Waldnaturschutz in den Niedersächsischen Landesforsten

Waldschutzgebietskonzept

Lichter Eichenwirtschaftswald mit Habitatkontinuität

In angemessenem Umfang und repräsentativer Auswahl sollen Waldflächen für typische und seltene Waldgesellschaften gesichert werden, die nicht oder nur mit besonderen Auflagen bewirtschaftet werden.

 

Auf diese Weise sollen Alterungs- und Zerfallsphasen des Waldes mit ihren besonderen Lebensgemeinschaften sich entwickeln können, wodurch auch wissenschaftlich wertvolle Beobachtungsobjekte gesichert werden.

 

Unabhängig davon sind die durch das Naturschutzgesetz besonders geschützten Biotope zu erhalten. Darüber hinaus sollen seltene und wertvolle Einzelbiotope auch unabhängig vom gesetzlichen Schutz bei der Waldpflege beachtet und geschont werden.

 

Aus der besonderen Verantwortung des Landeswaldes für den Naturschutz und aus forstgeschichtlichen Gründen sollen seltene und typische Waldgesellschaften, bewaldete und nicht bewaldete Sonderbiotope, historische Waldnutzungsformen sowie Lebensräume seltener Pflanzen- und Tierarten langfristig erhalten, entwickelt, bewirtschaftet und geschützt werden (Waldschutzgebietskonzept).

 

Die Waldschutzgebiete werden in Selbstbindung durch die NLF ausgewiesen.

 

Folgende Schutzkategorien wurden ausgewiesen:

 

Naturwälder (4.400 ha) sind Waldflächen ohne Nutzungs- und Pflegemaßnahmen.

Sie repräsentieren die für Niedersachsen typischen Standorte und natürlichen Waldgesellschaften in den einzelnen Wuchsgebieten. Naturwälder

werden unbewirtschaftet ihrer eigendynamischen Entwicklung überlassen

und dienen der Erforschung ausgewählter Waldökosysteme. Neben ihrem

Naturschutzwert liefern sie wertvolle Informationen für eine auf ökologischen

Erkenntnissen beruhende Forstwirtschaft. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt

durch die NW-FVA. (Link zur Seite der NwFVA)

 

Naturwirtschaftswälder (57.000 ha) werden langfristig mit den Baumarten der jeweils potentiell natürlichen Waldgesellschaft bewirtschaftet. Sie dienen der repräsentativen Erhaltung, Entwicklung und entsprechend angepassten nachhaltigen Nutzung naturnaher Wälder in den niedersächsischen Wuchsgebieten. Naturwirtschaftswälder werden vorrangig auf alten Waldstandorten ausgewiesen.

 

Lichte Wirtschaftswälder mit Habitatkontinuität (4.500 ha) dienen der langfristigen Sicherung von für den Artenschutz wertvollen Eichen-,Eschen-, Birken- und Kiefernwäldern. In diesen Wäldern konnten sich über einen langen Zeitraum artenreiche

Lebensgemeinschaften entwickeln, die durch die natürliche Waldentwicklung – vor allem durch die Schattbaumart Buche – wieder zurückgedrängt würden. Die künftige Bewirtschaftung soll darauf abzielen, die Vorherrschaft der Lichtbaumarten zu erhalten.

 

Kulturhistorische Wirtschaftswälder (430 ha) sind Relikte historischer Waldnutzungsformen. Im Wesentlichen handelt es sich um repräsentative Nieder-, Mittel-, Hute- oder Schneitelwälder, die aufgrund ihrer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz sowie aus kulturhistorischen Gründen erhalten und entwickelt werden sollen.

 

Generhaltungsbestände werden im Rahmen des Generhaltungsprogramms mit dem Ziel bewirtschaftet, die genetischen Informationen bestimmter einheimischer Baum- und Straucharten sowie im Anbau bewährter fremdländischer Baumarten zu sichern.

 

Sonderbiotope sind Wälder oder unbewaldete Bereiche mit besonderer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz. Eine Bewirtschaftung erfolgt nur, wenn dies mit den naturschutzrechtlichen Bestimmungen vereinbar ist.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten der
Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt. 

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