Renaturierung mit Strömungslenkern in der Ise

 In Forstamt Unterlüß, Regionale Presseregion Nordost

Gemeinsames Naturschutzprojekt in den Niedersächsischen Landesforsten

(Hankensbüttel / Emmen) Im Rahmen eines Koorperationsprojektes zwischen den Niedersächsischen Landesforsten und dem Aller-Ohre-Verband soll die Ise revitalisiert werden. Die Baumaßnahmen sollen voraussichtlich bis zum 20. Dezember andauern. Der Baubetrieb erfolgt über die Emmer Straße. Autofahrer werden gebeten, auf den Baustellenverkehr Rücksicht zu nehmen. Fußgänger sollten in diesen Zeitraum auf den die Ise begleitenden Forstweg ausweichen.

Im Naturschutzgebiet „Ise mit seinen Nebenbächen“ werden südlich der Brücke Emmer Straße über den Elbe-Seiten-Kanal unterschiedliche Bauarten von Strömungslenkern zur Gewässerrevitalisierung getestet. Ziel des Bauprojektes ist es, sogenannte Lenkbuhnen in unterschiedlichen Bauweisen und Dimensionierungen auf ihre Einsatzmöglichkeit in langsam fließenden Bächen zu testen.

Die Lenkbuhnen werden als niedrige Buhnen gegen die Strömung vom Ufer aus in die Ise eingebaut. Sie sollen in unterschiedlichen Breiten und Höhen ins Gewässer ragen. Dadurch bewirkt das gleichzeitige Um – und Überströmen des Wassers, im vorher recht monotonen Bachlauf ein vielfältiges Strömungsbild, welches langfristig zu einer reichhaltig strukturierten Gewässersohle beiträgt. Auf diese Weise soll der bisher nur gering strukturierte Ise-Abschnitt wieder zu einem attraktiveren Lebensraum für typische Bachbewohner werden.

Ronald Möws, Gewässerkoordinator im Aller-Ohre-Verband erklärt: „Die genaue Wirkung dieser Strömungslenker ist in diesen langsam fließenden Gewässern noch weitgehend unbekannt. Der allgemeine Vorteil der Strukturen ist, bei weitgehender Hochwasserneutralität und gleichzeitigem Schutz der Ufer an der Gewässersohle vielfältige Lebensräume zu schaffen. Damit sind sie aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Kosten ein wirksames Mittel, die Gewässer nachhaltig zu verbessern und den Zielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie gerecht zu werden.“

„Die Ergebnisse aus dieser Maßnahme können sehr gut für zukünftige Planungen in der Gewässerrenaturierung genutzt werden. Was wir brauchen, sind kostengünstige und effiziente Methoden, mit denen wir unsere Gewässer ökologisch aufwerten können, ohne dass dadurch Nachteile für die Anlieger entstehen.“ ergänzt Silke Westphalen, Geschäftsführerin des Aller-Ohre-Verbandes.

Ein Monitoring über die Wirkung der insgesamt 16 Einzelstrukturen erfolgt durch den Aller-Ohre-Verband in Zusammenarbeit mit Jürgen Wagner, Naturschutzbeauftragter im LK Gifhorn in enger Abstimmung mit dem Umweltamt des Landkreises. Die Finanzierung der ca. 35.000 € teuren Maßnahme erfolgt zu 90 % durch eine Förderung des Landes und der europäischen Union aus der Fließgewässerentwicklung.

Die fehlenden 10 Prozent werden vom Forstamt Unterlüß getragen. „Das Forstamt ist konkret an den Ergebnissen der Teststrecke interessiert, um in den kommenden Jahren weitere Gewässerabschnitte der Ise ökologisch aufzuwerten.“ blickt Christoph Rothfuchs – Naturschutz Förster im Forstamt Unterlüß – in die Zukunft. „Das Forstamt grenzt beidseitig auf über 5 km an die Ise. Hier bieten sich weitere Optimierungsoptionen in dem großen Schutzgebiet.“

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