FBG Mittelweser – im Zeichen von Waldumbau und Käfergefahr

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

Forstbetriebsgemeinschaft Mittelweser tagte in Landesbergen

 (Landesbergen/Nienburg) Zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung trafen sich jetzt 50 Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Mittelweser in der Interessentenforst Landesbergen. Dort stellten der örtliche Vorsitzende Günter Damm und der betreuende Revierförster Karl-Heinz Dose von den Niedersächsischen Landesforsten den einhundert Hektar großen Waldbesitz vor. Der Wald besteht zu fast 80 Prozent aus nach dem Kriege wieder aufgeforsteten Kiefernbeständen. Diese können jetzt nach und nach geerntet werden und gleichzeitig wird der Umbau der Kiefernforste zu Mischwald fortgesetzt. „Die Interessentenforst entwickelt sich weg vom reinen Kiefernrevier“, erläuterte Förster Dose. „In den kommenden zehn Jahren werden verstärkt Buchen, Douglasien und Roteichen unter dem aufgelichteten Schirm der Altkiefern gepflanzt.“ Die Kiefer soll aber nicht aus dem Wald verschwinden. Sie ist auf den Sandböden der Interessentenforst im Zeichen des Klimawandels als trockenheitsresistente Mischbaumart weiter gefragt und samt sich natürlich aus.

Vorträge im Saal

Anschließend fand die Mitgliederversammlung im Brokeloher Dreschhof statt. Nach den Regularien berichtete Henning Schmidtke, Leiter des Forstamtes Nienburg von einem „gespaltenen Holzmarkt“. Während sich geschlagenes Eichenholz sehr gut und Buchenstämme befriedigend vermarkten ließen, seien die Preise für Nadelholz auf Talfahrt. Nach den letztjährigen Sturm-, Trockenheits- und Käferschäden vor allem bei Fichten, setze sich der Schadholzanfall mit den jüngsten Stürmen Eberhard und Franz über Niedersachsen hinaus fort. Angesichts der sich im Frühjahr fortsetzenden Borkenkäfer-Kalamität steht für Schmidtke fest „Die Witterung in diesem Sommer ist entscheidend für das Schicksal der Fichte.“

Dazu wies  Marco Becker vom Forstamt auf die Notwendigkeit hin, die Fichten-Borkenkäfer, die ab etwa siebzehn Grad aus dem Winterquartier ausschwärmen, gleich zu Beginn mit verschiedenen Maßnahmen zu bekämpfen. „Wir hatten noch nie so viele Käfer, die aus der Überwinterung kommen und die die bereits vom Vorjahr geschwächten Fichten befallen werden.“

Forstbetriebsgemeinschaft Mittelweser

Im Forstamt Nienburg werden 81 sogenannte Betreuungsforsten in den Revieren Leese, Uchte, Nienburg und Memsen betreut. Der Großteil dieser Forstgenossenschaften oder Kommunalwälder hat sich in der Forstbetriebsgemeinschaft Mittelweser zusammengeschlossen. Der gemeinsame Holzverkauf, Förderanträge, Material- und Pflanzenankauf, Zertifizierung und die gemeinsame forstliche Weiterbildung und Information der Mitglieder sind die Aufgaben der Gemeinschaft.

Interessentenforst Landesbergen

Die Interessentenforst ist rund 100 Hektar groß und besteht aus 61 Mitgliedern, die gleich große Anteile an der Forst besitzen. Nach dem Krieg spielte vor allem die Wiederaufforstung der auch durch Reparationshiebe übernutzten Wälder eine große Rolle, dazu wurde vornehmlich Brenn- und Bauholz für den Eigenbedarf, später auch Grubenholz für den Bergbau, genutzt. Bis 1995 wurden alle Arbeiten in Eigenregie durchgeführt, mit teilweise bis zu 20 Personen bei Holzeinschlag und Pflanzung. Heute erledigen Holzerntemaschinen den Holzeinschlag und die Forstinteressenten machen Pflanzungen und Zaunbau selbst.

Die Forst bezieht ihre Einnahmen aus der Jagdverpachtung und der Nutzung von jährlich 500 Kubikmetern Nutzholz. Dabei gleicht der jährliche Holzzuwachs die Holzentnahme  mehr als aus.

Eine Besonderheit im Waldstück bei Heidhausen ist der kreisrunde Gottesdienstplatz, an dem seit 40 Jahren regelmäßig zu Pfingsten ein Waldgottesdienst stattfindet.

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