Waldpädagogikzentrum Göttingen - RUZ Reinhausen

Programm Waldpädagogik

Waldbodenuntersuchungen mit der gymnasialen Oberstufe

Unsere Waldpädagogik ist sehr vielfältig und bietet für jeden Schuljahrgang eine altersgerechte Veranstaltungspalette. Allgemeine Informationen zu unseren waldpädagogischen Tagesangeboten gibt Ihnen unser Flyer Waldpädagogikzentrum Göttingen - RUZ Reinhausen.

Für die weiterführenden Schulen haben wir zudem eine eigene Veranstaltungsübersicht:

Waldprogramm Sek. 1 + 2

Die Einzelveranstaltungs-Themen sind dabei als Lernbausteine zu verstehen, die sich sinnvoll zu Veranstaltungsreihen über ein oder mehere Schuljahre hinweg verknüpfen lassen.

 

Als Neuheit bieten wir auch Schul-Projekte zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Wald (Wald-BNE) an. Einen Eindruck zu dieser Thematik bietet der Vortrag "Eichenbänke für den Schulgarten" sowie die Tagungsdokumentation eines erstmalig am 13. Juli 2007 im RUZ Reinhausen durchgeführten landesweiten Workshop-Seminars zur Wald-BNE.

Seit 2011 verfügen wir zudem über die Interaktive GPS-Waldbildungroute Reinhausen, die gezielt Bezüge zur Wald-BNE aufgreift.

 

Wir entwickeln gerne auch mit ihnen zusammen individuelle Veranstaltungsideen und maßgeschneiderte Schulprojekte im Wald. Unser Waldprogramm ist weitgehend auf die Unterrichts-Rahmenrichtlinien, insbes. im Fach Sachkunde, bzw. Biologie, abgestimmt, so dass sich zahlreiche Anknüpfungspunkte an Unterrichtsthemen finden lassen. Der Wald bietet zudem hervorragende Ansätze für fächerübergreifende Schulprojekte.

Im Einzelnen haben wir für sie  - gegliedert nach Grundschule, Sekundarstufe 1 und Sekundarstufe 2 - folgende Veranstaltungangebote, die Sie sich auch  per Link (ggf. mit etwas Geduld) als Themen-Flyer herunterladen können:

 

RUZ-Waldprogramm für die Grundschule

Waldbäume erkennen lernen: Rindenfrottage an einer Esche

Als "Einstiegsveranstaltung" bieten wir das Walderlebnis an. Auf spielerische Weise entdecken die Kinder der 1. und 2. Klasse dabei den Zusammenhang zwischen Naturfarben und der Tarnung von Waldtieren. Ab der 2. klasse können die Kinder dann beim Thema Waldbäume unsere heimischen Laubbäume kennen lernen. Am Waldbach stellen die Kinder ab der 2. Klasse den Bachtieren nach, um sie zu bestimmen und die Gewässergüte einzuschätzen. Ebenso spannend präsentiert sich der Waldboden, wenn es darum geht, ab der 3. Klasse möglichst viele verschiedene Bodentiere zu finden. Die Lebensweise von Waldameisen beobachten die Kinder ab der 3. Klasse an unserem Formikarium. bevor sie selbst in die Rolle eines Waldameisenvolkes beim Ameisenfütterungsspiel schlüpfen. Passend zur Adventszeit steht schließlich noch der liebe "Oh Tannenbaum..." auf dem Programm, bei dem Dritt- und Viertklässler ihre eigenen Adventskränze bauen können, nachdem sie Schmuckgrün von unseren typischen "Tannenbäumen" gesammelt haben.

 

RUZ-Waldprogramm für die Sekundarstufe 1

Schülerinnen pflanzen Laubbäume im Nadelwald

Unser Waldprogramm für die Sekundarstufe 1 ist sehr vielseitig und für Klassen aller Schulformen ab der 6. Jahrgangsstufe geeignet. Im Vordergrund steht dabei die selbständige Gruppenarbeit zur Lebensraumerkundung und bei einigen Themen auch die aktive Umsetzung einer Maßnahme (s. Waldrandtag und Waldpflanzung).

 

Ganz neu im Programm ist die Interaktive GPS-Waldbildungsroute Reinhausen, die ein für Jugendliche faszinierendes Angebot zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Wald ist.

 

Nach Absprache sind zusätzlich Sonderprojekte wie z. B. spezielle Biotopflegeeinsätze an Waldtümpeln möglich.

Beim Waldrandtag erforschen die  Jugendlichen selbständig den Waldrand und bestimmen dessen Gehölzarten. Die ideale Windschutzfunktion des Waldrandes wird beim praktischen Aufbau eines eigenen Waldrandmodells verdeutlicht. Der gemeinsame Pflegeeinsatz mit Bügelsäge und Astschere ist dann der absolute "Highlight" des Tages.

Das Thema Waldrand ist inhaltlich direkt verzahnt mit dem Waldameisentag. Es emphielt sich daher innerhalb eines Schuljahres beide Themen als Veranstaltungspaket wahrzunehmen. Waldameisen besiedeln vorrangig sonnige Waldränder, weshalb die Schülergruppen an einem Waldrand zur Nestersuche ausschwärmen. Aus konkreten Untersuchungen zum Nest-Standort werden danach die Lebensraumansprüche der Waldameisen abgeleitet. Am RUZ-Formikarium wird außerdem das Verhalten und soziale Zusammenleben der Waldameisen intensiv studiert. Das abschließende "Vernetzungsspiel" veranschaulicht sehr eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen Waldrandpflege, Waldameisen und Artenvielfalt.

