Waldführung im Mansholter Holz

 In Forstamt Neuenburg, Regionale Presseregion West

Großes Interesse an Waldinformation

Führung im Mansholt gut besucht

(Wiefelstede) Zu einem lebhaften Waldspaziergang entwickelte sich die Führung durch die Mansholter Büsche, zu der die Agenda 21 Wiefelstede und die Niedersächsischen Landesforsten eingeladen hatten. 35 Teilnehmer zeigten sich sehr interessiert an den Erläuterungen von Revierförster Stephan Nienaber und Jörn Schöttelndreier, der als Förster für Waldökologie auf Naturschutzfragen spezialisiert ist.

Kritische Fragen gab es zum Zustand und Ausbau der Waldwege, die mit Verweis auf die forstliche Nutzung des Waldes und der schnellen Wiederbegrünung abgeschobener Wegränder vor allem mit Gräsern und Kräutern beantwortet wurden. Revierleiter Nienaber stellte den Mansholt als einen zu zwei Dritteln von Laubbäumen geprägten Mischwald vor, in dem jährlich im Durchschnitt 800 Kubikmeter Nutzholz einzuschlagen seien, während gleichzeitig 1200 Kubikmeter jedes Jahr zuwachsen.

Bei der Waldbehandlung ging es besonders um die Wuchskonkurrenz zwischen Eiche und Buche. Ohne Regulierung durch die Förster, würden die Eichen von den Buchen durch überwachsen verdrängt.

Im Bereich der Nutteler Bäke erläuterte Jörn Schöttelndreier die umfangreichen Naturschutzanforderungen an das Mansholter Holz. Das Naturschutzgebiet gehört gleichzeitig auch als Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiet zum europäischen Naturschutznetz Natura 2000. In den FFH-Gebieten ist der Erhalt von Wald-Lebensraumtypen das Hauptziel. Im Mansholt gilt dies besonders den Eichen-, Buchen und Auewald-Lebensräume.

Hier ist die Waldbewirtschaftung nicht ausgeschlossen, sondern für die Erhaltung der Eichen sogar erforderlich. Zusätzlich gibt es ein weiteres Konzept der Niedersächsischen Landesforsten, wo Waldteile komplett sich selbst überlassen werden. Die natürliche Waldentwicklung ohne menschliche Eingriffe ist seit diesem Jahr auf zehn Prozent der Landesforsten-Fläche ausgedehnt worden. Auch im Mansholt wird sich ein Gebiet im Bereich der Nutteler Bäke künftig zu einem Mini-Urwald entwickeln. Dort wird allerdings die Esche durch das für alle Teilnehmer deutlich erkennende Eschentriebsterben wohl nicht mehr vertreten sein.

Für die Initiatorin Inge Kuper waren „neben den Fachbegriffen und vielen Abkürzungen, vor allem die Begründungen für die Vorgehensweisen und Ziele – sowie der Zwiespalt von Erhalten, Bewahren und Schützen im Naturschutz als auch in der Forstwirtschaft sehr interessant und aufschlussreich.“

 

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