Waldentwicklung im Revier Upjever – Fichte verliert, Buche gewinnt bei steigender Holznutzung

 In Forstamt Neuenburg

(Wittmund, Schortens, Jever, Varel, Neuenburg) Eine umfangreiche Bestandsaufnahme für die Wälder der Revierförsterei Upjever haben die Niedersächsischen Landesforsten in diesem Sommer vorgenommen. Ein Forstgutachter inspizierte jeden Waldbestand in dem 2.200 Hektar großen Revier. Er begutachtete den Zustand und die Pflege der Wälder und machte Vorschläge für die Waldbehandlung und Nutzung in den nächsten zehn Jahren. „Nach dieser Richtschnur pflegt, pflanzt, nutzt und schützt der zuständige Revierförster in den nächsten zehn Jahren den ihm anvertrauten Wald“ erläutert Forstamtsleiter Dr. Martin Dippel die Bedeutung dieser gerade fertiggestellten Bestandsaufnahme. So stellte der Gutachter fest, dass trotz der nicht übermäßig guten Bodenverhältnisse, „das atlantische Klima das Baumwachstum fördert, so dass mit einem vergleichsweise hohen Ertragsniveau zu rechnen ist“. Für Jan-Michel Schmeling, der vor einigen Monaten die Revierleitung übernommen hat, bedeutet diese positive Aussage zunächst einmal jede Menge Arbeit. „Sehr viele Nadelbäume sind oder werden nutzungsreif und neben der um zehn Prozent steigenden Holznutzung sind jedes Jahr durchschnittlich zwölf Hektar Pflanzungen unter dem Schirm alter Bäume anzulegen“, umreißt Schmeling seinen Aufgabenkatalog. So steigt die jährliche Holznutzung auf 9000 Kubikmeter und die bevorzugt zu pflanzenden Baumarten sind hauptsächlich Eichen, Buchen und Douglasien. Die noch mit über zehn Prozent in den Wäldern vertretene Fichte wird dagegen künftig nur noch als Beimischung geduldet. „Die Fichte hat ein hohes Trockenstressrisiko und soll daher gerade mit Blick auf den Klimawandel nur noch als Begleitbaum in diesen Wäldern vorkommen“, so Jan-Michel Schmeling zu der geänderten Rangfolge der Baumarten.

Aber auch der Schutz von Natur und Landschaft kommt in der Försterei nicht zu kurz. So werden im Wittmunder Wald die naturnahe Umgestaltung von 200 Hektar Waldfläche durch Ausgleichs- und Ersatznahmen weitergeführt und die alten Waldbereiche um das Forsthaus Upjever, das sogenannte „Altertum“, werden künftig der Eigenentwicklung ohne weitere Nutzung überlassen. „Da etwa die Hälfte des Forstrevieres, vor allem im Wittmunder Wald, dem Upjeverschen Forst und den Waldgebieten um Varel einer intensiven Erholungsnutzung unterliegen“, so Jan-Michel Schmeling, „sind wir auch gehalten auf einen guten Wegezustand und ein ansprechendes Waldbild im Rahmen des Möglichen zu achten“.

Hintergrund

Die Revierförsterei Upjever

umfasst seit 01.01.2012 Wälder mit einer Fläche von 2.100 Hektar (21 km²) in den Landkreisen Wittmund, Friesland und Ammerland. Revierleiter ist seit 01. Juni 2019 Jan-Michel Schmeling mit Dienstsitz im Forstamt Neuenburg.

Zum Revier gehören die sieben Waldgebiete

  • Dunumer Wald (62 Hektar) bei Dunum
  • Wittmunder Wald (680 Hektar)
  • Upjever Forst (736 Hektar) bei Schortens
  • Hooksiel (167 Hektar) bei Wilhelmshaven
  • Vareler Wald (176 Hektar) bei Varel
  • Herrenneuen (316 Hektar) bei Varel-Büppel
  • Nethen (57 Hektar) bei Wiefelstede

Baumartenverteilung verschiebt sich

Fast die Hälfte der Wälder in der Revierförsterei setzt sich aus Laubbäumen (47%) vor allem der Eiche (21 %) zusammen. Unter den Nadelbäumen dominieren noch Kiefern (21 %) und  Fichten (14 %). Deren Anteil wird künftig jedoch weiter zurückgehen. Verstärkt werden Buchen, Eichen und Douglasien aber auch Weißtannen in den Wäldern vertreten sein.

Nachhaltige Nutzung

Die Holznutzung wird von bisher rund 8.000 auf 9.000 Kubikmeter Nutzholz im Jahr ansteigen. Das entspricht etwa der Holzmenge, die man für den Bau von 120 Holzhäusern (Einfamilienhaus) benötigt. Der tatsächliche Holzzuwachs an allen Bäumen liegt bei fast 14.000 Kubikmetern, so dass trotz steigender Nutzung die Holzvorräte im gesamten Revier weiter ansteigen.

Foto (Landesforsten/Rainer Städing):

Revierförster Jan-Michel Schmeling misst im künftigen Mischwald eine nutzungsreife Fichte über Waldnachwuchs aus Buchen und Nadelbäumen.

Download der Fotos und des Textes hier.

 

 

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