist also bei den Niedersächsischen Landesforsten „In guten Händen“

Kompensationspool „Am Sauerbach“ – der alte Bach und das Moor

 

Auf 45 Hektar Moorstandorten wurden Kiefern-Fichtenforsten in lichte Birken-Kiefernmoorwälder überführt. Der historische Bachlauf des Sauerbaches wurde reaktiviert, es wurden mehrere Moorgewässer mit großen Flachwasserzonen geschaffen und der Wasserstand im gesamten Gebiet angehoben.

Mehr zum Kompensationspool "Am Sauerbach" finden Sie hier.

Ansprechpartner

Wenn Sie Fragen zu den Naturschutzprojekten haben, wenden Sie sich bitte an den zuständigen

Förster für Waldnaturschutz:

Christoph Rothfuchs, Telefon 05827 / 9872-0 

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Übersichtskarte Forstamt Unterlüß

Niedersächsische Landesforsten

Forstamt Unterlüß

Weyhäuser Str.15

29345 Unterlüß

 

Tel.: 05827-9872-0

Fax: 05827-9872-55

EMail: poststelle(at)nfa-unterlue.niedersachsen.de

www.landesforsten.de/unterluess