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19.06.2017

Notfallübung als Herausforderung

Ernstfall im Wald durchgespielt.

(Ahlhorn/Friesoythe/Garrel) Was tun bei einem Arbeitsunfall im Wald? Diese Frage beantworten die Niedersächsischen Landesforsten aufgrund der  gefährlichen Waldarbeit durch umfangreiche Vorbereitung aller Mitarbeiter und durch regelmäßiges Üben des Ernstfalles. In diesem Jahr organisierte das Forstamt Ahlhorn eine Notfallübung im Revier Augustendorf unter Echtbedingungen, das heißt die Beteiligten wussten nicht, dass es sich um eine Übung handelt. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, so stellvertretender Forstamtsleiter, Stefan Grußdorf. „14 Minuten nach Absetzen des Notrufes waren die Rettungssanitäter aus Garrel an der Unfallstelle, zwei Minuten später kam die Freiwillige Feuerwehr Markhausen und  nach 20 Minuten war der Notarzt aus Friesoythe zur Stelle.“ Er bedankte sich für die umfangreichen Vorarbeiten aller beteiligten Stellen zur Umsetzung der Übung.

 

Es ist gegen 11.00 Uhr früh: Vorarbeiter Willy Mechelhoff gerät bei Baumfällarbeiten im Augustendorfer Forst unter einen abgesägten Baum und setzt schwer verletzt noch einen Hilferuf über Helmfunk an seine Kollegen ab, bevor er bewusstlos wird. Diese eilen zum Unfallort und beginnen mit der sogenannten Rettungskette. Während ein Forstwirt beim Verunglückten bleibt und Erste Hilfe leistet, setzt sein Kollege um 11.04 Uhr per Handy den Notruf ab und fährt umgehend zum Notfalltreffpunkt am Waldrand. Während des Wartens auf den Rettungswagen werden Forstamt und Försterei über den Notfall informiert. Mit dem Eintreffen der Rettungssanitäter werden diese unverzüglich zur Unfallstelle weitergeleitet – sie treffen dort 14 Minuten nach der Alarmierung ein.

 

Bei der Vorbereitung der Notfallübung arbeiteten der DRK-Kreisverband Cloppenburg, der Landkreis, die Polizeiinspektion Cloppenburg und die Großleitstelle Oldenburger Land mit dem Forstamt zusammen. DRK-Geschäftsführer Wolfgang Oltmanns betont, dass für die Zeit des Übungseinsatzes die Sicherheit für die Bevölkerung weiter gewährleistet war. „Wir haben in Garrel ein Ersatz-Rettungsfahrzeug eingesetzt und auch ein weiterer Notarzt war während der Übung verfügbar“. In einer Nachbesprechung werden alle Beteiligten den Rettungsablauf im Einzelnen analysieren um Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und umzusetzen. „Bewährt hat sich bei diesem Notfall der Helmfunk - ohne diese Verbindung zu den Arbeitskollegen wäre im Ernstfall die Hilfe wohl zu spät gekommen“, zieht Grußdorf ein erstes Fazit aus der Notfallübung.

 

 

Hintergrund:

Waldarbeit ist bis heute eine der gefährlichsten Tätigkeiten in unserer Arbeitswelt. 

Die Niedersächsischen Landesforsten treffen daher umfangreiche Vorkehrungen um das Unfallrisiko zu minimieren. So hat der Einsatz von Holzerntemaschinen (Harvester) zu einem drastischen Rückgang der Arbeitsunfälle bei der Holzernte mit der Motorsäge geführt. Alle Mitarbeiter müssen regelmäßig die Ersthelferschulung nebst Auffrischlehrgängen absolvieren und bei gefährlichen Arbeiten wie der Baumfällung mit der Motorsäge müssen immer mindestens drei Forstwirte zugegen sein. Ein umfangreiches Netz von Notfalltreffpunkten ist in allen Wäldern der Landesforsten in Zusammenarbeit mit den Rettungs-Leitstellen angelegt worden. In jedem Arbeitsauftrag für die ständig wechselnden Arbeitsstellen in den Wäldern sind die Notfalltreffpunkte ebenso vermerkt, wie der nächstmögliche Waldbereich mit Handyempfang. Alle Arbeitsgruppen der Landesforsten sind mit Handy ausgerüstet, so dass - Funknetz vorausgesetzt – stets Hilfe geholt werden kann. Helmfunk zur Verständigung untereinander steht seit einigen Jahren allen Forstwirten auf freiwilliger Basis zur Verfügung.

 

 

 


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