PEFC-Zertifizierung
PEFC: Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes
Die Zertifizierung der niedersächsischen Waldbewirtschaftung
Die Zertifizierung der Waldbewirtschaftung gibt dem Verbraucher die Sicherheit, dass das gekaufte Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Die zwei wichtigsten in Niedersachsen derzeit vergebenen Qualitätssiegel für die Waldbewirtschaftung sind das FSC- und das PEFC-Gütesiegel.
Eine große Zahl von Waldbesitzern in Niedersachsen haben sich entschieden ihre Wälder nach PEFC zertifizieren zu lassen. Das heißt, dass sie einen ganzheitlichen,
- ökologisch verträglichen,
- sozial verantwortungsvollen
- und ökonomisch sinnvollen
Umgang mit Wald belegen und von unabhängiger Stelle kontrollieren lassen.
Die PEFC - Zertifizierung in Niedersachsen
Am 30. August 2000 hat Niedersachsen als erstes Bundesland außerhalb der PEFC-Pilotregionen Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen die Konformitätserklärung durch die unabhängige Zertifizierungsstelle DQS erhalten.
Damit wurde den beantragenden, niedersächsischen Waldbesitzern bestätigt, dass der Regionale Waldbericht und das interne Kontrollverfahren zur Systemstabilität die Anforderungen von PEFC erfüllen. Derjenige Waldbesitzer, der sein Holz mit dem PEFC-Gütesiegel auszeichnen will, muss sich zuvor mit der Unterzeichnung einer Selbstverpflichtungserklärung zur Einhaltung der "PEFC-Leitlinien zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung" (aktuelle Fassung bei www.pefc.de) verpflichten. So erhält er die Berechtigung, sein Holz mit dem PEFC-Siegel zu kennzeichnen.
Die Niedersächsischen Landesforsten sind seit der Unterzeichnung der Selbstverpflichtungserklärung durch den damaligen niedersächsischen Landwirtschaftsminister Bartels am 29. September 2000 im Besitz des PEFC-Zertifikates.
Im Oktober 2005 haben die Niedersächsischen Landesforsten die Urkunde für die zweite Zertifizierungsperiode (bis 2010) erhalten.
Der Weg zum Zertifikat
Bereits im Herbst 1999 gründete sich eine regionale Arbeitsgruppe (jetzt der PEFC Beirat Niedersachsen), welcher Vertreter des Waldbesitzes, der Umweltverbände, der Arbeitnehmer, der forstlichen Lohnunternehmer, der Holzindustrie und des Holzhandels angehören. Sie erarbeitete bis zum März 2000 den Regionalen Waldbericht und im Anschluss daran das Verfahren zur Systemstabilität.
Schon während dieses Prozesses stellten die Vertreter des niedersächsischen Waldbesitzes beim PEFC den Antrag auf Zertifizierung der Region Niedersachsen.
Nach eingehenden Kontrollen und einigen Anpassungen im Bereich des Verfahrens zur Systemstabilität erklärte die Firma DQS die Vereinbarkeit der erarbeiteten Grundlagen mit dem PEFC-Zertifizierungssystem und erteilte damit der Forstwirtschaft in Niedersachen das Recht, das PEFC-Zertifikat zu erwerben.
Um das Zertifikat dauerhaft führen zu dürfen, finden alle fünf Jahre Wiederholungsprüfungen (Begutachtung der Region) statt, um zu gewährleisten, dass die Kriterien zur Waldbewirtschaftung von den Antragstellern dauerhaft eingehalten werden. Die Wiederholungsprüfungen entsprechen inhaltilich im Wesentlichen der Erstprüfung.
Die erste Wiederholungsprüfung hat Niedersachsen vor kurzem erfolgreich bestanden.
Auswirkungen des Zertifikates für die Niedersächsischen Landesforsten
Mit der Unterzeichnung der Selbstverpflichtungserklärung durch den damaligen Landwirtschaftsminister Bartels sind die "Leitlinien für nachhaltige Waldbewirtschaftung" nach PEFC zu einem wichtigen Handlungsgrundsatz bei der Bewirtschaftung der Landesforsten geworden.
Es wird davon ausgegangen, dass der LÖWE-Waldbau den Anforderungen der Leitlinien in allen Punkten problemlos gerecht wird.
