Ortstermin im neuen Naturschutzgebiet „Barnstorfer Wald“

 In Forstamt Wolfenbüttel, Regionale Presseregion Mitte

Niedersächsische Landesforsten, Stadt Wolfsburg und Naturschutzverbände treffen sich zu Waldbegang

(Wolfsburg) Am Mittwoch luden die Niedersächsischen Landesforsten in das neue Naturschutzgebiet „Barnstorfer Wald“ zu einem Waldbegang ein. Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Wolfsburg wurde mit Vertretern der Kreisgruppen der Naturschutzverbände NABU und BUND die aktuelle Situation im Wald bei Barnstorf erläutert.

Forstamtsleiter Andreas Baderschneider vom Forstamt Wolfenbüttel erläuterte zunächst die aktuell sehr schwierige Lage der niedersächsischen Wälder rund um die Themen Windwürfe, Trockenheit und Borkenkäfer. Nach Sturm Friederike und der anschließenden Trockenheit in 2018 konnten die Borkenkäfer drei Generationen entwickeln. „Mit dieser extrem hohen Anzahl an Käfern sind wir zu Beginn des Jahres gestartet. Die frühen warmen Tage haben die Käfer aus der Überwinterung im Boden und unter der Rinde aufwachen lassen und zu einem frühen Ausflug geführt. Wir sind mit allen verfügbaren Arbeitskräften dabei, die besiedelten Fichten und Lärchen schneller aufzuarbeiten, als die Borkenkäfer neue befallen können und damit die Wälder zu erhalten“, so Baderschneider.

Auch im Naturschutzgebiet „Barnstorfer Wald“ sind die Fichtenbestände stark vom Borkenkäfer betroffen. Bereits die Stürme in 2017 haben viele Fichtenbestände vorgeschädigt. Der örtlich zuständige Revierförster Klaus-Peter Deeken schilderte die Geschehnisse in diesem Waldgebiet. Seit Mitte 2017 sind wir praktisch im „Krisenmodus“. Ich kontrolliere wöchentlich die Fichten und Lärchen im Barnstorfer Wald und behalte die Borkenkäfersituation im Auge. In Kürze müssen wir erneut mit Forstspezialmaschinen die befallenen Bäume entnehmen. Dabei beachten wir selbstverständlich die Bestimmungen der Schutzgebietsverordnung.“

Neben der aktuellen Lage wurden zahlreiche weitere Themen erörtert. Die nun entstandenen Freiflächen müssen wieder bepflanzt werden. Die Baumartenwahl richtet sich nach den standörtlichen Verhältnissen: Boden, Wasserhaushalt und Lokalklima sind ausschlaggebend. Die verschiedenen Möglichkeiten, wie die Pflanzung von Eichen oder auch eine zeitweise natürliche Sukzession wurden angeregt diskutiert. Im Naturschutzgebiet Barnstorfer Wald wird künftig auf die Pflanzung der Baumarten Fichte, Lärche und Douglasie verzichtet. Grundlage hierfür ist das Waldbauprogramm der Niedersächsischen Landesforsten: LÖWE+ (Langfristige ökologische Waldentwicklung).

Auf Anregung der Naturschutzverbände wurde auch ausführlich über die Möglichkeiten der Steuerung des Wasserhaushaltes des Waldes gesprochen.

Ein weiterer Themenschwerpunkt des Gespräches waren gezielte Schutzmaßnahmen für die verschiedenen seltenen Arten im Barnstorfer Wald wie Feuersalamander und Wildkatze. Der Naturschutz im Barnstorfer Wald soll im Gleichklang mit der forstwirtschaftlichen Nutzung und der Erholungsnutzung des Waldgebietes entwickelt werden. Die Schutzgebietsverordnung regelt die Einbindung der Naturschutzbehörde bei verschiedenen forstlichen Maßnahmen.

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