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29.06.2016

Landesforsten 2015 mit einem soliden Ergebnis

Deutlicher Gewinnrückgang durch Stürme und nachgebende Holzpreise

(Braunschweig) Die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) schließen das Geschäftsjahr 2015 im Forstwirtschaftsbetrieb mit einem operativen Jahresüberschuss von 10,6 Mio. Euro gegenüber 17,9 Mio. Euro im Vorjahr ab. „Das Ergebnis fällt damit deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren aus. Es zeigt aber gleichzeitig, dass die Landesforsten auch in schwierigeren wirtschaftlichen Situationen ein solides Ergebnis und damit einen angemessenen Gewinn erwirtschaften“, fasst Dr. Klaus Merker, Präsident der NLF, das Geschäftsjahr 2015 zusammen. 70 % des Gewinns werden nach Beschluss des Verwaltungsrates der NLF an das Land Niedersachsen überwiesen.

 

In Folge des Orkans „Niklas“ im März 2015, der vor allem größere Sturmholzmengen in Bayern und Österreich geworfen hatte, kam es zu deutlichen Preisnachlässen bei Fichten- und Kiefernstammholz in der Größenordnung von 10 %. Die instabile Marktlage wurde dann durch mehrere lokale Sommerstürme noch weiter verschärft, sodass auch andere Holzsortimente unter Preisdruck gerieten. Insgesamt mussten die Landesforsten 300 000 Kubikmeter Sturmholz (= 20 % der Gesamterntemenge) aufarbeiten und vermarkten. Um den hohen Druck in den Märkten zu reduzieren, wurde zeitweilig die Frischholzernte bei Fichten und Kiefern gestoppt. Die Holzerntemenge 2015 wurde auf 1,6 Mio. Kubikmeter zurückgenommen, das sind 100.000 Kubikmeter weniger als in normalen Jahren. Auf das Ergebnis drückten zudem die deutlich höheren Aufarbeitungskosten von 28 Euro je Kubikmeter (+3,10 €), weil die vielen aufzuarbeitenden Windwurfnester in der Fläche deutlich mehr Arbeit verursachten.

„Der Gewinnrückgang ist somit in erster Linie sturmbedingt. Der stärkste Ergebniseffekt resultiert aus der um 100 000 Kubikmeter geringeren Holzerntemenge zur Marktstabilisierung im Nadelholz. Die betrieblichen Entscheidungen angesichts der fragilen Marktlage haben sich als richtig erwiesen, auch wenn das Ergebnis dadurch geringer ausfällt. Dies zeigt vor allem der fast unveränderte Durchschnittserlös für unsere vermarkteten Holzmengen mit 63,02 Euro je Kubikmeter (Vorjahr: 63,73 €)“, analysiert Merker.

 

Die Umsatzerlöse im Forstbetrieb sanken entsprechend um 5 % auf 125,9 Mio. Euro gegenüber 133 Mio. Euro im Vorjahr. Tragende Säule des Umsatzes ist und bleibt das Holzgeschäft mit 80% (Vorjahr: 82 %). „Das vergangene Geschäftsjahr macht die Abhängigkeit der Landesforsten von den weltweiten Holzmärkten sehr deutlich, daher ist der vor einigen Jahren eingeschlagene Weg der Geschäftsdiversifizierung enorm wichtig“, unterstreicht Merker. Als weitere Geschäftsfelder entwickeln die Niedersächsischen Landesforsten Dienstleistungen, so zum Beispiel im Bereich von Naturschutz, touristischen Angeboten, Friedwäldern und der Jagd. Auch der Bodenabbau liefert zusätzliche Erlöse. Etwa 20 % der Umsatzerlöse werden mit diesen Angeboten erzielt.

 

Mit rund 1 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind die Landesforsten der wichtigste forstliche Arbeitgeber vor allem in den ländlichen Regionen Niedersachsens. 2015 wurden 96 Auszubildende zum Forstwirt sowie jeweils zwei Auszubildende zum Fischwirt und Tierpfleger, 18 Forstreferendare, 54 Forstanwärter sowie 176 Hochschul- und Fachoberschulpraktikanten ausgebildet. 46 neue zum großen Teil selbst ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr 63) aller Berufsgruppen wurden neu eingestellt. Zudem erteilten die Landesforsten Aufträge in Höhe von 38,9 Mio. Euro an forstliche Unternehmer (Vorjahr 37 Mio. EURO), im überwiegenden Familienbetriebe, die in den strukturschwachen ländlichen Räumen leben und arbeiten.

Neben der Verjüngung der Belegschaft bildet die Pflanzung einen Arbeitsschwerpunkt. Wie in den Vorjahren haben die NLF knapp 4 Mio. Pflanzen in die Verjüngung ihrer Waldbestände investiert (v.a. Buchen, Eichen und Douglasien), um die langfristige ökologische Waldentwicklung zu gewährleisten. Mischbestände sollen die Wälder stabil gegen den Klimawandel machen. Einen weiteren Aufgabenschwerpunkt bildete 2015 die „Nationale Biodiversitätsstrategie“. Hier wurde eine mögliche Flächenkulisse für das erklärte Ziel der Landesregierung von 10 % natürlicher Waldentwicklung im Landeswald erarbeitet. Dieser Prozess wird voraussichtlich in 2016 auf politischem Wege abgeschlossen werden.

 

Für die Dienstleistungen, die die Landesforsten 2015 im Auftrag des Landes Niedersachsen erbracht haben, erhielten sie eine Finanzhilfe in Höhe von 22,5 Mio. Euro. Dabei sind die beiden Geschäftsfelder „Betreuung von Waldbesitzern“ und „Erholung, Waldpädagogik, Walderlebnis“ die finanz- und personalintensivsten Dienstleistungen. Die Landesforsten betreuen etwa 1 000 Forstbetriebe mit 77 000 Hektar. In der Waldpädagogik konnten fast 100 000 Kinder und Jugendliche 2015 erreicht werden, gleichzeitig besuchten 290 000 Gäste die Walderlebniseinrichtungen der Landesforsten. Die Zahl der Millionen Besucher im Landeswald, die hier täglich spazieren gehen, wandern, joggen, walken, reiten oder Fahrrad fahren, lassen sich nur schätzen. „Das Geschäftsumfeld 2016 entwickelt sich nach wie vor eher schwierig, die wirtschaftliche Entwicklung in den verschiedenen Holzmärkten ist weiterhin sehr unterschiedlich. Daher gehen wir zurzeit in unseren Planungen davon aus, dass 2016 ein Ergebnis auf dem Niveau von 2015 erreichbar ist“, so Merker.

 

Weitere Information zu den Niedersächsischen Landesforsten lesen Sie unter www.landesforsten.de


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