Jagd auf Käferfichten geht weiter

 In Forstamt Neuenburg, Regionale Presseregion West

Fichten-Einschlag in Försterei Upjever

 (Neuenburg/Schortens/Varel) Rund eintausend Kubikmeter vom Borkenkäfer befallene Fichten hat Revierleiter Jan-Michel Schmeling in seinen Wäldern zwischen Jever und Varel in diesem Jahr bereits fällen müssen. „Wir haben im ersten Durchgang Käferbäume, die im Winter braun geworden sind und frisch befallene Fichten entnommen. Nun beenden wir den zweiten Durchgang in denselben Fichtenbeständen und fällen neu befallene Fichten zu.“ so Schmeling. Zurzeit schwärmen viele Jungkäfer aus der ersten Käfergeneration dieses Jahres, so dass die Mitarbeiter des Forstamtes Neuenburg regelmäßig alle ein bis zwei Wochen die Fichten auf neuen Befall kontrollieren. „Ich gehe davon aus, dass die Holzerntemaschine noch ein drittes Mal durch die Fichten fahren wird, um neu befallene Bäume rechtzeitig zu entnehmen“, so Schmeling, der damit weiteren Schaden von den verbleibenden Fichten abwenden will. Die geernteten Baumabschnitte werden an Sägewerke in Weser-Ems vermarktet und möglichst schnell abgefahren, bevor neue Jungkäfer ausfliegen.

Freifläche wird Feuchtbiotop

Eine größere Freifläche entsteht im Forst Upjever auf der Rhardumer Seite am Waldeingang Addernhäuser Straße. „Rings um eine vor einigen Jahren wiedervernässte Senke haben wir Käferbäume und weitere Fichten entnommen, da dieser Nadelbaum auf dem sehr stark wechselfeuchten Standort nicht durchhalten kann“, schildert Schmeling sein Vorgehen. Die entstandene Lücke soll mit Buchen zur feuchten Senke hin mit standortgerechten Erlen bepflanzt werden.“ In der wiedervernässten Senke stehen abgestorbene Lärchen darunter kann man aber sehr schön die typische Vegetation für diesen Feuchtbereich, wie Weide, Gagelstrauch und Sumpfcalla erkennen“, freut sich Schmeling über die naturnahe Entwicklung des Biotopes. Er bittet gleichzeitig um Verständnis für die entstehenden Störungen wie kurzzeitige Wegesperrungen und Holztransporte.

Wo kommen die Käfer her?

Der trockene Sommer 2018 hat in den niedersächsischen Wäldern besonders die Fichten geschwächt und die rasante Entwicklung der wärmeliebenden Fichten-Borkenkäfer, das sind der sog. Buchdrucker und der Kupferstecher, begünstigt. Die Borkenkäfer legen unter der Rinde ihre Eier ab und die Larven zerstören durch ihren Fraß die Wachstumsschicht zwischen Holz und Rinde sowie die Leitungsbahnen. Sind die Fichten vital, wehren sie sich gegen die einbohrenden Käfer durch Einspritzen von Harz in das Bohrloch um den Käfer zu ersticken, bevor die Eiablage erfolgt. Dazu waren die Bäume im letzten Jahr nicht mehr in der Lage. Auch in diesem Jahr haben sich die Waldbäume vor allem die Fichte noch nicht erholt. Insbesondere, weil auch im Winter die Niederschläge nicht ausreichten die Wasservorräte im Waldboden wieder aufzufüllen.

Die Fichte im Revier Upjever

Von den rund 1800 Hektar Waldfläche der Revierförsterei Upjever sind 13 Prozent Fichten. Davon findet sich ein sehr großer Anteil im Wittmunder Wald und kleinere Bereiche  im Dunumer Wald, im Upjeverschen Forst und im Herrenneuen bei Varel.

Fotos und Text zum Download hier.

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