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17.07.2013

Fichtenkahlschlag am Kesselmoor

Waldmoor im Solling: Förster wollen Eichen statt Fichten pflanzen

Heimat für das seltene Scheidige Wollgras - das Keselmoor Torfhohl bei Neuhaus

(Neuhaus) Das so genannte Torfhohl-Waldmoor bei Neuhaus im Solling wird renaturiert. Seit gestern werden deshalb Fichten gefällt, die am Rand des Moores wachsen. Anschließend wird Revierförster Hartmut Loges dort einen standortgerechten Eichenwald pflanzen. Das Torfhohl ist das einzige Kesselmoor im Solling. Im Unterschied zu anderen Waldmooren ist das Torfhohl relativ klein und hat keinen natürlichen Zu- und Abfluss. Kesselmoore bilden sich in Geländehohlformen wie Toteislöchern oder Senken. Ziel der Fichtenentnahme ist es, die Wasserversorgung des Moores zu verbessern.

Mit 40 Prozent mehr Grundwasser rechnet das Niedersächsische Forstamt Neuhaus, wenn statt der Nadelbäume künftig ein naturnaher Eichenwald am Moorrand wächst. Fichten ziehen Wasser aus dem empfindlichen Kesselmoor. Torfmoose und seltene Wollgrasarten seien langfristig bedroht, begründet Loges die laufenden Waldarbeiten. Insgesamt werden rund ein Hektar Fichtenwald in der Försterei Steinhoff gefällt, so Loges weiter.

Die Moorschutzarbeiten sind mit dem Landkreises Northeim als zuständige Naturschutzbehörde abgestimmt. Die Entnahme der Fichten am Rande des Kesselmoores und die anschließende Aufforstung mit Traubeneichen dienen als Ausgleichsmaßname für Gesteinsabbau am Blockholzer Berg. So sollen Eingriffe in die Landschaft an anderer Stelle durch die Renaturierung des Torfhohl-Moores als Bestandteil des Flächenpools kompensiert werden.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Niedersächsischen Landesforsten und Naturschutzfachleuten zum Schutz der letzten Waldmoore war einer der Gründe, warum der Solling zu Deutschlands Waldgebiet des Jahres 2013 gewählt wurde.


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