Douglas-Allee wie ein Kirchenschiff

 In Forstamt Neuenburg, Regionale Presseregion West

Waldarbeiter retteten heutige Allee

(Schortens) Wie in einem Kirchenschiff aus Bäumen steht man in der 130 Jahre alte Douglasien-Allee im Upjeverschen Forst bei Schortens. Der älteste Teil des Upjeverschen Forstes, der zu den Niedersächsischen Landesforsten gehört, wurde bereits Mitte des 16. Jahrhunderts durch Saat von Eicheln und Bucheckern angelegt. Erst 300 Jahre später wird das sogenannte Streitfeld, eine Heidefläche, mit Kiefern, aber auch mit anderen Nadelbäumen wieder bewaldet. So wird dort im Jahr 1891 auf einer Länge von 2.400 Metern eine Douglasien-Allee angelegt, von der heute noch ein Fünftel der ursprünglichen Länge erhalten ist. Einhundert Bäume verteilen sich auf dem Allee-Rest mit einem durchschnittlichen Abstand von acht Metern von Baummitte zu Baummitte gerechnet. Wenn man nun die stattlichen Brusthöhendurchmesser (BHD) von 50 bis 110 Zentimeter zugrunde legt, so beträgt der durchschnittliche Abstand von Baum zu Baum nur sieben Meter. Profitiert das Wachstum der Douglasie hier deutlich vom atlantischen Klima, so ist die Küstennähe auch ein limitierender Faktor. Die Baumhöhe liegt derzeit lediglich um 35 Meter. Ein Blick in die Kronen zeigt deutlich die stete Windschur, die den Kronenspitzen zusetzt.

Bis die Forstarbeiter sich wehrten

Die Streitfelder Douglasien-Allee wurde in den 1960er Jahren bis Anfang der 1970er Jahre forstwirtschaftlich genutzt, also eingeschlagen. Es wird erzählt, dass sich schließlich die Waldarbeiter weigerten, weiter die Säge an diese Allee im Wald zu setzen. So verdanken wir den couragierten Forstarbeitern, dass uns die Baumreihen auf 440 Meter im Norden und auf 340 Meter im Süden erhalten blieb. Im weiteren Verlauf der ehemaligen Allee erinnern noch vereinzelt vorhandene Douglasien an die vor fünfzig Jahren verschwundenen restlichen zwei Kilometer dieser Allee.

Ausflugstipp

Die Douglasien-Allee im Upjeverschen Forst ist am einfachsten über den Waldeingang nahe der Gaststätte „Brauner Hirsch“, Buschweg 11 in Friedeburg/Dose zu erreichen.

Fotos und Text zum Download hier.

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