Vielfalt bei Erstaufforstungen im Revier Harpstedt

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Bunte Mischung für zukunftssicheren Wald

(Harpstedt) Man sieht sie schon von weitem, die langen bogigen Triebe der Feldulme und die ebenfalls energisch nach oben strebenden Triebe der Esskastanie mit ihren markanten Blättern. Seit 2015 pflanzt Revierförster Eberhardt Guba diese in der Region relativ unbekannten Baumarten bei der Erstaufforstung von landwirtschaftlichen Flächen. Diese stellt der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband den Niedersächsischen Landesforsten zur Aufforstung in seinen Wassereinzugsgebieten zur Verfügung. Dabei werden wegen der höheren Versickerungsrate in das Grundwasser nur Laubbäume gepflanzt.

„Der ursprüngliche Standard, Eiche mit wenigen Mischbaumarten zu pflanzen, erschien mir mit Blick auf den Klimawandel zu risikobehaftet“, schildert Eberhardt Guba seine Überlegungen. So pflanzt er systematisch in 20 bis 40 Meter breiten Streifen wärmeliebende Traubeneichen, gemischt mit Hainbuchen oder Buchen und dann Esskastanien und Feldulmen. Auf etwas besseren Böden gesellt er noch die Linde und den Bergahorn dazu.

„Wir haben so eine hohe Sicherheit, dass der Wald erhalten bleibt, wenn eine Baumart ausfällt. Denn wir wissen nicht, was mit dem Klimawandel noch alles auf uns zukommt“, so Guba. Er hat die Pflanzstreifen so geplant, dass die Bäume, wenn sie im künftigen Wald 25 bis 30 Meter hoch sind, in Einzelmischung stehen. Seit 2015 hat Eberhardt Guba allein in seinem Revier jährlich fünf bis zehn Hektar auf diese Art aufgeforstet.

Waldrandgestaltung

Eingerahmt werden alle Pflanzungen mit einem zwanzig Meter breiten Streifen mit Sträuchern für den künftigen Waldrand. In Quadraten zu  je zwanzig Metern pflanzt er Wildbirne, Wildapfel, Schlehe, Weißdorn, Hasel und auch Hundsrose. Das Besondere an diesen Waldrandarten ist, dass das Saatgut aus heimischen Herkünften stammt. Die Forstsaatgutberatungsstelle der Niedersächsischen Landesforsten in Oerrel sorgt für die Beerntung heimischer Strauch- und Wildobstvorkommen, so dass nur angepasste Herkünfte in die Waldränder von Eberhardt Gubas Revier gepflanzt werden.

Fotos und Text finden Sie hier.

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