Niedersächsisches Forstamt Harsefeld

Trockene Heiden Revierförsterei Heidhof

Ich freue mich sehr über Ihr Interesse an mir und meinem Lebensraum.

Foto: H.-J. Kelm

Sie erinnern sich an meinen Namen? Richtig, ich heiße Cicindela campestris. Aber gute Freunde nennen mich „Cinderella“ – Sie wissen schon, das wandlungsfähige Aschenputtel aus dem gleichnamigen Märchen.

 

Passt das zu mir? Aber klar, denn ...

  • schließlich habe ich ein wunderschönes „Kleid“ an
  • wenn es 12 Uhr Mitternacht schlägt, bin ich spätestens verschwunden – ich bin nämlich tagaktiv
  • wenn mich jemand einfangen möchte, wird er es schwer haben, denn ich bin zu Fuß und in der Luft schneller als alle Prinzen dieser Welt
  • fasst man mich dennoch, kann ich mich wehren: Meine mächtigen Kiefernzangen können selbst bei Euch Menschen schmerzhaft zubeißen

Weitere Infos zu mir finden Sie auf der Seite "Naturspaziergang.de" (hier klicken) .

 

Nachfolgend bekommen Sie jeweils eine Kurz-Info zu meinem Lebensraum und meinen Mitbewohnern. Besonders Interessierte klicken bitte am Ende der Kurz-Info „mehr“. Hier erscheinen dann jeweils PDF-Dokumente, die das Niedersächsische Landesamt für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Natur (NLWKN) erstellt hat.

Trockene Heiden

Foto: H. Ehing

Die Heidepflanze ist ein Spezialist – sie wächst dort, wo viele andere nicht gedeihen würden, nämlich auf nährstoffarmen, trockenen Standorten. Eine regelmäßige Beweidung, ab und zu ein kleines Feuer – alles Dinge, die dieser Pionier klaglos wegsteckt. Fehlen diese Bedingungen jedoch, gerät die Heide ins Hintertreffen und andere Pflanzen überwachsen sie.

Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts waren die Zwergstrauchheiden eine beherrschende Pflanzengesellschaft im Niedersächsischen Tiefland und wichtiger Bestandteil der Heidebauernwirtschaft. Vor allem mit der Erfindung des Mineraldüngers wurde diese Bewirtschaftungsform jedoch zunehmend unrentabel - vielerorts entstanden aus den ehemaligen Heideflächen Acker- und Grünland, auch wurden große Teile aufgeforstet.

Die Heiden sind heute nur noch recht selten anzutreffen. Sie gedeihen dort, wo die Grundsätze der Heidebauernwirtschaft durch den Menschen wieder aufleben: Beweiden, Gehölze entfernen, Nährstoffentzug. Ein ständiges Arbeiten gegen eine natürliche Entwicklung (bis hin zur Wiederbewaldung) ist erforderlich. Die Heide ist somit keine Natur- sondern eine Kulturlandschaft. Ihre Seltenheit, viele weitere ebenso in Ihrem Bestand gefährdete Spezialisten wie z. B. die Heidelerche und die schöne Heideblüte im August sind jedoch Gründe genug, hier einmal aktiv gegen eine natürliche Entwicklung zu arbeiten.    

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Heidelerche

Foto: H.-J. Kelm

Die Heidelerche ist als Zugvogel (bis zu den Pyrenäen) vorwiegend im Zeitraum März bis Anfang November bei uns anzutreffen. Kurz nach dem Wiedereintreffen startet sie mit dem Brutgeschäft. Nach 12-16 Tagen Brutzeit im gut getarnten Bodennest schlüpfen zumeist 3-4 Junge. Im Frühjahr ernährt sie sich vorwiegend pflanzlich (Knospen, kleine Blätter); im Sommer stehen Insekten auf ihrem Speiseplan. Sie bevorzugt warme, trockene Lagen auf Sandböden. Wechselnde Landschaftsstrukturen aus Offenland und Waldflächen mag sie besonders.

Der Bestand ist vor allem im letzten Jahrhundert stark zurück gegangen – in Niedersachsen hat er sich aktuell auf rund 6.000 Brutpaare eingependelt. Die Heidelerche wird in der Roten Liste (Nds.) als „gefährdet“ eingestuft. Besonders empfindlich reagiert sie auf Störungen im Brutgeschäft (z. B. Betreten und Befahren der Brutbiotope), ein feuchtes Frühjahr führt zu einer hohen Jungensterblichkeit.     

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Zauneidechse

Foto: H.-J. Kelm

Je nach Witterung sieht man die ersten Zauneidechsen ab März, im April/Mai beginnt die ca. einmonatige Paarungszeit. Die Eiablage (5-9 weichschalige Eier) erfolgt vorzugsweise in nährstoffarmen, lockeren Sandböden; das Weibchen gräbt hierzu 7-8 cm tiefe Hohlräume. Der Schlüpfzeitpunkt hängt stark von der Witterung ab, bis zu 3 Monate können bis dahin vergehen. Das Winterquartier kann von den Männchen bereits im August wieder aufgesucht werden, die Weibchen folgen ca. 1 Monat später. Für die Überwinterung müssen ausreichend Energiereserven angelegt sein – somit verwundert es nicht, dass die Jungtiere erst deutlich später (Oktober) in das Winterquartier „einziehen“ können.

Als Nahrung dienen überwiegend Insekten wie Heuschrecken, Käfer, etc. aber auch in großen Mengen Spinnen. Bevorzugte Zauneidechsen-Biotope sind u. a. Ränder, Schneisen und Lichtungen meist lichter Nadelholzforste häufig in Verbindung mit kleinen eingestreuten Heideflächen.

Deutschlandweit gilt die Zauneidechse als häufig; ihre Bestände sind jedoch gerade in Niedersachsen in den letzten 30 Jahren stark (50%) zurück gegangen. Die Zauneidechse wird in der Roten Liste (Nds.) als „gefährdet“ eingestuft. Die starken Landschaftsveränderungen sind als Hauptursachen für den Rückgang der Zauneidechse anzusehen.       

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Tipp:

Das NLWKN bietet zu vielen weiteren Pflanzen, Tieren und Lebensräumen weiterführende Informationen an.

Um auf die Seite des NLWKN zu gelangen, klicken Sie bitte hier.

 

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