Waldpädagogikzentrum Göttingen - RUZ Reinhausen

Streuobstwiesen-Programm

Streuobstwiese: Apfelernte mit vollem Körpereinsatz

Streuobstwiesen gehören heutzutage zu den stark gefährdeten Biotopen gemäß der Roten Liste. Das RUZ Reinhausen kann gleich vier Streuobstwiesen mit einer Gesamtgröße von rund 10 ha nutzen. In den letzten Jahren haben wir auf diesen Obstwiesen mit diversen Schulklassen über 300 Hochstämme alter Obsorten nachgepflanzt. Die zahlreich vorhandenen alten knorrigen Obstbäume und der Lebensraumverbund mit den angrenzenden Hecken und Wäldern machen unsere Streuobstwiesen zu einem der arten- und strukturreichsten Refugien ihrer Art in Südniedersachsen. Zur wichtigen Lebensraumfunktion von Streuobstwiesen gibt die Station 8 unseres Hautflügler-Lehrpfades mit ihrer Schautafel "Lebensraum Streuobstwiese" nähere Auskunft. Was passiert, wenn Streuobstwiesen nicht mehr regelmäßig gepflegt werden, vermittelt die Schautafel "Von der Streuobstwiese zum Wald".

 

Unser Veranstaltungsangebot richtet sich an alle Schulformen und schließt von der Lebensraumerkundung im Frühjahr und Sommer über die Apfelernte und Saftherstellung im Herbst bis zum Obstbaumschnitt im Winter alle Jahreszeiten mit ein.

 

Streuobstwiese in der Grundschule

Natur erleben: Alte Obstbäume laden zum Klettern ein.

Für die Grundschule bietet sich ab der 2. Klasse die Apfelernte im Herbst an, bei der nach einer spielerischen Strukturerkundung der Streuobstwiese die Ernte und Verarbeitung von Streuobstäpfeln zu Apfelsaft und Apfelgelee auf dem Programm steht.

 

Außerdem können die Grundschulkinder die Streuobstwiese während der Obstbaumblüte oder im Sommer erlebnisorientiert erkunden. Bei der Suche nach dem kleinsten, dicksten, krummsten oder komischsten Obstbaum lernen sie dann eine ganze Menge über die Strukturvielfalt und die Pflegenotwendigkeit einer Streuobstwiese. Beim Baumschütteln fällt ihnen die reichhaltige Tierwelt eines alten Streuobstbaumes buchstäblich auf den Kopf, bzw. auf das ausgebreitete Laken, wo man die Käfer und Raupen in Ruhe beobachten kann.

Streuobstwiese in der Sekundarstufe 1

Schüler stellen ihren eigenen Streuobst-Apfelsaft her

Für die Sekundarstufe 1 kommen sowohl die Apfelernte im Herbst als auch die Lebensraumerkundung der Streuobstwiese im Frühjahr und Sommer als Veranstaltungsthema in Betracht. Die beiden Einzel-Veranstaltungen lassen sich auch sinnvoll zu einem Veranstaltungspaket schnüren.

 

Die Streuobstwiese ist aber auch hervorragend geeignet als komplexeres fächerübergreifendes Projektthema. das neben dem RUZ-Besuch zur Apfelernte und eigenen Saftherstellung beispielsweise eine Apfelsortenrecherche im Supermarkt und einen Besuch in einem modernen Obstbaubetrieb umfasst.  

Streuobstwiese in der Sekundarstufe 2 und in der Berufsschule

Die Streuobstwiese eignet sich für verschiedene fachbezogene Zusammenhänge in der gymnasialen Oberstufe und in der Berufsschule. Wir bieten ein flexibles Spektrum an Betrachtungsmöglichkeiten hinsichtlich der Lebensraum-Ökologie, der Bewirtschaftung von Streuobstwiesen, der Pflege- und Veredlungstechnik an Obstgehölzen sowie der Streuobstverarbeitung und der Ernährungsphysiologie von Streuobst-Apfelsorten.

 

Mit der Universität Göttingen, Fachdidaktik der Biologie, führen wir regelmäßig mit Lehramtsstudierenden gemeinsame Veranstaltungen zum Kontext der Bewertungskompetenz am Beispiel der Streuobstwiese durch. Hierzu sei auch auf den Link der Fachdidaktik: Kooperation in der Lehre  verwiesen.

 

Berufsschüler beim Bestimmen der Obstbaumart
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