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19.02.2018

Sozialversicherung und Landesforsten wollen Unfälle bei der Holzernte vermeiden

Beseitigung der Schäden des Sturms Friederike

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) und die Niedersächsischen

Der Sturm Friederike hat in den Wäldern Südniedersachsens und besonders des Sollings erhebliche Schäden angerichtet. Allein im Niedersächsischen Forstamt Neuhaus (Solling) wurden rund 400.000 Bäume durch die Windböen umgedrückt oder abgebrochen. Die Aufarbeitung dieser Bäume zu verkaufsfähigen Holzsortimenten ist eine besonders unfallträchtige Tätigkeit für Forstwirte und Waldarbeiter. Die Bäume liegen in unübersichtlichen Verhauen übereinander und können sich beim Abtrennen des Stammes vom Wurzelstock mit der Motorsäge plötzlich unkontrollierbar und heftig bewegen und dabei die Motorsägenführer gefährden.

 Christian Lüschow ist technischer Aufsichtsbeamter der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Lüschow weiß um die Gefahren, die derzeit im Wald lauern: „Bei der Aufarbeitung der Bäume nach den Stürmen Kyrill und Lothar hat es in allen Teilen Deutschlands leider viele schwer verletzte und sogar getötete Waldarbeiter gegeben. Um schwere Unfälle als Folge von Friederike zu vermeiden, soll das Abtrennen der Bäume vom Wurzelteller überwiegend durch Holzerntemaschinen wie dem Harvester erfolgen. Wo das nicht möglich ist, sollen Bagger mit Sortiergreifer oder Forstspezialschlepper mit Seilwinden Forstwirte bei der Motorsägenarbeit unterstützen und die Bäume beim Trennschnitt arretieren“, fordert Lüschow. Auf keinen Fall dürften ungeübte Personen ohne Forstwirtausbildung und ohne Erfahrung in Windwurfbeständen solches Sturmholz aufarbeiten. Diese sogenannten „Hobby – Säger“ seien mit den besonderen Anforderungen in Windwürfen hoffnungslos überfordert und würden sich und andere an Leib und Leben gefährden, betont der Fachmann von der Sozialversicherung.

 Auch Förster Peter Winkelmann von den Niedersächsischen Landesforsten will keine „Freizeit-Säger“ im Wald antreffen: „Nachdem wir gesehen haben, wie gravierend sich die Folgen von Friederike auswirken, haben wir die Waldeigentümer und die forstlichen Unternehmer sensibilisiert und darauf hingewiesen, dass ausschließlich Profis an die Arbeit gehen dürfen“, unterstreicht der Sachgebietsleiter für Waldarbeit und Forsttechnik in der Betriebsleitung der Niedersächsischen Landesforsten.

 Im Bereich der Forstämter Dassel und Neuhaus sind nur professionelle Kräfte im Einsatz wie die eigenen Forstwirte der Niedersächsischen Landesforsten und auf den Holzeinschlag spezialisierte forstliche Dienstleistungsunternehmen. Letztere wurden am 14. Februar 2018 unangemeldet durch Christian Lüschow und die zuständigen Förster des Forstamtes sowie der Betriebsleitung der Landesforsten in Braunschweig besucht und auf die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen und den ordnungsgemäßen Zustand der technischen Ausstattung überprüft. Dazu gehört vor allem die persönliche Schutzausrüstung (signalfarbene Kleidung, Schnittschutzhosen – und –stiefel, Helm mit Helmfunk), die Sägen und Maschinen, die in Kombination mit den Forstwirten arbeiten. Christian Lüschow und Peter Winkelmann stellten zum Abschluss der Bereisung nur relativ geringfügige Mängel fest, die von den Unternehmern umgehend beseitigt wurden.


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