Wald (be)greifbar machen – Waldpädagogikzentrum zieht Bilanz

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

Erfolgreiche Saison im Waldpädagogikzentrum Hahnhorst

(Nienburg/Schwaförden/Landkreise DH und NI) Wo sonst Schüler durch die Räume toben, ist seit Dezember Ruhe eingekehrt. Im Waldpädagogikzentrum Hahnhorst der Niedersächsischen Landesforsten wird jetzt grundgereinigt, repariert, gestrichen und die Förster Lara Rahmann und Michael Knipping blicken auf eine ereignisreiche Saison zurück. So kamen zum ein- bis zweiwöchigen Waldeinsatz von März bis November diesen Jahres 21 Schulklassen mit 560 Schülerinnen und Schülern überwiegend aus niedersächsischen Schulen aber auch aus Frankfurt und Bochum. „Am beliebtesten sind weiterhin die zweiwöchigen Waldeinsätze.

Da ist genug Zeit um den Wald und die Umgebung kennenzulernen und als Klassengemeinschaft zusammenzuwachsen“, ist sich Rahmann, die seit September die Waldeinsätze organisiert, sicher. „Und ab dem 3. Tag bei uns wird dann nicht mehr mit dem Smartphone, sondern wieder miteinander gesprochen“, ergänzt Michael Knipping mit Blick auf den schlechten Funkkontakt im Schwafördener Wald. Knipping organisiert mit einem Team von nebenberuflichen Waldpädagogen Waldaktivitäten wie Erlebnisführungen, Projekttage, Waldjugendspiele aber auch Nachtwanderungen. „Wir kommen überall dort hin, wo Wald ist, so dass die Schulen und andere Nachfrager kurze Wege haben.“ erläutert Knipping den Unterschied zum Waldeinsatz als Klassenfahrt.

Der ausgebildete Förster und Waldpädagoge registriert ein zunehmendes Interesse für die Angebote im Wald. „In den vergangenen drei Jahren hat sich die Teilnehmerzahl auf fast zehntausend Personen mehr als verdoppelt. Entsprechend ist auch die Zahl der Waldpädagogen, die mit uns zusammenarbeiten von 13 auf 23 angestiegen.“

Bereits jetzt laufen die Planungen für das nächste Jahr. Die Jugendwaldeinsätze ab März 2019 sind bis auf wenige Wochen im Oktober und November bereits ausgebucht, so Lara Rahmann. Auch für Michael Knipping stehen die größeren Angebote fest: „Die Ferienprogramme und unser Highlight, der einwöchige Waldführerschein für Kinder von 7 bis 11 Jahren,  sind vorgeplant. Für die vielen eintägigen Veranstaltungen ist es noch zu früh.

Aber ab März, wenn es draußen wieder schön wird, klingelt laufend das Telefon“ ist er sich sicher. Nur etwa 10 Prozent seiner Zeit ist Knipping selbst als Waldpädagoge unterwegs, den Rest der Zeit organisiert und vermittelt er die Nachfrage an die Waldpädagogen, die zwischen Rotenburg und Lemförde und von Bremen bis Neustadt für das Waldpädagogikzentrum im Einsatz sind.

Auch baulich entwickelt sich das Waldpädagogikzentrum weiter. So wurde in diesem Jahr das Ahorn-Haus um Büro- und Unterkunftsmöglichkeiten erweitert, vor allem um die nunmehr zwei Freiwilligen im Ökologischen Jahr angemessen zu beherbergen.

Im nächsten Jahr wird ein zusätzliches Gebäude für die Forstwirt-Ausbildung des Forstamtes Nienburg, für einen Schlechtwetter-Arbeitsplatz der Forstwirte und für ein Försterbüro erstellt. Als Lernbiotop für die waldpädagogische Arbeit soll ein kleiner Teich entstehen und die Beschaffung von Klima-Messstationen wird erwogen.

 

Hintergrund

Das Waldpädagogikzentrum (WPZ) Hahnhorst ist eines von elf Zentren dieser Art in den Niedersächsischen Landesforsten. Davon bieten neun Häuser die Möglichkeit der praktischen Waldeinsätze mit Übernachtung an.

Das Haus in Hahnhorst mit seinen 44 Betten ist in den Ferien und an Wochenenden auch für Gruppen buchbar, die naturnah einen Aufenthalt oder Seminare buchen wollen.

21 Schulen nutzten 2018 das Waldeinsatz-Angebot im WPZ, davon 5 Grundschulen. Einige Kindergärten kamen für ein oder zwei Übernachtungen und verschiedene private Gruppen nutzten belegungsfreie Zeiten. Dazu gab es in den Sommerferien ein Camp von Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren von den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (IJGD) mit 23 Teilnehmern aus ganz Europa und Asien.

Dezentrale Angebote

Schulen zwischen Rotenburg/Wümme und dem Dümmer und von Bremen bis nach Neustadt bei Hannover können über das WPZ waldbezogene Aktionen von der Waldführung über Projekttage bis hin zu Waldjugendspielen im Wald vor ihrer Haustür buchen. Die Veranstaltungen werden von einem oder mehreren der 23 zertifizierten Waldpädagogen, die mit dem WPZ zusammenarbeiten, durchgeführt.

Für die Veranstaltungen wird ein überschaubares Entgelt erhoben. Im Landkreis Diepholz bezuschusst die Stiftung Naturschutz die Anfahrt und die Teilnahmegebühren für Schulen aus dem Landkreis. Etwa zwanzig Prozent der Veranstaltungen werden für Erwachsenengruppen aller Altersstufen einschließlich Seniorengruppen durchgeführt und auf die besonderen Wünsche zugeschnitten.

Personal

4 Forstwirte betreuen die Schulkassen am Vormittag beim Waldeinsatz und in der Holzwerkstatt

2 Hauswirtschafterinnen und 1 Reinigungskraft sorgen für das leibliche Wohl und die Sauberkeit

2 Freiwillige im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) verstärken das Team

1 Försterin und 1 Förster leiten das Waldpädagogikzentrum

23 zertifizierte Waldpädagogen stehen nebenberuflich für verschiedenste Veranstaltungsangebote im weiten Einsatzraum des WPZ unterstützend zur Verfügung

Lebendes Inventar

Zwei Schafe und zwei Förster-Hunde leisten auf vier Beinen einen wichtigen Beitrag zum Gelingen eines Aufenthaltes im WPZ Hahnhorst.

 

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