Niedersächsische Landesforsten renaturieren ehemalige Magerrasenfläche

 In Forstamt Liebenburg, Regionale Presseregion Mitte

Forstamt Liebenburg erhöht Artenvielfalt auf landesweit wertvollem Trockenstandort

(Salzgitter/Burgwedel) Im Zuge einer Pflege- und Entwicklungsmaßnahme im Naturschutzgebiet Speckenberg südöstlich von Salzgitter-Bad kommen in den nächsten 14 Tagen Großmaschinen zum Einsatz. „Die Firma Nowak setzt dazu eine Maschine ein, mit der sonst der Mittelwald des Forstamtes Liebenburg gepflegt wird. So muss sich kein Arbeiter durch die dornigen Hecken kämpfen“ sagt Lucas Prescher, neuer Leiter der Försterei Liebenburg. „Die Maschine kann auch kleinere Bäume fällen. Aber es verbleiben aus landschaftlichen Gründen einige Eichen auf der Fläche.

„Der Kalkmagerrasen soll wieder hergestellt werden“ erläutert Dr. Michael Lücke, Förster für Waldökologie. Auf der Fläche haben sich große Sträucher und einzelne Bäume ausgebreitet und vielerorts nehmen Hecken die ehemals offene Fläche ein. Diese Entwicklung hat einen massiven Artenrückgang zur Folge. Kalkmagerrasen bilden mit ihren seltenen Pflanzen- und Tierarten einen sensiblen Lebensraum. „Jetzt werden auf ca. 0,8 Hektar Gebüsche und einzelne Bäume entfernt.

Die Baumstuken werden gerodet, damit die Fläche später nach Beweidung periodisch auch maschinell nachgepflegt werden kann“ so Dr. Lücke. Ziel ist es, die Gesamtfläche des Magerrasens im Raum zu erhalten und die Pflege durch eine Erweiterung und Verbindung der wertvollen Bereiche einfacher und ökonomischer zu gestalten, um dessen Fortbestand auch langfristig gewährleisten zu können.

„Der naturschutzfachliche Wert liegt in der dem Standort angepassten „mageren“ Flora sowie der begleitenden sehr seltenen Insektenfauna, die auf diesen steinig-trockenen Flächen klarkommt, während sie auf wüchsigeren Standorten untergeht, d.h. gegenüber den dort üppig wachsenden Arten nicht konkurrenzkräftig genug ist“ erklärt Dr. Lücke.

Das anfallenden Heckenmaterial wird bis zur Verarbeitung zu Energieholz am Rand des Naturschutzgebietes gelagert und anschließend zum Abtransport vor Ort gehäckselt. Hierfür wird dann ein Teil des Weges unterhalb des Speckenberges für zwei bis drei Tage gesperrt. Auch der Wanderweg Richtung Kassebusch wird vorübergehend gesperrt.

Das Projekt erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Salzgitter.

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