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17.01.2017

Sturmtief Kyrill im Forstamt Ankum

Eine Bilanz nach 10 Jahren

(Ankum/Landkreise Osnabrück, Emsland, Grafschaft Bentheim) Am Abend des 18. Januar 2007 zog das Sturmtief Kyrill mit seinen Randausläufern aus Richtung Nordwesten kommend durch das südliche Emsland und den südlichen Landkreis Osnabrück. Binnen weniger Stunden wurden 110.000 Kubikmeter Sturmholz geworfen, 8 Prozent des gesamten Sturmholzanfalls von 1,4 Millionen Kubikmetern, den die Niedersächsischen Landesforsten ansonsten im Weserbergland, im Harz und im Solling vor allem in den windexponierten Höhenlagen zu verzeichnen hatten. Bis 2010 hatte man die Sturmhölzer im Forstamtsbereich aufgearbeitet und 161 Hektar stark geschädigter Flächen waren neu aufgeforstet. Wurden durch den Sturm überwiegend Fichten und Kiefern umgeworfen, macht die Bilanz der angepflanzten Baumarten den Waldumbau zu mehr Mischwald und mehr Laubbäumen deutlich. Fast die Hälfte aller nachgepflanzten Bäume waren Laubbäume (vor allem Eichen und Buchen) und bei den Nadelbäumen überwog die Pflanzung der relativ widerstandsfähigen Douglasie. „Während im Bereich des Teutoburger Waldes der Neuaufbau des Waldes mit Laubbäumen überwog, wurde auf den armen Sandstandorten im Flachland eher Douglasie mit Buche gepflanzt“, erläutert Forstamtsleiter Ulrich Zeigermann den vollzogenen Wechsel.

 

Aus Anfangs geschätzten 60.000 Kubikmetern Schadholz waren nach der Aufarbeitung aller Schadhölzer dann 110.000 Kubikmeter Nutzholz geworden, das entspricht gut dem doppelten jährlichen Holzeinschlag (120 %) des Forstamtes Ankum. Durch den Einsatz moderner Holzerntemaschinen konnte das Sturmholz zügig aufgearbeitet und vermarktet werden. Während im Flachland der Sturm viele einzelne Bäume und kleinere unregelmäßige Kahlflächen und Auflichtungen hinterlassen hatte, schuf Kyrill im Bergland auch größere Kahlflächen. Dort wo der verbleibende Wald die Sturmlücken voraussichtlich nicht von selbst schließen konnte, entschloss sich das Forstamt zu Aufforstungen. So wurden die verlichteten Kiefernwälder im Flachland (Grafschaft/südl. Emsland) überweiegend mit Buchen und Douglasien ausgepflanzt, teilweise auch mit Roteichen. „Die gepflanzten Bäume sind gut angewachsen und ziehen jetzt in die Höhe, so dass man den künftigen Mischwald aus alten Kiefern mit jungen Buchen und Douglasien schon gut erkennen kann“, freut sich der Lingener Revierförster Wilhelm Warning im Revierteil Klausheide bei Nordhorn über den sich abzeichnenden Waldumbau.

Auch im Raum Osnabrück ist der Waldumbau, der mit der Sturmschadensbeseitigung stattfand, gut sichtbar. So wurde am Rande des der Ortschaft Belm bei Osnabrück ein ganzer Berghang mit Fichten vom Sturm umgeworfen. „Wir haben als Ersatz Eichen, Buchen, Kirschen und Ahorn gepflanzt, die deutlich weniger sturmempfindlich sind als der Vorbestand“, erläutert der damalige Forstamtsleiter Bernd Schwietert, jetzt im Ruhestand, das damalige Vorgehen.

 

Hintergrund:

Das Forstamt Ankum ist das südwestlichste der 24 Forstämter der Niedersächsischen Landesforsten. Von Melle bis Papenburg betreuen die 35 Mitarbeiter rund 12.000 Hektar Landeswald und sorgen dort nachhaltig für den Einschlag von jährlich 60.000 Kubikmeter Nutzholz und kümmern sich um Naturschutz- und Erholungsbelange im Wald. Mit umfangreichen Pflanzmaßnahmen von durchschnittlich 100 Hektar jährlich, setzen sie das Ziel der Niedersächsischen Landesforsten, mehr Mischwald und einen höheren Anteil von Laubbäumen zu etablieren, kontinuierlich fort.

 

 

 


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