Der rote Teppich für Bucheckern ist grün

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Schwierige Saatgutgewinnung bei Buche und Eberesche

(Wildeshausen/Harpstedt/Oerrel) Nicht jede Buche ist als Saatgutspender für die Forstpflanzenanzucht geeignet. Die entsprechend gut gewachsenen Buchenwaldbestände durchlaufen ein gesetzlich vorgegebenes Anerkennungsverfahren bevor ihr Saatgut gesammelt und in Baumschulen ausgesät werden darf. Trotz guter Blüte im Frühjahr fällt die Erntemöglichkeit von Bucheckern in anerkannten Saatgutflächen aufgrund des zweiten trockenen Sommers in Folge äußerst bescheiden aus. Forstunternehmer Mathias Kiefer hat im Auftrag der Niedersächsischen Landesforsten alle niedersächsischen Flächen im August aufgesucht.

„Der mit dem Fernglas eingeschätzte Anhang ist in diesem Jahr sehr gering, gleichzeitig werden für die Wiederaufforstung der entwaldeten Flächen in Harz und Solling besonders viele Jungbäume benötigt“. Lediglich in zehn Buchenwaldungen hat er im Ganzen 600 Buchen zur Beerntung ausgesucht. Nun werden grüne Netze unter den Bäumen ausgelegt, um die fallenden Bucheckern aufzufangen. „In guten Jahren ernten wir um fünfzehn Kilo pro Baum, in diesem Jahr rechne ich mit einer Ausbeute von nur fünf bis zehn Kilogramm.“

Ernte im Revier Harpstedt

Einer der diesjährigen Erntebestände liegt am Ostrand des Hölscherholzes bei Wildeshausen. Unter 46 Bäumen sind nun die Netze ausgelegt. Ende Oktober werden sie mit den darauf gefallenen Bucheckern eingeholt, dann steht die Erntemenge fest. Die Forstsaatgutberatungsstelle der Landesforsten in Oerrel wird dann das Saatgut reinigen und die Qualität und Keimfähigkeit der Samen testen, bevor sie im Frühjahr zur Aussaat an Baumschulen weitergegeben werden. Aus einem Kilogramm Bucheckern können etwa 1000 junge Bäume entstehen. Die letzte Ernte von Bucheckern im Hölscherholz war vor drei Jahren.

Neu: Eberesche gefragt

Neu ist im Harpstedter Revier die Ernte der Früchte von Ebereschen. „Die roten Vogelbeeren werden schon mal von Privatpersonen für Marmelade oder Gelee geerntet“, weiß Revierförster Eberhard Guba um die schmackhaften Früchte. Doch dieser Tage geht es um ein wichtigeres Projekt. Heimische Ebereschen sollen vermehrt werden, um als schützender Vorwald die Wiederaufforstung von lichtempfindlichen Baumarten wie Buche zu erleichtern.

Die großen Freiflächen insbesondere in Harz und Solling, die durch Sturm und nunmehr zweijährig anhaltenden Käferbefall entstanden sind, sollen zum Teil weitläufig mit Vogelbeere überpflanzt werden um den anderen Jungbäumen Schutz zu bieten und den Anwuchs zu erleichtern.

Fotos und den Text zum Download hier.

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