Absterbende Rotbuchen – auch am Naturwald Freeden

 In Forstamt Ankum, Regionale Presseregion West

Niedersächsische Landesforsten müssen Verkehrssicherung am Naturwald Freeden durchführen

(Bad Iburg) Der Naturwald Freeden liegt im Teutoburger Wald im Gebiet der Stadt Iburg. Es handelt sich um wertvollen Wald – beherrscht von alten Buchen. Besonders im Frühjahr, zur Blüte des Hohlen Lärchensporns, ist das Gebiet Anziehungspunkt für zahlreiche Naturliebhaber und Touristen. Nach der extremen Dürre der letzten zwei Jahre bewahrheiten sich die Befürchtungen der Forstleute, viele Buchen sterben ab. Jens Kohlbrecher, Leiter der Revierförsterei Iburg, ist von der Situation betroffen: „Anders als bei Fichten und Lärchen zeigen sich die Trockenheitsschäden bei der Buche oft zeitverzögert, manchmal erst nach zwei bis drei Jahren. Schon ab Mai wurde deutlich, dass viele Bäume zwar grün wurden, dann aber abgestorben sind – sie sind schlicht vertrocknet.“

Fällarbeiten beginnen jetzt

Daher beginnen in den Wäldern um Bad Iburg jetzt Fällarbeiten. Bäume, deren Genesung nicht mehr zu erwarten ist und die ein Sicherheitsproblem entlang öffentlicher Wege darstellen, werden gefällt. Das Holz im Freeden wird nicht verwertet, sondern verbleibt als Totholz im Naturwald. Hier dient es dem Naturschutz, zahlreiche Insekten und Pilze sind auf Toholz im Wald angewiesen.
Jens Kohlbrecher erläutert: „Uns ist daran gelegen, dass die Wege sicher betreten werden können. Je länger wir mit der Fällung warten, desto brüchiger werden die Kronen. Das hat auch einen großen Einfluss auf die Sicherheit unserer Forstwirte. Die Arbeit an den brüchigen Buchen ist äußerst gefährlich. Für die Dauer der Fällarbeiten müssen einzelne Wege zeitweise gesperrt werden, Waldbesucher sollten sich dringend an die Sperrungen halten“.
Die Förster bitten ebenfalls dringend darum die Sperrung des Kammweges, dort wo er durch den Naturwald führt, zu beachten. Die Gefahr für Spaziergänger sei hier zu groß, denn mitten im Naturwald würden keine absterbenden oder brüchigen Bäume gefällt.

Die Schadsymptome wurden über den Sommer beobachtet. Die auch für Waldbesucher offenkundigen Blattverluste und Absterbe-Erscheinungen nahmen immer mehr zu. Letztlich entschied Kohlbrecher, ein Konzept zu erarbeiten, das die Sicherheit der Waldbesucher gewährleistet und den Naturwald über die beliebten Wanderwege weiterhin erlebbar macht. Alle schwer geschädigten oder abgestorbenen Bäume wurden markiert, begutachtet und letztlich entschieden, wie mit ihnen umzugehen ist.

Reinhard Ferchland, Leiter des Forstamtes Ankum erklärt: „Uns war es wichtig auf das Schadausmaß zu reagieren und die Sicherheit zu gewährleisten. Der Naturwald Freeden gehört zum FFH Gebiet „Teutoburger Wald / Kleiner Berg“. Wir wollen es in seinem guten Zustand zu erhalten – auf die aktuell sichtbaren Schäden haben wir aber keinen Einfluss. Sie sind Folgen des Klimawandels, der nun hier angekommen ist. Damit müssen wir jetzt umgehen.“

Neuer Wald zumeist schon da

Auch über „den neuen Wald“ machen sich die Forstleute Gedanken. Meist steht unter den Buchen schon Naturverjüngung – von selbst aufgekeimte jungen Buchen und andere Bäume. Diese werden nun schneller den neuen Wald bilden, als noch vor kurzem absehbar.

Bild 1: Absterbende Rotbuche mit Blattverlust, es ist unwahrscheinlich, dass sie im nächsten Jahr wieder austreibt
Bild 2: Dunkle Flecken auf der Rinde zeigen Eintrittspforten für holzzerstörende Pilze. Die Pilze sorgen für ein schnelles Absterben der Buchen. Die Bäume werden schnell brüchig und instabil..
(Fotos: Niedersächsische Landesforsten)

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