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24.07.2013

Indisches Springkraut soll sich nicht ausbreiten

Neophyten im Bloher Wald werden gemäht

(Bad Zwischenahn/Oldenburg) Bald wäre es mit seinen violetten Blüten wunderschön anzusehen, das aus Indien stammende Drüsige Springkraut. Doch um die Vermehrung zu unterbinden, wird das große Vorkommen am Rande des Bloher Waldes jetzt abgemäht. Die Auszubildenden des Forstamtes Neuenburg bearbeiten das etwa 1000 Quadratmeter große Vorkommen mit der Motorsense, bevor Blüte und Samenbildung einsetzen. „Da die Samen etwa fünf Jahre keimfähig sind, muss diese Pflanze über den gleichen Zeitraum im FFH-Gebiet Wold beseitigt werden.“ sagt Stephan Nienaber von der Revierförsterei Oldenburg. Die weitere Ausbreitung des Indischen Springkrautes, welches heimische Arten im FFH-Gebiet Haaren und Wold verdrängt, soll verhindert werden. Damit tragen die Niedersächsischen Landesforsten auch ihrem Auftrag zum Erhalt der schutzbedürftigen Lebensräume im FFH-Gebiet Rechnung.

 

1839 soll das Drüsige Springkraut als Zierpflanze von Indien kommend in England eingeführt worden sein und später auch auf dem europäischen Festland. Aus den Gärten fand es schnell seinen Weg in die Natur, wo es nährstoffreiche und feuchte Standorte bevorzugt. Ganz problematisch sind die Bestände des Indischen Springkrautes am Rand von Gewässern, von wo es sich mit dem Wasser rasant ausbreiten kann.

 

Im Gegensatz zum heimischen Springkraut wird das Indische Springkraut etwa mannshoch und hat auffällige violette Blüten. Das heimische Echte und Kleine Springkraut ist eher kniehoch und hat leuchtend gelbe, aber viel kleinere Blüten. Die spannende Art der Samenverbreitung ist jedoch gleich und jedes Kind hat es schon mal probiert: Die reifen Kapseln springen bei Berührung auf und die Samen werden durch die sich einrollende Samenhülle explosionsartig meterweit nach draußen geschleudert.

 

In allen FFH-Gebieten (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU) gilt für die Lebensraumtypen das Verbot einer Verschlechterung, daher soll hier das Springkraut nicht einwandern. Prinzipiell gilt das auch für andere nicht extra geschützte Lebensräume. Zu den bekanntesten Neophyten in der Region gehören neben der auch für den Menschen beeinträchtigenden Herkulesstaude, verschiedene Knötericharten und die Späte Traubenkirsche. Gegen die aus Nordamerika stammende Spätblühende Traubenkirsche ist in vielen Wäldern der Region der Kampf allerdings verloren: sie hat sich oft flächendeckend ausgebreitet und ist mit ihren bis zu 30 Jahre keimfähigen Kirschkernen kaum im Zaum zu halten.


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