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28.03.2013

50 Jahre meisterlich mitgearbeitet

Forstwirt Helmut Weber im Ruhestand

(Hesel/Aurich)  Wenn Forstwirt Helmut Weber aus Neukamperfehn heute an seinem letzten Arbeitstag in den Ruhestand verabschiedet wird, blickt er nicht nur auf 50 Jahre Arbeit in den ostfriesischen Wäldern der Niedersächsischen Landesforsten zurück. Mit ihm endet auch eine ununterbrochene Kette von drei Generationen, Großvater, Vater als Haumeister, und jetzt Helmut Weber, die 1921 mit dem Arbeitsantritt des Großvater im Revier Hesel begann. Mit einer Unterbrechung von 6 Jahren hat Weber im waldarmen Ostfriesland in den staatlichen Wäldern gepflanzt, gepflegt, geerntet und in den letzten Jahren als Vorarbeiter die Forstwirt-Arbeitsgruppe der Revierförsterei Kloster-Barthe effektiv und engagiert organisiert – keine einfache Aufgabe bei der Bewirtschaftung von Wäldern in den drei Förstereien Meerhusen, Kloster-Barthe und Hopels. Viele Menschen kennen Weber auch vom Brennholzverkauf, den er für das Forstamt Neuenburg tätigte. „Mit Helmut Weber verlieren wir einen Forstwirt der seinen Beruf gelebt hat und dabei meisterlich mitarbeitete.“ bedauert Förster Gerd Dählmann zum Abschied.

Bereits als Schüler war für Helmut Weber das Interesse an der Waldarbeit groß. „Als Schuljunge bin ich nachmittags oft mit dem Rad zu meinem Vater in den Heseler Wald gefahren um ihm bei der Arbeit zu helfen.“ So war es folgerichtig, dass der 1948 geborene Helmut Weber am 1. April 1963 seine Lehre zum Waldfacharbeiter im Revier Hesel und bei seinem Vater aufnahm, die er nach zwei Jahren Lehre und einem Jahr Praxis mit einer guten Waldfacharbeiterprüfung abschloss.

„Mit dieser selbst gekauften Hobelzahnsäge habe ich vor fünfzig Jahren bei meinem Vater gelernt.“ schildert Weber seine Ausbildung. „An der Waldarbeitsschule am Harzrand gab es bereits Motorsägen, die wir dann ab 1965 auch bei uns im Wald eingeführt haben.“

Da es in der Zeit Waldarbeit noch durch viel harte körperliche Arbeit, wie Bäume schälen, Holzspalten und Meterschichtholz tragen und aufstapeln, geprägt war, setzte Weber auf ärztliches Anraten einige Jahre von der Waldarbeit aus, bevor er 1976 über einen Unternehmer und ab 1980 im damaligen Forstamt Aurich seinen Beruf wieder aufnahm.

Die Rückenprobleme seiner Jugend haben Helmut Weber seitdem nicht wieder geplagt. Ab 1986 ist Weber wieder in seinem heimatlichen Revier Kloster-Barthe im Einsatz. „Von den ersten von mir gepflanzten Bäumen habe ich Hunderte zwischenzeitlich schon geerntet.“ erzählt Weber von seiner langjährigen Tätigkeit, die stärksten von ihm gepflanzten Küstentannen hatten bis zu zwei Kubikmeter Holzinhalt.

Zu Ausbildungsbeginn hatte das damals nur aus dem Heseler und Oldehaver Wald bestehende Revier noch sieben Waldfacharbeiter. Dazu arbeiteten zwei Kulturfrauen in einem großen Pflanzgarten hinter der Försterei in der sie bis zu Hunderttausend Douglasien und andere Baumarten anzogen, die in den ostfriesischen Wäldern gepflanzt wurden. Heute kommen die Setzlinge aus privaten Baumschulen und die Zahl der Forstwirte ist deutlich geringer. Dafür stiegen die Anforderungen an die heute „Teilautonome Arbeitsgruppen“ genannten Arbeitsteams. Statt in einer Försterei erweiterte sich der Einsatzbereich von Hesel bis nach Aurich, aber auch die Wälder bei Varel oder der Hasbruch hinter Oldenburg wurden angesteuert.

Weber schätzte die zunehmende Freiheit und Verantwortung, die ihm seit 1989 als Vorarbeiter für seine Arbeitsgruppe zukam. Die weitgehend selbstständige Arbeitsorganisation, das Ordnen nach Dringlichkeit und das Erkennen wichtiger Arbeiten haben Weber geprägt:–„natürlich haben wir gefährliche Käferbäume gleich mit fertig gemacht, wenn wir sie entdeckt haben und auch um die dann nötigen Käferfallen brauchte sich der Förster nicht zu kümmern.“ schildert er die zunehmende Eigenverantwortung. Dazu kam in den letzten Berufsjahren die Unterstützung der Revierförster in Aurich, Hopels und Hesel bei der zunehmenden  Brennholzvermarktung, wo Umsicht und Zuverlässigkeit gefragt waren. „Nach meiner Meinung ist alles gut gelaufen.“ ist Weber mit seiner Arbeit zufrieden.

„Ich würde heute wieder dasselbe machen“ geht Helmut Weber zufrieden mit seiner damaligen Berufswahl in den wohlverdienten Ruhestand, den er nutzen will um mit seiner Frau zu verreisen. Daneben hat er die Jagd rund um sein Haus in Neukamperfehn gepachtet und ein großes zu pflegendes Grundstück. Aber auch seinen ehemaligen Arbeitsplatz wird er nicht vergessen und regelmäßig als Waldspaziergänger dort unterwegs sein.

 


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