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27.12.2013

Syker Buchen ins Bild gerückt

Nachhaltigkeitsjubiläum im Wald

(Syke) Mit einer landesweiten Bilderrahmenaktion weisen die Niedersächsischen Landesforsten auf die 300 Jahren junge Idee der Nachhaltigkeit hin. Im Syker Friedeholz hat das Forstamt Ahlhorn gegenüber dem Kreismuseum jetzt einen überdimensionalen Bilderrahmen aufgestellt. Der Blick wird auf bis zu 200 Jahre alte  Buchen mit dem darunter stehenden Nachwuchs gelenkt. Im Schutz des alten Waldes wachsen hier die Bäume für die nächste Waldgeneration heran. „Für uns Förster ist das ein Idealbild naturnaher Buchenwaldbewirtschaftung“, erläutert Heinz-Dieter Tegtmeier von der Revierförsterei Syke die Wahl des Standortes. Vor dem Hintergrund der Baumfamilie kann man den Bilderrahmen für eine eigenes Familienfoto nutzen. Alt und Jung bedingen sich gegenseitig - im Wald und bei den Menschen.

Die Bilderrahmenaktion ist Bestandteil der bundesweiten Kampagne „300 Jahre Nachhaltigkeit“. 1713 formulierte der Oberberghauptmann von Carlowitz erstmals den Leitsatz für die nachhaltige Waldbewirtschaftung, der bis heute Richtschnur für die Arbeit der Förster in unseren Wäldern ist.

 

Dr. Ralf Vogeding vom Kreismuseum Syke, freut sich über den Standort zwischen den beiden ersten Kunstobjekten „Hirsch“ und „Welle“ auf dem Kunstpfad „Wald-Weg-Zeichen“. Für die Stadt Syke sind Stadtbiologin Angelika Hanel und Tiefbauamtsleiter Lars Brunßen gekommen, um gemeinsam mit Förster Heinz-Dieter Tegtmeier den Bilderrahmen für das ersteFamilienfoto“ zu füllen.

 

Für die bundesweite Aktion zum Jubiläumsjahr „300 Jahre Nachhaltigkeit“ werden individuell gefertigte  Bilderrahmen aufgestellt. Sie lenken den Blick der Waldbesucher auf besondere Punkte in unseren Wäldern, die nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet werden. Das bedeutet zunächst, dem Wald nicht mehr Holz zu entnehmen, als nachwächst. Zum Generationenvertrag nachhaltiger Waldbewirtschaftung gehört heute für die Landesforsten aber auch, die Wälder als vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten, die naturnahe Erholung zu gewährleisten und die Schutzaufgaben des Waldes zum Beispiel zur Gewinnung von Trinkwasser, zum Schutz vor Lärm oder zur Luftreinhaltung zu sichern.

 

Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde von der deutschen Forstwirtschaft – namentlich durch den Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz –im ersten forstlichen Lehrbuch, der „Sylvicultura oeconomica“ im Jahr 1713 geprägt. Der Autor Ulrich Grober schreibt über das Lehrbuch: „Carlowitz ist besorgt über die Ausplünderung der Wälder und die Übernutzung der lebenswichtigen Ressource Holz. Der drohende Holzmangel ist in ganz Europa die große, die alles überschattende Energiekrise seiner Zeit. Etwa das, was für uns im 21. Jahrhundert ‚peak oil“ ist, das Ende des Öls. Gegen den Raubbau am Wald setzt die Sylvicultura oeconomica die eiserne Regel, „daß man mit dem Holtz pfleglich umgehe“. Und Carlowitz geht der Frage nach, „wie eine sothane - eine solche - Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuirliche beständige und n a c h h a l t e n d e Nutzung gebe / weil es eine unentbehrliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag.“ Zitat Ende.

 

Mit dem Report der Brundtland-Kommission 1987 und der 1992 Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Rio  betrat der bis dahin nur den Förstern vertraute Begriff unter dem Namen sustainable development die (umwelt)politische Bühne und ist heute in aller Munde wenn es um die (Über)Nutzung unseres blauen Planeten geht.

 

Wer mehr wissen möchten, kann sich unter www.landesforsten.de informieren. Auf der Seite www.landesforsten.de/300-Jahre-Nachhaltigkeit-NLF-sind-dabei.2753.0.html  ist ein „Nachhaltigkeitsticker“ eingerichtet und weitere Informationen stehen bereit.

 

 

 


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