Gedenkstein für Prof. Otto

 In Forstamt Wolfenbüttel, Landesweite Presse, Niedersächsisches Forstplanungsamt

Zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig liegt gut erreichbar das Lechlumer Holz. In diesem kleinen von vielen Besuchern belaufenen Wäldchen ist seit einigen Jahren der sogenannte LÖWE-Pfad angelegt. Der beliebte Walderlebnispfad erklärt an mehreren Stationen das Waldbau-Programm der Niedersächsischen Landesforsten zur Langfristigen Ökologischen WaldEntwicklung für interessierte Laien wie auch für Fachleute.

Geistiger Vater des Programmes ist Prof Dr. Hans-Jürgen Otto, der langjährige Waldbaureferent der Niedersächsischen Landesforstverwaltung. Ihm zu Ehren enthüllten die Landesforsten am 19. September 2018 im Rahmen einer Feierstunde einen „Gedenkstein“, um dauerhaft an diesen bedeutenden 2017 verstorbenen Forstmann zu erinnern.

Der in Forstkreisen weit über Niedersachsen hinaus auch international bekannte Hans-Jürgen Otto wurde 1935 in Schweidnitz (Niederschlesien) geboren. Nach dem Studium der Forstwissenschaften in Hannoversch-Münden und Nancy und der Referendarzeit verbrachte er seine ersten beruflichen Jahre in Wolfenbüttel. Hier am Forstplanungsamt entwickelte er von 1965 bis 1974 seine Vorstellungen von einem Waldbau, der sich bei der Baumartenwahl auf eine umfassende Kartierung der unterschiedlichen Standorte stützt. Die Schäden in den Wäldern durch den Jahrhundertsturm „Quimburga“ 1972 und die großen Waldbrände 1975 und 1976 ließen in ihm die Erkenntnis reifen, dass ein moderner Waldbau die natürlich ablaufenden Prozesse stärker einbeziehen müsse, als es in den Beständen der Nachkriegsaufforstungen der Fall war. Ab 1974 konzipierte er als Waldbaureferent im Landwirtschaftsministerium zunächst eine neue „Regionale Waldbauplanung“ für Niedersachsen, die diesen Anspruch verwirklichen sollte. In seiner Habilitationsschrift beschäftigte er sich mit der Anbauwürdigkeit der Douglasie, einer amerikanischen Baumart, die sich angesichts sich verändernder Umweltbedingungen gut in hiesige Strukturen einfügen ließe. Mit seiner unbändigen geistigen Schaffenskraft entwickelte er 13 Grundsätze, nach denen eine naturgemäße Waldbewirtschaftung auf ökologischer Grundlage auch wirtschaftlicher umzusetzen sei. Dieses 1991 vom Niedersächsischen Landtag beschlossene Waldbauprogramm entfaltete große Wirkung und wurde zum Vorbild vieler Waldbauprogramme anderer Bundesländer. In der Folge reifte das Programm durch die Erfolge bei der Umsetzung zu einer Art Betriebsphilosophie in den Niedersächsischen Landesforsten, die bis heute Früchte trägt. Das Programm wurde 2016 nach 25 Jahren bilanziert, an aktuelle Entwicklungen angepasst und fortgeschrieben. So wird es auch für die nächsten 25 Jahre Grundlage für die Entwicklung der niedersächsischen Landeswälder sein.

Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, hält bei der Feierstunde fest: „Der Stein steht an wunderschöner Stelle und fügt sich harmonisch in den Wald ein. Hier erinnert er nicht nur die Besucher des LÖWE-Pfades, sondern auch alle angehenden Förster der Landesforsten, die ihre Ausbildung im nahegelegenen Forstplanungsamt durchlaufen, an den verdienstvollen Forstmann und den Ursprung des LÖWE.“

Die Finanzierung hat die „Stiftung Zukunft Wald“ (Landesforsten-Stiftung) übernommen, die auch schon den LÖWE-Pfad maßgeblich finanziert hat.

 

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