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11.10.2013

Auszeichnung für Verdienste um die Wisentforschung

Joachim Menzel wird auf internationalem Kongress geehrt

(Springe/Czarna) Auf einem Kongress im polnischen Czarna erhielt der Leiter des Niedersächsischen Forstamtes Saupark Joachim Menzel eine Auszeichnung für seine langjährigen Verdienste um die Wisentforschung. Wissenschaftler aus der ganzen Welt trafen sich auf Einladung der „European Bison Friends Society (EBFS)“, um sich insbesondere über die Gefahr der drohenden genetischen Verarmung der Wisentbestände auszutauschen.

Bereits im Jahr 1998, dem 80-sten Jubiläum des Wisentgeheges, hatte Menzel als Leiter dieser Einrichtung  der Niedersächsischen Landesforsten auf das Problem hingewiesen. Hieraus ist nun ein europäisches Zuchtprogramm entstanden. Um der genetischen Verarmung der in Gefangenschaft lebenden Europäischen Wisente vorzubeugen, koordiniert das Forstamt Saupark ein deutschlandweit angelegtes Untersuchungsprogramm, bei der die circa 550 in deutschen Gefangenschafts-Haltungen befindlichen Tiere einer DNA-Analyse unterzogen werden. Bei drei viertel der Tiere ist dies mittlerweile geschehen.  Das Projekt mit einem Gesamtkostenvolumen von 70.000 Euro wird maßgeblich von der Heinz-Sielmann-Stiftung, der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, dem DBU Naturerbe (gemeinnützige Gesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt) und der Deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) finanziert.

Um der Inzuchtgefahr vorzubeugen, bedarf die Wisentzucht einer planmäßigen Steuerung auf gesicherter wissenschaftlicher Basis. Vordringlich ist zurzeit eine DNA-Analyse der einzelnen Tierbestände. Das genetische Material wird durch Stanzproben gewonnen. Gegenüber einer Blutprobe hat dies den Vorteil, dass die Tiere nicht narkotisiert werden müssen. Die Proben werden zentral am Institut für Tiergenetik der Universität Warschau untersucht.

Am Ende des 1. Weltkrieges war der Bestand des Europäischen Wisents in freier Wildbahn erloschen. Lediglich 54 Tiere hatten in Tierparks und Zoologischen Gärten überlebt. Zwölf davon bilden den Ursprung der gesamten heutigen Population, die auf 4500 Tiere geschätzt wird. Hiervon leben europaweit etwa 2500 Tiere in Semireservaten oder der freien Wildbahn


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