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11.01.2017

Eichen-Pflanzoffensive im Forstamt Neuenburg beginnt

Milde Wintertage gut für Pflanzung

(Neuenburg/Varel) Beginnend mit dem Vareler Wald hat das Forstamt Neuenburg jetzt mit der Pflanzung von Eichen begonnen. Dort werden am Sumpfweg und auf der Obenstroher Seite etwa 10.000 Großpflanzen auf zwei Freiflächen gesetzt, die im letzten und vorletzten Jahr entstanden sind. In einigen Tagen wird außerdem im Seghorner Wald und anschließend im Neuenburger Holz die Neupflanzung von Eichen starten. „Wir gehen mit der Pflanzung von etwa anderthalb Meter großen Eichen mit Baggerhilfe neue Wege, nachdem andernorts damit gute Erfahrungen gemacht wurden“, weist Forstamtsleiter Dr. Martin Dippel auf das ungewohnte Bild hin, welches einen Wildzaun erübrigt und auch vermeiden soll, dass kleine Eichensämlinge mühsam von bedrängendem Bewuchs freigeschnitten werden müssen. Revierförster Tobias Gebers, der die Aktion in Varel leitet, freut sich, bereits jetzt pflanzen zu können: „Wir nutzen die vielen frostfreien Wintertage hier im Nordwesten um zeitig zu pflanzen und reduzieren damit das Anwuchsrisiko in einem womöglich trockenen Frühjahr.“

 

In den Wäldern der Friesischen Wehde  werden in diesem Winter im Ganzen rund 40.000 Eichen gepflanzt. Neben dem Vareler Wald wird schwerpunktmäßig im Seghorner Wald und auch im  Neuenburger Holz für Nachwuchs gesorgt. „Die Eiche ist sehr lichtbedürftig und dazu die einzige Baumart, die sich in unseren Breiten kaum natürlich aussät, daher bleibt das Pflanzen auf kleinen Freiflächen die einzige Möglichkeit, diese ökologisch und ökonomisch wichtige Baumart dauerhaft zu erhalten.“ erläutert Forstamtsleiter Dippel die umfangreichen Pflanzarbeiten.

 

Aufgrund der seltenen Eichen-Masten waren Eichen-Jungpflanzen in den letzten Jahren nicht in ausreichender Zahl vorhanden. In diesem Winter und Frühjahr stehen nun sogenannte Eichen-Heister aus der eigenen Saatguternte des Forstamtes Neuenburg im Jahre 2013 zur Verfügung, die zu einer konzentrierten Pflanzaktion genutzt werden.

 

Eichen-Großpflanzen mit Bagger-Pflanzverfahren haben sich in früheren Pflanzungen zum Beispiel im Hasbruch bereits bewährt, das Verfahren wird nun erstmals auch in der Friesischen Wehde eingesetzt. „Die Großpflanzen mit ihren langen Wurzeln erreichen offenbar ein für die Eiche zuträgliches pH-Wert-Milieu in tieferen Bodenschichten und entwickeln sich gut.“ ergänzt der für Neuenburg und Seghorn zuständige Revierförster Martin Susse die Vorteile über den eingesparten Wildschutzzaun und den geringeren Aufwand beim Ausmähen hinaus.

 

Im gesamten Bereich des Forstamtes Neuenburg sollen in dieser Saison 79.000 Eichen gesetzt werden. Mit einem Flächenanteil von 26 Prozent sind die Eichen die am häufigsten vorkommende Baumart im Forstamt Neuenburg. Da sehr viele dieser Eichenwälder als FFH-Gebiete und auch Naturschutzgebiete ausgewiesen sind, ist dort der Erhalt der Eichenlebensraumtypen vorgegeben. Darüber hinaus werden auch ehemalige Nadelwaldbestände durch Pflanzung von Eiche gerade in den FFH-Gebieten zur Erweiterung des Eichenanteils genutzt. In den ganzen Niedersächsischen Landesforsten hat die Eiche lediglich einen Anteil von 11 Prozent der Waldfläche, so dass das Forstamt Neuenburg als ein Eichen-Schwerpunktrevier mit entsprechender Verantwortung für den Erhalt dieser Baumart gilt.


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