Für die kühle Jahreszeit bietet sich eine zünftige Waldpflanzung an. Dazu wird der Wald von den Schülergruppen in seiner Struktur analysiert, um daraus das passende Pflanzkonzept abzuleiten. Die eigentliche Pflanzaktion sorgt dann neben dem RUZ-Früchtepunsch für die nötige Erwärmung. In Form eines Pflanzdiplomes wird den Schülerinnen und Schülern für ihren Einsatz gedankt.

Wen es zum Wasser zieht, dem sei unser Angebot zum Waldbach empfohlen! In "Gummistiefel-Montur" untersuchen die Schülergruppen die Struktur des Bachbettes und -umfeldes, bestimmen die bachbegleitende Gehölzflora und analysieren das Artenspektrum  der Bachtiere, um damit die Naturnähe des Fließgewässers einzuschätzen.

Als neues Veranstaltungsangebot haben wir das Thema Waldökosystem "Mischwald" (noch kein Themenflyer!) im Programm. Als "Untersuchungsobjekt" dient dazu ein spezieller Mischwald, der viele seltene Gehölzarten wie  z. B. die Eibe oder die Elsbeere enthält. Zusätzlich zur Ermittlung der Gehölzarten und Waldstruktur werden von den Schülergruppen auch Bodenart und Belichtungsverhältnisse hergeleitet.  Aus den Untersuchungsergebnissen läßt sich dann das Entwicklungsziel für den anschließenden Pflegeeinsatz mit Bügelsäge und Astschere ableiten.

 

Neu im Programm ist auch das Veranstaltungsangebot Totholz - voller Leben. Am Totholz lassen sich verschiedene Zersetzungsstadien feststellen und daraus eine spannende Abfolge von Lebensgemeinschaften - auch Totholz-Sukzession genannt - ableiten.Entsprechende Totholzbewohner werden gesucht und bestimmt. Auch Totholz-Kartierungen sind möglich.

Waldökosystem "Mischwald": Einer kleinen Eibe (links) wird durch Entnahme einer schlechtwüchsigen Eiche geholfen

RUZ-Waldprogramm für die Sekundarstufe 2

Oberstufenschülerinnen beim Bestimmen von Frühblühern

Unser Waldprogramm für die Sekundarstufe 2 spiegelt ein bewährtes Standard-Veranstaltungsangebot wider. Dies ist jedoch nur als variabler Rahmen zu verstehen, innerhalb dessen Lehrkräfte auch flexible Veranstaltungsvarianten mit uns entwickeln können. Unsere Untersuchungsmethoden stammen aus der Fachpraxis und zielen im Ergebnis auf eine praxisgerechtes Gesamturteil ab, d. h. wir möchten OberstufenschülerInnen realitätsnahes Forschen und Denken in Vernetzungszusammenhängen ermöglichen. Die Schulung von Artenkenntnis ist dabei als "Grundlagendisziplin" automatischer Bestandteil der selbständigen Schülergruppenarbeit.

 

Die Buchenwaldgesellschaften sind unser beliebtestes Thema im Fach Biologie. Im Vorfeld der eigentlichen Wald-Exkursion bieten wir den kostenlosen Diavortrag "Nutzung des Waldes in Niedersachsen im Wandel der Zeiten" als Doppelstunde im schulischen Fachunterricht an. Auf den Diavortrag wird bei der Waldexkursion anhand kulturhistorischer Waldrelikte wie z. B. Hutewald-Eichen und Kopf-Hainbuchen konkret Bezug genommen. Das Exkursionsprogramm beinhaltet auch Stationen zur Abfolge verschiedener Waldsukzessionen. In der Hauptsache geht es dann darum, zwei kontrastreiche Buchenwaldstandorte hinsichtlich der Vegetationszusammensetzung, der Bodenverhältnisse und der gegenwärtigen Waldstruktur zu vergleichen, um daraus Rückschlüsse auf die jeweilige Naturnähe und das künftige Waldentwicklungskonzept zu ziehen.

Ein ähnliches Programm, einschl. Diavortrag, liegt dem Veranstaltungsangebot Frühblüher im Kalk-Buchenwald zugrunde. Hier steht jedoch der Frühlingsaspekt mit der speziellen Vegetationsaufnahme der Frühlingsgeophyten im Vordergrund.

Beim Thema Waldboden ist der Betrachtungsschwerpunkt mehr auf Bodenfauna und -flora sowie bodenkundliche Zusammenhänge ausgerichtet. Ansonsten kommen aber auch Programminhalte der "Buchenwaldgesellschaften", einschließl. der Diavortragsmöglichkeit, zum Tragen.

Der Lebensraum Waldrand ist für ökologische Vergleichsbetrachtungen hervorragend geeignet. Anhand einer Strukturanalyse und Naturnäheeinstufung entwickeln die OberstufenschülerInnen ein Entwicklungkonzept, dass sie dann auch praktisch durch eine Pflegemaßnahme mit Bügelsäge und Astschere umsetzen. Ergänzt werden kann das Waldrandthema durch den Themenbaustein Waldameisen und Vernetzungsstrukturen, bei dem die aktive Nesterkartierungkartierung von Waldameisen-Vorkommen in neu erschlossenen Ansiedlungsbereichen am Waldrand oder im gechlossenen Wald einen Höhepunkt bildet.

Die Fließgewässerstrukturkartierung ist schließlich das adäquate  Oberstufenprogramm für den Waldbach. Mittels einfacher Bewertungsparameter wie "Strömungsbild", "Gewässerverlauf" oder "Uferstruktur" finden die Oberstufenschülerinnen schnell hin zu einem Gesamturteil über den untersuchten Gewässerabschnitt hinsichtlich seiner Naturnähe. Die Bestimmung von Bachtieren mit entsprechender Zeigerwertfunktion untermauert die getroffene Gewässergüte-Klassifizierung.