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Waldnaturschutz in den Niedersächsischen Landesforsten

Waldbiotopkartierung

Waldbiotopkartierer schauen ganz genau hin: Auch die Erfassung seltener Arten gehören zu ihren Aufgaben.

Welche Ziele hat die Waldbiotopkartierung?

Das Ziel der Waldbiotopkartierung ist, einen flächenhaften Überblick über die in den Nds. Landesforsten vorhandenen naturnahen Biotope und Ökosysteme zu erhalten und zu dokumentieren. Dazu gehören nicht nur Flächen innerhalb des Waldes, sondern auch waldfreie Biotope, wie Fließ- und Stillgewässer, Sümpfe, Moore, Felsbereiche, Binnendünen etc. Den im Rahmen des NATURA 2000- Prozesses ausgewiesenen FFH-Gebieten und den Naturschutzgebieten kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Die Waldbiotopkartierung liefert wichtige naturschutzfachliche Grundlagen für die Abwägung aller forstlichen Maßnahmen in der Forstplanung und im Forstbetrieb.

 

         

       

Welche Aufgaben hat die Waldbiotopkartierung?

Vereinfacht lassen sich die Schwerpunktaufgaben der Waldbiotopkartierung folgendermaßen zusammenfassen:

  1. Flächendeckende Biotoptypen-Kartierung in Naturschutz- und FFH-Gebieten.
  2. Erfassung der FFH-Lebensraumtypen und Bewertung der Erhaltungszustände in FFH-Gebieten.
  3. Erhebung der gesetzlich geschützten Biotope nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz bzw. § 24 Niedersächsisches Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz auf der gesamten Landeswaldfläche. Dabei werden die zwischen 1990 und 2006 erhobenen geschützten und wertvollen Biotope außerhalb der ausgewiesenen Schutzgebiete derzeit nur bei Bedarf kontrolliert und überarbeitet.
  4. Aufnahme und Kontrolle von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten gemäß der Roten Liste bzw. den Anhängen der FFH- und Vogelschutz-Richtlinie im Rahmen der Kartierung.
  5. Formulierung von Erhaltungs- und Entwicklungszielen sowie von Naturschutzmaßnahmen für bestimmte Biotope/Lebensraumtypen.
  6. Abstimmung der Naturschutzbelange und -maßnahmen mit der Forsteinrichtungsplanung, den Forstämtern und Revierförstereien.
  7. Abstimmung der Kartierergebnisse sowie der Schutzgebietsplanungen mit der zuständigen Fachbehörde für Naturschutz (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) und den Unteren Naturschutzbehörden (Landkreise, kreisfreie Städte, Großräume).

 

Welche Ergebnisse liefert die Waldbiotopkartierung?

Im Rahmen der mittelfristigen Betriebsplanung erstellen die Waldbiotopkartierer in Zusammenarbeit mit den Forsteinrichtern und in Abstimmung mit der Naturschutzverwaltung Pflege- und Entwicklungspläne für die Naturschutzgebiete, bzw. Erhaltungs- und Entwicklungspläne für die  FFH-Gebiete in den Niedersächsischen Landesforsten.

Neben den Planungswerken werden im Niedersächsischen Forstplanungsamt Karten in automatisierter Form erstellt, auf denen verschiedene Fachthemen dargestellt werden, z.B. Biotoptypenkarte, FFH-Lebensraumtypen und Erhaltungszustände, Rote Liste-Arten.

 

Die Inventurdaten und die Naturschutzplanung der Waldbiotopkartierung werden von der Forsteinrichtung in die betriebliche und waldbauliche Planung integriert und die Zielaussagen nach Abwägung mit anderen Teilzielen in Schutz-, Pflege- und Nutzungsplanung umgesetzt. Die Festlegung und Erfüllung von Naturschutzzielen kann so auf ganzer Fläche durch Selbstbindung der Niedersächsischen Landesforsten verwirklicht werden.

 

Wo ist die Waldbiotopkartierung angesiedelt?

Innerhalb der Niedersächsischen Landesforsten ist die Waldbiotopkartierung zentral dem Niedersächsischen Forstplanungsamt, Dezernat Forsteinrichtung/Waldökologie zugeordnet. Sie ist Bestandteil der Forsteinrichtung, die im 10 jährigem Turnus die Pflege- und Nutzungsplanung für die einzelnen Forstämter erarbeitet.

Bodensaurer Buchenwald
Naturnahes Fließgewässer
Breitblättriges Knabenkraut
Nasswiese