Mahnmal als Sonderbiotop

 In Forstamt Göhrde, Regionale Presseregion Nordost

Forstamt Göhrde entwickelt Bunkerruine als Lebensraum für seltene Arten

 (Hitzacker) Der Forstort Junkerwerder zwischen Hitzacker und Tiessau hat eine wechselvolle Geschichte. Tiefe Gruben und Betontrümmer prägen dieses Waldgebiet der Niedersächsischen Landesforsten an der Elbe. Es sind die sichtbaren Überreste eines gewaltigen Tanklagers aus dem zweiten Weltkrieg.

In den Jahren 1936 bis 1938 wurde es zur Lagerung von Treibstoffen und Öl für den Kriegsfall eingerichtet. Zur Anlage gehörten ausgedehnte Straßen-, Schienen- und Rohrsysteme, Häfen, Pumpstationen und zahlreiche andere Gebäude; hier waren 400 bis 500 Zwangsarbeiter eingesetzt. Nach dem Krieg wurden die Anlagen demontiert und teilweise gesprengt. Das vor fast 70 Jahren aufgeforstete Gelände gehört heute zur Revierförsterei Leitstade des Niedersächsischen Forstamtes Göhrde.

Peter Pabel, Leiter der Revierförsterei Leitstade erklärt: „Einer der gesprengten Bunker soll als Lebensraum für seltene Arten gepflegt werden. Die Ruine hat die Form einer nach oben offenen Schüssel. Durch die Sonneneinstrahlung herrscht hier ein ganz besonderes Kleinklima. Außerdem befinden sich hier viele Nischen und Höhlen, ideale Lebensbedingungen für eine ganz spezielle Fauna und Flora. Neben Flechten und Moosen leben hier diverse Fledermausarten, Reptilien und Insekten. Die Natur erobert sich die Anlage zurück, allerdings verändern die hier drinnen wachsenden Bäume und Sträucher die Lebensbedingungen für die seltenen Arten durch Beschattung. Daher wollen wir die jetzt noch kleinen Holzgewächse abschneiden um der Veränderung zuvorzukommen. Durch die Pflegearbeiten wird dieses Mahnmal gegen den Krieg vom Forstamt Göhrde als Sonderbiotop erhalten. Aktive Hilfe und Unterstützung haben wir von den 75 Teilnehmern der Konfirmandenfreizeit Reinstorf bekommen“.

Die Jugendlichen verbringen zusammen mit Pastorin Henrike Koch und ihren Teamleitern in der Jugendfreizeitanlage Meudelfitz ihre Konfirmandenfreizeit. Hendrik Schatz, einer der Teamleiter und Forststudent war mit der Bitte eine sinnvolle Naturschutzmaßnahme durchführen zu dürfen an das Forstamt herangetreten. Ausgerüstet mit Sägen und Astscheren haben sie die Bunkeranlage von störenden Bewuchs befreit.

Hintergrund:

Das Niedersächsische Forstamt Göhrde liegt am Ostrand der Lüneburger Heide in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg. Das Forstamt bewirtschaftet ca. 20.000 Hektar Landeswald aufgeteilt auf sieben Revierförstereien. Es ist für die Landkreise Lüchow Dannenberg und Lüneburg Beratungsforstamt und vertritt als Träger öffentlicher Belange bei allen Planungen und Vorhaben die Interessen des Waldes und der Forstwirtschaft. Dazu nimmt es Sonderfunktionen in den Bereichen Waldökologie und Waldnaturschutz  wahr und arbeitet eng mit der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsisches Elbetal zusammen.

Weitere Infos zum Forstamt Göhrde finden Sie unter https://www.landesforsten.de/forstaemter/forstamt-goehrde/

Druckfähige Fotos zum kostenlosen Download unter folgendem Link:  https://nlf.pixxio.media/

Bilder 2550 und 2551: Konfirmandenfreizeit der Kirchengemeinde Reinstorf.1. v.l. Forstwirtschaftsmeister Frank Ewers; 2.v.l. Peter Pabel, Revierleiter der Försterei Leitstade.

Bild 2530: Im Hintergrund die Wände des ehemaligen Tanklagers. Die ersten Bäume liegen. Ganz links im Bild Revierförster Peter Pabel

Bild 2515: Teilnehmer der Konfirmandenfreizeit beim Entkusseln. Das Entkusseln ist das absägen störender Vegetation. Im Hintergrund die Bunkerwände des ehemaligen Tanklagers.

Für die Presse bieten wir zu aktuellen Ereignissen und Meldungen Bilder und Texte zum kostenlosen Download an. Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema veröffentlicht werden, mit dem sie in Verbindung stehen und müssen mit einem ungekürzten Urheberrechtsnachweis versehen sein, wie er jeweils an den Abbildungen angeben ist.

 

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