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14.02.2018

Der scheuen Wildkatze auf der Spur

Niedersächsische Landesforsten unterstützen Wildkatzen-Monitoring des BUND

Von links: Andrea Krug, Marius Demir, Philine Müller- Klug und Klaus Müller- Klug bei der Einweisung in die Lockstockuntersuchung

(Göhrde) Das Forstamt Göhrde unterstützt eine großflächige Untersuchung des BUND Niedersachen, der zusammen mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) der seltenen Europäischen Wildkatze auf der Spur ist. In diesem Jahr konzentriert sich das Monitoring auf das östliche Niedersachsen mit den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg, um hier Hinweise auf eine eventuelle Wiederbesiedlung zu bekommen. In Südniedersachsen konnte sie bereits flächendeckend nachgewiesen werden. Zum Nachweis bedient man sich einer bundeseinheitlichen Methode, der sogenannten Lockstockuntersuchung.

Die Lockstöcke befinden sich überwiegend auf den Waldflächen der Landesforsten, weil deren naturnahe Waldstrukturen ideale Lebensbedingungen für das seltene Wildtier bieten. Im Bereich Göhrde unterstützen Naturschutzförster Hans Jürgen Kelm und die örtlich zuständigen Revierförster zusammen mit ehrenamtlichen Helfern das Monitoring. Einer der ehrenamtliche Helfer ist Klaus Müller Klug zusammen mit seiner Enkeltochter Philine, er erklärt das Verfahren: „ Wir besprühen raue Lockstäbe mit Baldrian. Der Duft hat eine fast schon „magnetische Wirkung“ und zieht die umherstreifenden Katzen an, beim Reiben am angerauten Holz hinterlassen die Tiere ihre Haare. Alle sechs bis sieben Tage, bis Ende März, müssen wir die Lockstäbe aufsuchen, auf Haare untersuchen, abflämmen und wieder neu mit Baldrian besprühen“.

Kelm erklärt weiter: „Die Haarproben werden anschließend im Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen genetisch analysiert. Erst dann kann man sicher davon ausgehen, dass die schöne und seltene Wildkatze auch in Ostniedersachsen wieder zuhause ist. Die Europäische Wildkatze ist, anders als unsere Hauskatzen, eine echte Ureinwohnerin Europas. Sie lebt bevorzugt in naturnahen Wäldern und steht damit wie kaum ein anderes Tier für eine intakte, strukturreiche Waldlandschaft in Deutschland. Sie brauchen so genanntes Totholz oder Baumhöhlen als Verstecke und zur Aufzucht ihrer Jungen, wilde Wiesen und Waldränder für die Jagd nach Mäusen, ihrer Hauptnahrung“.

 

 


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