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29.08.2017

Ein Nordamerikaner auf dem Vormarsch

Fachtagung zum Waschbären im Jagdschloss Springe

(Springe) Eine Tagung zur Lebensweise des Waschbären und seine Auswirkungen auf die Tierwelt fand im Jagdschloss Springe auf Einladung des NABU Springe und des Forstamtes Saupark statt. Der Waschbär, ursprünglich in Nordamerika beheimatet, hat sich in Niedersachsen flächendeckend ausgebreitet und dabei auch Dörfer und Städte besiedelt. Ornithologen, aber auch naturliebende Bürger machen sich Sorgen und befürchten eine Dezimierung seltener Vogelarten durch den Waschbären.

 

Diplombiologe Dr. Frank-Uwe Michler konnte die Befürchtungen relativieren. Er stellte wissenschaftliche Untersuchungen aus dem Müritz-Nationalpark vor, die belegen, dass die Nahrung des Waschbären nur zu drei  Prozent aus Vögeln und zu fünf Prozent aus Amphibien besteht. Den weitaus größten Anteil der Nahrung des Allesfressers nehmen pflanzliche Produkte und Weichtiere ein. Allerdings wies er darauf hin, dass die Untersuchungsergebnisse nicht in jedem Fall auf andere Regionen übertragbar sind.

Egbert Günther, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde in  Halberstadt, referierte über den Einfluss des Waschbären auf die Bestände von Naturhöhlenbrütern und Großvögeln im Ostharz. Sein Fazit lautete, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um den Einfluss des Waschbären auf bestimmte Vogelarten besser einschätzen zu können.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete ein Vortrag von Berufsjäger Christian Hembes, der den nachtaktiven Waschbären sehr erfolgreich mit der Falle bejagt. Sein Rat an Gartenbesitzer und Vogelfreunde: Kein Nahrungsangebot für das Tier in Mülltonnen oder Kompostbehältern schaffen. Außerdem wies er darauf hin, dass die Fallenjagd nur mit einem entsprechenden Sachkundenachweis ausgeübt werden darf.

 

Nach dem Mittagessen fand ein Besuch der putzigen und intelligenten Tiere im Wisentgehege statt. Hier hatten Karl Haverkamp und Melina Hennig eine besondere Demonstration vorbereitet: Sie zeigten, wie geschickt die lebhaften Tiere mit ihren Vorderläufen hantieren können, um sich mit Nahrung zu versorgen. Gezeigt wurde aber auch, mit welchen speziellen Nistkastenkonstruktionen man dem Kleinbären den Zugriff in eine Nisthöhle erschweren kann.

 

 Weitere Informationen zu den Niedersächsischen Landesforsten finden Sie unter www.landesforsten.de und zu

 

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