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16.01.2018

Wildschweine und Rehe im Fokus von Forstleuten und Jägern

Länderübergreifende Jagd in Südniedersachsen und Nordhessen

(Hemeln) Bei einer großflächigen, dreistündigen Bewegungsjagd im vergangenen Dezember (9. 12. 2017) waren insgesamt 470 Jäger gleichzeitig in den Waldrevieren von Südniedersachsen bis Nordhessen unterwegs. Mit Hilfe von 280 Hunden bejagten sie rund 4800 Hektar, von denen die Niedersächsischen Landesforsten mit rund 2500 Hektar die größte Fläche stellten. Ebenfalls beteiligt waren Jagdpächter der umliegenden Reviere in Genossenschaftswäldern sowie private Waldbesitzer. Die länderübergreifende Gemeinschaftsjagd ist eine Schwerpunktjagd auf Schwarzwild und Rehwild. Erstmalig organisierten Rainer Uebel von der Revierförsterei Bursfelde mit einem Stab aus benachbarten Jägern 2011 die wohl flächenmäßig größte Bewegungsjagd in Niedersachsen. Seit 2012 werden auch 800 Hektar im hessischen Forstamt Reinhardshagen zeitgleich bejagt. Bei den Bramwaldjagden seien 2016 und 2017 insgesamt 358 Wildschweine und 189 Rehe erlegt worden, lautete die Bilanz von Förster Uebel. Ziel der Großjagd sei es, ein Anwachsen der Wildschweinbestände zu verhindern und die Zahl der Rehe im Wald zu verringern.

 Private Jäger und Forstleute vom Forstamt Münden wollen auch künftig an besitzübergreifenden Jagden festhalten. „Der langjährige Schulterschluss hat sich bewährt, die Regulierung unserer Wildbestände darf nicht an der eigenen Reviergrenze enden“, betonten Förster Uebel und die beteiligten Jagdpächter und Landwirte aus der Umgebung. „Revierübergreifende Bewegungsjagden tragen maßgeblich dazu bei, dass sich Wildschweine nicht stärker vermehren. Je geringer die Schwarzwilddichte desto geringer das Risiko für die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest auf Hausschweinbestände“, sagte der Leiter des Forstamtes Münden, Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst. Verbraucher sollten sich gerade jetzt für Wildfleisch aus der Region entscheiden, um Jäger, Forstbetriebe und Wildhandel zu unterstützen. „Wildbret ist ein hochwertiges Lebensmittel, das für gesunde Ernährung steht und nur kontrolliert in den Handel geht“, zerstreute Förster Uebel mögliche Sorgen der Verbraucher vor der Afrikanischen Schweinepest.

Milde Winter wie in den vergangenen Jahren führten kaum noch zu natürlichen Verlusten bei Wildtieren, stellen Jäger fest. Auch stetig bessere Nahrungsgrundlagen auf landwirtschaftlichen Flächen tragen zum Anstieg der Wildschweinbestände bei.


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