Forstrevier Augustendorf unter die Lupe genommen

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Mehr Holz, mehr Nachwuchs, weniger Wild

(Augustendorf/Friesoythe/Landkreis Clp) Alle zehn Jahre werden die Reviere der Niedersächsischen Landesforsten einer umfassenden Waldinventur unterzogen. In diesem Jahr war die Revierförsterei Augustendorf an der Reihe. Als Fachmann für Waldinventuren zählte Heiko Karstens zwar nicht jeden Baum, hat aber jeden Waldbestand abgelaufen und viele Aspekte, wie Pflege- und Gesundheitszustand, Bodenschäden, Wildverbiss und vorkommenden Baumnachwuchs beurteilt. Die Ergebnisse seiner Erhebung, die als Richtlinie für die Waldbehandlung in den kommenden zehn Jahren dient, stellte er nun im Forstamt Ahlhorn vor.  Revierförster Onno Striowsky wurde dabei in dem zu drei Vierteln aus Nadelbäumen bestehenden Revier eine gute Waldpflege bescheinigt.

Für die Zukunft stehen in den Augustendorfer Wäldern aber wichtige Neuausrichtungen an. Die überwiegend nach dem verheerenden Sturm von 1972 wieder aufgeforsteten Wälder kommen in die Nutzungsreife. Daher kann künftig die nachhaltig genutzte Holzmenge um ein Viertel auf fast 12.000 Kubikmeter pro Jahr steigen. Dazu soll im kommenden Jahrzehnt auf zehn Prozent der Waldfläche Nachwuchs etabliert werden. Während die Nadelbäume wie Fichte, Kiefer und Douglasie sich gut selbst aussäen, ist das anspruchsvolle Ziel die Buche als Laubbaumart in den Wäldern zu etablieren. „Die ökologische Anreicherung der Wälder mit Buchen ist für die Landesforsten unverzichtbar“, so Betriebsdezernent Stefan Grußdorf vom zuständigen Forstamt Ahlhorn, „die Bodenverbesserung durch Buchen in Nadelwäldern ist überall wo wir so vorgehen, deutlich sichtbar.“  Die Beteiligten waren sich einig, dass bis zur großflächigen Etablierung dieser bisher durch Wildverbiss gefährdeten Baumart eine intensive Bejagung von Rehwild und Damwild unverzichtbar ist.

Hintergrund: Revierförsterei Augustendorf

Die Försterei umfasst mittlerweile eine Fläche von 2.140 Hektar. Davon sind 155 Hektar unbewaldet, 200 Hektar sind Aufforstungen von Schutzwald für die Wassergewinnung und 28 Hektar auf dem Barenberg bleiben als sehr seltener, äußerst näährstoffarmer Flechten-Kiefernwald für die natürliche Waldentwicklung ohne Nutzung.

Zum Revier gehören im nördlichen Bereich um die Thülsfelder Talsperre die Wälder Peterwald II, Barenberg, Langeberg, Wöstenschlatt, Abeln-Pand, Peheimer Feld, Hillhöhe, Herrnsand, Bänschlatt, Ringelberg, Schleefeld, Gro-ßer Horstberg, Kleiner Horstberg und Hülsberg. Diese liegen überwiegend im Gebiet der Stadt Friesoythe aber auch in Molbergen und Garrel.

Während Kiefern und Douglasie sechzig Prozent der Waldbestände ausmachen, sind Laubbäume bislang nur auf einem Viertel der Waldfläche vertreten, darunter die Eiche mit 15 Prozent. Die Buche als ökologisch wertvolle Mischbaumart ist mit fünf Prozent der Waldfläche deutlich unterrepräsentiert.

Sorgen bereitet den Förstern die amerikanische Traubenkirsche, die sich massiv ausbreitet und bereits auf über einem Fünftel der Waldfläche verbreitet ist. Sie verdrängt heimische Baumarten und ist langfristig am ehesten durch Pflanzung von Buchenwäldern zurückzudrängen.

 

 

 

Recommended Posts