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26.07.2013

Durchforstung und Erschließung im Neuenburger Holz

Pflege der aufgeforsteten Ablehmflächen

(Neuenburg) Im Neuenburger Holz gibt es überdurchschnittlich viele junge Eichenwälder. Diese entstanden in den letzten Jahrzehnten durch Wiederaufforstung der  Lehmabbauflächen für die Klinkerindustrie. Nun sollen diese Waldflächen mit Fahrgassen aufgeschlossen werden, um in den nächsten Jahren die notwendigen Pflegedurchforstungen durchführen zu können. „Dies betrifft etwa 20 Prozent des Neuenburger Holzes“ so Martin Susse von der Revierförsterei Hopels. Für ihn erschweren die nassen, weil tiefer gelegten Gebiete, sowie die beeinträchtigte Bodenstruktur und der gestörte Nährstoffhaushalt der Böden die fachgerechte Ausführung. Auf ersten Flächen sollen Anfang August Gassen angelegt werden. Da die Maßnahmen im FFH-Gebiet stattfinden, werden diese Arbeiten in engem Kontakt mit der Naturschutzbehörde des Landkreises geplant.

 

Wer mit offenen Augen durch das Neuenburger Holz geht, erkennt unschwer die bis zu einem Meter tiefer gelegten Ablehmflächen. Nach dem Lehmabbau für die Klinkerherstellung wurde der Mutterboden wieder aufgeschoben und die Flächen mit Eichen bepflanzt, die jetzt etwa 15 Meter hoch und 10 bis 20 Zentimeter dick sind. Die tiefer gelegten Waldgebiete sind wegen der höheren Feuchtigkeit und der gestörten Bodenstruktur schwerer zu befahren als normale Waldböden. „Daher ist die Wahl einer trockenen Wetterperiode und geeigneter Geräte mit niedrigem Bodendruck von großer Bedeutung.“ schildert Forstamtsleiter Martin Dippel die Planung für diesen Sommer.

 

„Zunächst werden in den Eichen alle 20 Meter etwa vier Meter breite Pflegegassen angelegt. „Dazu bedienen wir uns eines Baumkneifers montiert an einen Kettenbagger mit 80 cm breiten, gekröpften Ketten, der die Bäume zunächst unten und dann oben abkneift.“ schildert Förster Susse das Arbeitsverfahren. „Und wenn sich die Waldbestände in 2-3 Jahren wieder stabilisiert haben, erfolgt die eigentliche Durchforstung, also eine Abstandsregulierung, in den Zwischenfeldern.“ Das Herausfahren der Hölzer ist die nächste Herausforderung, gilt es doch unter allen Umständen Bodenschäden zu vermeiden. „Wir wollen das Holz zu Hackschnitzeln verarbeiten, wenn die Witterung allerdings nicht mitspielt, werden wir im Extremfall ein Jahr mit dem Herausfahren warten müssen.“ so Förster Susse, der auch die neuen Bodenschutzrichtlinien der Niedersächsischen Landesforsten beachten muss.

 

 

Hintergrund:

Das Neuenburger Holz ist rund 650 Hektar (6,5 km²) groß. Der Naturwald ohne Bewirtschaftung umfasst knapp 50 Hektar. 73 Prozent des Waldes besteht aus Eichenwäldern. Dagegen gibt es nur 5 Prozent Buchenwald. Von den Eichen sind alleine 26 Prozent in der pflegenotwendigen Altersgruppe von 20 bis 60 Jahre. 60 Prozent der Eichen sind älter als 120 Jahre und 25 Prozent sogar über 180 Jahre. Vor allem Eichenwaldlebensräume müssen im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Neuenburger Holz“ in definierter ökologischer Qualität erhalten oder entwickelt werden.

 


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