Forstamt Ahlhorn steigert Holznutzung

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Mehr Holzertrag, mehr Waldumbau und hohe Umweltansprüche

 (Ahlhorn/Region) Die Aufbauleistung von zwei Förstergenerationen nach dem Jahrhundertsturm von 1972 trägt nun Früchte: Inventurspezialisten des Niedersächsischen Forstplanungsamtes in Wolfenbüttel haben alle Waldbestände des Forstamtes unter die Lupe genommen und die Ergebnisse nun vorgelegt. So kann in den überwiegend wuchskräftigen Wäldern im kommenden Jahrzehnt nachhaltig ein Viertel mehr Holz als bisher genutzt werden. Dennoch wächst noch immer mehr Holz nach, als geerntet wird.  „In den kommenden Jahren werden sehr viele Nadelbäume, vor allem Kiefern, Fichten, Tannen und Douglasien nutzungsreif“, so Stefan Grußdorf, Betriebsdezernent im Forstamt.

„Gleichzeitig forcieren wir mit der Ernte hiebsreifer Bäume den Waldumbau besonders im Kiefernwald durch Pflanzung und natürliche Verjüngung zu mehr Mischwald mit deutlichen Laubbaumanteilen.“ Das heißt, dass der Wald auf  15 Prozent der Forstamtsfläche im kommenden Jahrzehnt durch Pflanzung oder natürliche Ansamung verjüngt wird. „Die Planungen sehen vor, dass Fichten- und Kieferanteile zurückgehen. Bei unseren künftigen Pflanzungen dominieren Eichen, Roteichen, Buchen sowie Douglasien, so dass unsere Wälder baumartenreicher und hoffentlich robuster gegen den Klimawandel mit den zunehmenden Witterungsextremen werden.“

Die detaillierten Ergebnisse wurden den Forstamtsmitarbeitern im Beisein des Präsidenten und des Vizepräsidenten der Niedersächsischen Landesforsten vorgestellt und abschließend diskutiert. „Die Ergebnisse sind ein großes Lob für die bisher geleistete Arbeit in den Revieren und gleichzeitig eine große Herausforderung für die kommenden zehn Jahre“, fasst Forstamtsleiterin Regina Dörrie das Ergebnis der Waldinventur zusammen.

Überschattet werden die vorgestellten Planungen durch die Belastungen aller Forstbetriebe durch das letztjährige Katastrophenjahr und den weiteren zu erwartenden Schäden durch Borkenkäfer und Wetterextreme. Wegen der katastrophalen Lage in vielen Wäldern gibt es derzeit einen Einschlagsstopp für nicht geschädigte Nadelbäume. „Es kann auch zu Engpässen bei den Forstpflanzen kommen, da für die Wiederaufforstung der Schadensflächen zum Beispiel im südlichen Niedersachsen sehr viele Baumschulpflanzen benötigt werden“, erläutert Betriebsdezernent Grußdorf das Dilemma.

 

Das Forstamt Ahlhorn in Zahlen

Struktur

15.000 Hektar Wald (150 km²) zwischen Syke im Osten und Friesoythe und Löningen im Westen werden vom Forstamt mit derzeit sieben Förstereien bewirtschaftet. Die Förstereien sind von Osten Syke, Harpstedt, Barnstorf, Sandkrug (Hatten), Baumweg (Ahlhorn), Cloppenburg und Augustendorf (Friesoythe). Die gut 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind darüber hinaus im Waldpädagogikzentrum des Forstamtes und in der Teichwirtschaft Ahlhorn tätig.

 

Waldzusammensetzung

Auf den durch Sandböden dominierten Waldstandorten sind Laubbäume mit 38 Prozent vertreten. Dies sind vor allem Eichen und Buchen. Bei den 62 Prozent Nadelbäumen überwiegt zurzeit noch die Kiefer, gefolgt von Fichte/Tanne und Douglasie.

 

Gemeinwohlfunktionen

Naturschutz

1.500 Hektar sind gesetzlich geschützte Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiete

1.900 Hektar sind Waldschutzgebiete der Niedersächsischen Landesforsten

500 Hektar Wald sind der natürlichen Waldentwicklung (Urwald-Dynamik) als Naturwälder oder Habitatbaum-Gruppen überlassen

Wasserschutz

6.400 Hektar Wald dienen dem Wasserschutz, das sind 45 Prozent der Wälder.

1.200 Hektar Wald wurden zum Trinkwasserschutz in Zusammenarbeit mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) in den letzten 25 Jahren neu angelegt

Erholung und Denkmalschutz

750 Hektar Waldfläche unterliegen einer besonders intensiven Erholungsnutzung. Hier findet insbesondere Naherholung in der waldarmen Region statt. Gleichzeitig gibt es touristische Anziehungspunkte wie die Thülsfelder Talsperre, die Urwälder Baumweg und Herrenholz, das Barneführerholz.

Ebenfalls viel besucht sind das Pestruper Gräberfeld und die markanten Großsteingräber, die zu den zahlreichen Kultur- und Bodendenkmäler gehören, die das Forstamt erhält.

 

Nutzung

Die Holznutzungsplanung steigt von derzeit jährlich 60.000 Kubikmeter Nutzholz auf 75.000 Kubikmeter an. Das entspricht theoretisch der Holzmenge, die für den Bau von 1.000 Holzhäusern (Einfamilienhaus) benötigt wird.

Dabei werden nur zwei Drittel des aktuellen Holzzuwachses geerntet. Die Holzvorräte im Forstamt steigen weiterhin an.

 

Waldumbau und Verjüngung

In den letzten 10 Jahren wurde auf 5 Prozent der Forstamtsfläche durch Pflanzung und natürliche Ansamung die nächste Waldgeneration etabliert. Einen Schwerpunkt nahm der Umbau der Kiefern- und Fichtenwaldbestände ein.

Bis 2029 sollen weitere 15 Prozent der Waldfläche umgebaut und verjüngt werden. Dabei dominieren Buchen, Douglasien, Eichen und Roteichen aber auch Tannenarten.

 

Jagd und Wild

Im Forstamt kommt Rehwild sowie teilweise Schwarzwild und Damwild vor. Zur Vermeidung von Wildverbiss am Baumnachwuchs sind Wildpopulationen durch Bejagung auf einem waldverträglichen Niveau zu halten, so die Auswertung der festgestellten Wildschäden. Neben Verbiss wurden vereinzelt Fegeschäden und Schälschäden an Bäumen festgestellt. Es ist Ziel der Niedersächsischen Landesforsten, alle Baumarten außer der Eiche ohne Zäunung im Wald etablieren zu können.

 

 

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