Kinder sammeln für die Wälder von Morgen

 In Forstamt Harsefeld, Regionale Presseregion Nordost, Waldpädagogikzentren, WPZ Elbe Weser

Roteichel-Saatguternte ein voller Erfolg

(Osterholz – Scharmbeck / Harsefeld) Über 120 Kinder der Grundschule und der Kindertagesstätte Heilshorn beteiligten sich Anfang Oktober an der Roteichel-Sammelaktion in der Revierförsterei Heidhof. Die Niedersächsischen Landesforsten gewannen dank der fleißigen jungen Helfer 248 Kilogramm Roteichen-Saatgut.

Die Aktion fand im Rahmen der bereits bestehenden bewährten pädagogischen Zusammenarbeit zwischen dem Waldpädagogikzentrum Elbe – Weser (WPZ), der Grundschule und der Kindertagesstätte (KITA) Heilshorn statt. Florian Offermanns, Leiter des WPZ, hatte sich an die KITA und die Schule gewandt, um besonders hochwertiges Roteichen-Saatgut in einem ausgewählten Saatgutbestand vom Waldboden auflesen zu lassen.

Die Kinder, ihre Lehrer und ihre Erzieher zeigten großen Einsatz. „Allen großen und kleinen Sammlern danken wir für ihre Unterstützung. Dank der Hilfe können wir mit dem heute gesammelten Saatgut fünf Hektar neuen Roteichenwald aufforsten – ein Gebiet so groß wie sieben Fußballfelder“, sagte Florian Offermanns. „Für die Kinder war es eine gute Möglichkeit, aktiv etwas sinnvolles für den Erhalt der Wälder und die Entstehung neuer klimaangepasster Wälder zu leisten. Für die Landesforsten war es eine große Hilfe, denn wir sind auf die Mithilfe von Sammlern angewiesen.“ betont der Förster. Allerdings können nur solche Eicheln verwendet werden, die in ausgewiesenen Saatgutwäldern gesammelt werden. „Eine Eiche braucht mehr als 100 Jahre, um zu einem stattlichen Baum heranzuwachsen. Da ist es wichtig, nur Saatgut von Eichen zu verwenden, von denen wir wissen, dass sie gut und gesund wachsen.“ erklärt Offermanns.

Das Saatgut wurde noch am Vormittag gewogen, die Säcke verplombt, die Begleitpapiere ausgestellt und zur Forstsaatgutberatungsstelle der Landesforsten nach Oerrel bei Munster abtransportiert. Damit wird sichergestellt, dass nur Saatgut aus zugelassenen Erntebeständen in Weiterverarbeitung gelangt.

Hintergrund: Aus einem Kilogramm Rot-Eicheln können im Durchschnitt 100 Sämlinge gezogen werden. Um ein möglichst hohes Erfolgsergebnis sicherzustellen, übernehmen Profis die weitere Verarbeitung und die Anzucht. Dazu wurden die Eicheln direkt zur Forstsaatgut-Beratungsstelle Oerrel der Landesforsten bei Munster gebracht. Mitarbeiter der Saatgut-Beratungsstelle reinigen die Eicheln und bereiten sie auf, bevor sie später an Forstbaumschulen verteilt werden. Waldbesitzer, die Eicheln für eine Freisaat benötigen, können bei der Saatgutstelle Eicheln beziehen und daraus neu Wälder begründen. Die Baumschulen säen die Eicheln in speziellen Pflanzbeeten ein und gewährleisten unter optimalen Bedingungen den maximalen Anwuchserfolg. Nach zwei Jahren kehren die jungen Eichenpflanzen wieder zurück in die Niedersächsischen Wälder.
Die Wälder in Niedersachsen sind durch den Sturm „Friederike“ und die Borkenkäfer-Massenvermehrung besonders stark geschädigt worden. Vielerorts sind Freiflächen entstanden, die Forstleute in den kommenden Jahren wieder aufforsten müssen.

Beitragsbild: Die fleißigen Helfer der Grundschule und der Kindertagesstätte Heilshorn beim
Sammeln der Roteicheln (Fotos: Niedersächsische Landesforsten)

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