Niedersächsiches Forstamt Ankum

Naturwald Großer Freeden

Großer Freeden - der blühende Berg

Im Frühjahr blüht hier der Lerchensporn in bunten Teppichen - die "Freedenblüte"

Der Große Freeden mit einer Höhe von 269 Meter über NN besteht aus steil gestellten Kalksteinbänken und Mergellagen aus der oberen Kreidezeit. Vom Kamm aus fällt der Nordhang fast hundert Meter steil ab. Der flachere Südhang ist von mächtigem Lößlehm überdeckt. Die insgesamt sehr naturnahen Pflanzengesellschaften kommen in verschiedenen Buchenwald-Lebensräumen vor.

 

Berühmt ist die „Freedenblüte“ im Frühjahr, wenn der Hohle Lerchensporn einen bunten Blütenteppich in den noch kahlen Buchenwald zaubert.

 

Als historisch alter Wald eignet sich der Freeden sehr gut für eine ungestörte Waldentwicklung. Die hier vorkommenden Nacktschneckenarten Schwarzer Schnegel und Pilzschnegel sowie der Glatte Laufkäfer sind an dauerhaft bestehende Wälder gebunden. So bietet der Große Freeden beste Voraussetzungen für eine künftige Urwalddynamik in den alternden Buchen. Die Buchen sind zwischen 90 und 140 Jahre alt. Die eigentliche Alterungs- und Zerfallsphase setzt bis auf einzelne Störungen, wie in dem Sturmloch, ab dem Alter 200 ein.

 

Mit einer Größe von 41,3 Hektar ist der Große Freeden der einzige Naturwald im Wuchsbezirk Osnabrücker Berg- und Hügelland. Bereits seit Jahrzehnten werden waldökologische Untersuchungen durchgeführt.

 

Künftig wollen die Naturwaldforscher von der zuständigen Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen besonders das Konkurrenzverhältnis von Buche und Esche, die Vorrats- und Totholz-Dynamik und die Entwicklung der Baumverjüngung beobachten.

 

Der Naturwald ist Bestandteil des 224 Hektar großen Naturschutzgebietes Freeden und gehört als FFH-Gebiet Teutoburger Wald/Kleiner Berg zum europäischen Naturschutzgebietsnetz Natura 2000.

Historische Ansichtskarte: Blick auf den Großen Freeden mit Kahlschlag in der Mitte. Um 1910.
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