Kontrollen
Die Firma DQS überprüft die Einhaltung der "Leitlinien für nachhaltige Waldbewirtschaftung" und die Umsetzung des "Verfahrens zur Systemstabilität" jährlich auf einem zufällig ausgewählten Flächenanteil von ca. 10 % der zertifizierten Betriebe. Diese externen Kontrollen werden durch Selbstkontrolle der niedersächsischen Forstwirtschaft wirksam ergänzt.
Die Konsequenzen bei festgestellten Abweichungen von den Leitlinien reichen je nach Einzelfall von "Aufklärung" bis zum Entzug des Zertifikates.
Im Sommer jeden Jahres findet die öffentliche Ziehung der Betriebe statt, die im Rahmen der PEFC-Kontrollstichprobe in der Region Niedersachsen von Gutachtern der Firma DQS überprüft werden sollen. Im Anschluss daran folgen die PEFC-Kontrollen im Herbst. Mindestens zwei Forstämter der Niedersächsischen Landesforsten werden dabei überprüft.
Ein Teil dieser Kontrollen wird auf Wunsch des PEFC-Beirates als "Gläserne Kontrolle" für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Ergebnisse der Kontrollen werden in einem jährlichen Bericht für Niedersachsen zusammengefasst. Auszüge aus den Auditberichten für Niedersachsen der Firma DQS können im Internet unter www.pefc.de eingesehen werden. Dort gibt es auch weitere Informationen zu den Kontrollen.
Das Zertifizierungsverfahren
Sehr stark vereinfacht erfolgt die Zertifizierung der Waldbewirtschaftung im PEFC-System folgendermaßen:
Die Waldbesitzer eines Bundeslandes erstellen gemeinsam mit Vertretern der Berufsverbände, des Holzhandels und der Holzindustrie sowie mit Vertretern von Umweltverbänden einen regionalen Waldbericht. Dieser Waldbericht, der ein zentraler Bestandteil der Zertifizierung nach PEFC ist, wird einem unabhängigen Zertifizierer vorgelegt. Dieser überprüft, ob die mit dem Waldbericht belegte Form der Bewirtschaftung den hohen Ansprüchen der PEFC–Zertifizierung gerecht wird.
download des Regionalen Waldberichtes (pdf-Datei)
Ist dies der Fall, so können nun die Waldbesitzer des Bundeslandes die Nutzung des Zertifikats beantragen. Dabei müssen sie sich verpflichten, klar definierte Bewirtschaftungsstandards einzuhalten. Die Einhaltung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung wird im jährlichen Turnus durch die Zertifizierungsstelle überprüft. Sollten einzelne Waldbesitzer gegen die Regeln einer nachhaltigen Bewirtschaftung nach PEFC verstoßen, wird ihnen das Zertifikat entzogen.
PEFC-Beirat Niedersachsen
Der PEFC-Beirat Niedersachsen (früher PEFC-Arbeitsgruppe Niedersachen) setzt sich aus Vertretern folgender Organisationen zusammen:
- Arbeitsgemeinschaft forstwirtschaftlicher Lohnunternehmer (AfL-Nds.)
- Arbeitsgemeinschaft Kommunalwald Bund Deutscher Forstleute (BDF)
- Arbeitskreis Kommunalwald
- Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bundesforst)
- Bundesverband Deutscher Holzhandel e.V.
- Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
- Industriegewerkschaft Bauen – Agrar – Umwelt (IG B A U)
- Landwirtschaftskammern
- Naturschutzbund (NABU)
- Naturschutzverband Niedersachsen e.V. (NVN)
- Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. (LBU)
- Landesjägerschaft Niedersachsen
- Niedersächsischer Heimatbund
- Niedersächsische Landesforsten
- Waldbesitzerverband Weser-Ems
- Vertreter der Forstgenossenschaften
- Waldbesitzerverband Hannover in Niedersachsen
- Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Nds. (SDW)
Die wesentlichen Aufgaben des PEFC-Beirates Niedersachsen sind die Erarbeitung und Aktualisierung des Waldberichtes sowie die Begleitung der internen und externen Kontrollen.
PEFC in Europa: www.pefc.org
PEFC - Regionaler Waldbericht Niedersachsen
Der Regionale Waldbericht Niedersachsen (Stand 15. Oktober 2005) steht als Kurzfassung zum Download bereit.
Inhalt:
1. PEFC - Ziele und Verfahren
2. Allgemeine Daten zur Waldregion Niedersachsen
3. Kriterien und Indikatoren
4. Anhang
download als pdf-Datei (1,7 MB)




