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21.06.2013

Futtern für den Kultur- und Artenschutz

Niedersächsische Landesforsten bewahren historische Waldnutzung

 

(Sillium) Auch in diesem Jahr erhalten die Niedersächsischen Landesforsten mit Hilfe einer kleinen Gruppe zotteliger Hochlandrinder den historischen Hutewald bei Sillium. Durch das Abfressen der aufkommenden Naturverjüngung helfen die robusten Wiederkäuer den Förstern beim Kultur-, Arten- und Naturschutz.

Heutzutage äußerst selten, waren zurzeit des Mittelalters die durch Vieheintrieb stark übernutzten Wälder in Deutschland und Europa weit verbreitet.

„Für die Zukunft der Wälder war diese Art der Nutzung sehr nachteilig“, erklärt Detlef Tolzmann, Forstamtsleiter des Forstamtes Liebenburg, „der ständige Verbiss verhinderte eine natürliche Waldverjüngung und sorgte für eine starke Schädigung des Waldes. Mit dem Eintrieb der Rinderherde am Wohldenberg erweckt das Forstamt Liebenburg ausnahmsweise diese uralte Waldnutzungsform aus Kultur- und Naturschutzgründen zu neuem Leben!“

 

Denn der Erhalt dieser althergebrachten Waldnutzung auf einer Fläche von etwa 13.000 m² hat nicht nur historischen Wert. Die alten, knorrigen Eichen des Hutewaldes haben eine große Bedeutung für viele seltene Tierarten wie Hirschkäfer, Mittelspecht und Fledermäuse. Ohne die Hilfe der robusten Hochlandrinder würde an dieser Stelle wieder ein dichter Wald heranwachsen. In normal bewirtschafteten Wäldern würden sich die Förster darüber freuen, aber in diesem besonderen Hute - Waldstück dürfen die Tiere ausnahmsweise weiden und fleißig die heranwachsenden Bäume abfressen.

 

Die vierköpfige Rinderherde wird nun die nächsten vier Wochen im Hutewald am Wohldenberg verbringen und fleißig fressen.

 

Weitere Informationen zu den Niedersächsischen Landesforsten finden Sie unter www.landesforsten.de .

 


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