Niedersächsisches Forstamt Clausthal

Waldökologie Harz

Ansprechpartner:

Dr. Michael Lücke, 05323-9361-12, 0170-9214685

Johannes Thiery, 05323-9361-22, 0170-9214641

 

Aufgaben:

Die beiden Waldökologen betreuen die Naturschutzgebiete und die

FFH ("Flora-Fauna-Habitate" nach EU-Recht)- Gebiete in den vier Niedersächsischen Forstämtern des Harzes. Sie stellen Pflege- und Entwicklungspläne auf und kontrollieren deren Erfolg.

Zu den Naturschutzgebieten gehören z.B. die Harzer Bergwiesen und naturnahe Bachläufe.

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die bei Straßenneubauten oder Steinbruchserweiterungen anfallen, lenken die Waldökologen unter anderem in Waldnaturschutzprojekte.

 

Projekt: Freistellen von markanten Granitfelsen im Okertal Projektleiter: Dr. Michael Lücke

Die Studentenklippe im Okertal um 1955 und heute.
Nach dem Entfernen von Fichtenbewuchs können die Granitfelsen nun z.B. von Felsenbrütern wie dem Wanderfalken besiedelt werden. Weitere Arten, die durch diese Naturschutzmaßnahme gefördert werden sind: der Südliche Wimpernfarn, Nördlicher Streifenfarn, Behaarter Ginster, Großer Fingerhut

Projekt: Goslarsche Grund: Bachtal wird wieder Bergwiese Projektleiter: Johannes Thiery

Förster pflegen Blumen statt Bäume:

Viele Fichten sind der Orchideen Tod

 

(Braunlage, Zorge) Ein mit Fichten zugewachsenes Bachtal soll wieder eine bunte Bergwiese werden. In der “Goslarschen Grund“ zwischen Braunlage und Zorge (Landkreis Osterode) lässt das Forstamt Lauterberg den Baumbestand räumen, um Platz zu schaffen für seltene Blumen. Rote Liste Arten wie das gefleckte Knabenkraut, die Trollblume oder die Herbstzeitlose sollen von der Maßnahme profitieren, aber auch Waldbesucher und Touristen.

Die Wiesenflächen in der so genannten “Goslarschen Grund“ liegen seit rund 50 Jahren brach und wurden nicht mehr gemäht. Bäume und Sträucher breiteten sich aus und verdrängten die typische Bergwiesenflora. Das Bachtal ist ca. 2 Kilometer lang und im Durchschnitt 70 Meter breit. Das Forstamt Lauterberg lässt jetzt auf insgesamt 6 Hektar rund 1000 Bäume entfernen. Holzerntemaschinen und Spezialschlepper sind im Einsatz und fällen die bis zu 30 Meter hohen Fichten. Die Tonnen schweren gefällten Bäume werden vollständig aus dem Bachufer und den Feuchtwiesen entfernt.

Um die Fläche beweiden zu können, wird anschließend ein Zaun errichtet. „Noch in diesem Jahr lassen wir Rinder in die „Goslarsche Grund“ und schaffen ein Landschaftsbild , das ein bisschen an Tirol erinnert“, freut sich Förster Johannes Thiery, der das Projekt leitet. Wanderer und Autofahrer werden künftig einen weiten Blick in ein offenes Tal genießen und sich an einer selten gewordenen Natur freuen können. Bis Ende August dauern die Arbeiten an, die mit den Naturschutzbehörden abgestimmt sind. Auch die Samtgemeinde Walkenried kooperiert mit dem Forstamt Lauterberg in dem regional bedeutenden Projekt.