Landesforsten gleichen Waldverluste aus

 In Regionale Presseregion Süd

Kompensationspflanzung von jungen Eichen

(Münden / Reinhausen / Dassel) Als Ausgleich für Waldverluste und Landschaftsverbrauch durch den Bau von Stromtrassen pflanzen die Niedersächsischen Landesforsten neue Wälder. Rund 25 Hektar bisher landwirtschaftlich genutzter Flächen wollen die Forstämter Münden, Reinhausen und Dassel in den kommenden zehn Jahren im Landkreis Northeim aufforsten. Wo bisher Getreide oder Energiepflanzen angebaut wurden, sollen künftig naturnahe Laubwälder die Landschaft bereichern, das Klima verbessern und Grundwasser schützen.

Das Niedersächsische Forstamt Dassel forstet derzeit eine über vier Hektar große Ackerfläche in der Gemarkung Üssinghausen auf. Das zusammenhängende Flurstück wurde zuletzt als Ackerland landwirtschaftlich genutzt. Der Leiter der Försterei Hardegsen, Ralf Sepan, lässt Eichen, Elsbeeren, Kirschen sowie Wildobst und Sträucher pflanzen. Ein breiter Waldaußenrand mit heimischen, standortstypischen Gehölzen schirmt den künftigen Wald von umliegenden Ackerflächen ab. Ziel ist ein Klima angepasster Laubmischwald, im dem Eichen die vorherrschende Baumart bilden.

„Als Schutz vor Mäuse-Fraßschäden an den Jungpflanzen säen wir Waldstaudenroggen aus. Der Roggen lenkt Mäuse davon ab, im Winter die Rinde der Laubbäume anzunagen“. begründet Sepan seine Sorgen vor den Nagetieren. Alle Ersatzaufforstungs-Flächen gehören den Landesforsten. Der kleinste Acker bei Üssinghausen ist 7500 m² groß, die größte Ackerfläche liegt in der Gemarkung Schoningen. Das Forstamt Münden will dort in der Försterei Verliehausen eine insgesamt 13,6 Hektar große Fläche aufforsten.

Die Ersatzaufforstung ist notwendig durch Umweltauflagen bei Bauprojekten: Die neuen Stromtrassen von Nord- nach Süddeutschland stellen einen Eingriff in die Landschaft dar und führen zu Waldverlusten. Laut Gesetzt muss der Verursacher diese Waldverluste an anderer Stelle wieder ausgleichen.

„Die Aufwertung der Ackerfläche in einen Waldlebensraum stellt eine so genannte Kompensation dar. Der Landkreis Northeim ermöglicht dem Verursacher mit der Neuanlage von Wald einen Ausgleich für seinen Landschaftsverbrauch an anderer Stelle“. beschreibt Johannes Thiery das laufende Aufforstungsprojekt. Förster Thiery ist Ansprechpartner bei den Landesforsten für Kompensationen in Südniedersachsen. Der Fachmann arbeitet in der Funktionsstelle für Naturdienstleistungen im Forstamt Reinhausen und koordiniert von dort auch die jüngste Waldbegründung im Landkreis Northeim.

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